Selbstmordrate senken

13. Mai 2009 11:21; Akt: 13.05.2009 12:55 Print

Mehr Lithium, weniger Selbstmorde

In 18 japanischen Gemeinden, in denen der Lithiumgehalt im Trinkwasser verhältnismässig hoch ist, ist die Selbstmordrate vergleichsweise niedrig. Diese Erkenntnis wollen Forscher nun nutzen.

Fehler gesehen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt laut der welt.de, dass es weltweit etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Dabei besetze Japan mit 23,7 Suiziden pro 100'000 Einwohnern einen der vorderen Ränge. Forscher der Universitäten Ôita und Hiroshima schreiben, dass die dem Trinkwasser zugesetzte antidepressive Substanz Lithium möglicherweise die Zahl der Suizide senken könnte.

Wie in den USA, so auch in Japan

Inspiriert zu ihrer Studie wurden die Forscher durch eine Untersuchung aus dem Jahr 1990, die Lithium im Trinkwasser von Texas mit der Selbstmordrate der texanischen Bevölkerung in Verbindung brachte.

Die Selbstmordrate war in den 18 untersuchten japanischen Gebieten, die einen hohen Lithiumgehalt aufwiesen, deutlich niedriger als in anderen Orten, wo kaum Lithium aufzuspüren war. Laut den Forschern ist die konstante Aufnahme winziger Mengen durch das Trinkwasser ausschlaggebend für die geringere Selbstmordneigung.
Allerdings müsse man dabei äusserst behutsam vorgehen, denn in höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein.

Vorsichtige Andeutung wegen grossen Diskussionen

Die Forscher sind mit ihrem Vorschlag sehr diskret, denn eine ähnliche Aktion sorgte in den USA der 1940er-Jahre für rote Köpfe. Damals begann die Regierung, Fluorid als kostengünstiges Mittel gegen Karies ins Trinkwasser zu mischen. Angeblich sei danach Karies in der Bevölkerung, vor allem in ärmeren Regionen, zurückgegangen. Mittlerweile wird das Leitungswasser seit über 60 Jahren mit Fluorid versetzt. Das wird aber nach wie vor skeptisch beurteilt.