Frankreich

01. April 2019 16:16; Akt: 01.04.2019 16:16 Print

1100 stark verstümmelte Delfine angeschwemmt

Seit Januar sind an der französischen Atlantikküste Hunderte Delfine, oft mit schweren Verletzungen, angeschwemmt worden. Tierschützer schlagen Alarm.

Tierschützer sehen die europäischen Delfinbestände gefährdet. (Video: 20M)
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Die Bilder von Frankreichs Stränden machen betroffen. Sie zeigen tote Delfine, die nicht selten schwere Verletzungen aufweisen. Über 1100 von ihnen wurden in diesem Jahr bereits entdeckt. Laut Wissenschaftlern ist dies die höchste Zahl seit 40 Jahren.

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Und es dürften sogar fünf- bis zehnmal mehr Delfine getötet worden sein. Lamya Essemlali, die Präsidentin von Sea Shepherd in Frankreich, vermutet, dass jährlich 6500 bis 10'000 Delfine in den Gewässern vor Frankreich sterben.

Kampf gegen das Ersticken

Die genaue Todesursache ist nicht bekannt. Essemlali geht davon aus, dass die Delfine in die Netze von Hochseefischern geraten waren, wie «The Guardian» schreibt. Die Verletzungen zogen sie sich wohl beim verzweifelten Versuch zu, sich aus den Netzen zu befreien. «Delfine sind keine Fische, sondern Säugetiere, sie müssen zum Atmen an die Oberfläche kommen, sonst ertrinken sie», sagte die Aktivistin der Nachrichtenagentur AP.

Sea Shepherd hat die Operation Dolphin Bycatch (Delfin-Beifang) gestartet, um auf das Leid der Delfine aufmerksam zu machen. Die Organisation prangert vor allem die Fangmethode an, bei der zwei Hochseefischerboote, sogenannte Trawler, auf der Jagd nach Seebarsch ein Netz zwischen sich durch delfinreiche Gewässer ziehen.

Essemlali erklärt dazu: «Das Problem ist, dass die zugelassenen Fangmethoden zerstörerisch und keineswegs selektiv sind. Sogar in Gebieten mit einer grossen Population geschützter Arten ist Fischen erlaubt. Und es gibt nicht genügend Kontrollen und noch weniger Sanktionen, um dieses Problem zu stoppen. Das alles bleibt ungestraft, es ist skandalös.»

Konsumenten mitverantwortlich

Doch Sea Shepherd, die ein Aussterben der europäischen Delfinbestände fürchtet, macht nicht nur die Behörden, die solche Fangmethoden tolerieren, verantwortlich, sondern auch die Konsumenten. Ihr Wunsch nach billigem Fisch führe dazu, dass die Delfine mit ihrem Leben dafür zahlen müssten.

Um die Delfine zu schützen, will die französische Regierung künftig akustische Signale einsetzen. Unter anderem sollen Fischernetze ein Geräusch von sich geben, das Delfine verscheucht. Sea Shepherd fürchet aber, dass die Fischer die Signalanlagen nicht einsetzen werden. Zu gross sei die Furcht, dass die Geräusche auch die Fische vertreiben werden.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniela am 01.04.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Mir blutet das Herz, wenn ich so etwas lese. Tierleid wohin man blickt und alles nur wegen dem degeneriertesten Lebewesen überhaupt, dem Menschen.

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  • nabo am 01.04.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    plastic essen

    Ich warte auf den Tag, an dem es heisst, alle Meere komplet ausgefischt und 10 Jahre Fangverbot. Ich werde den sicher noch erleben, weil vorher sicher nichts passiert. Aber die Arbeit ginge bestimmt nicht aus, es hat ja noch tonnenweise Plastic zu holen..

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  • WER SONST am 01.04.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tut mal was

    Und das nur in Frankreich..fast unglaublich diese Zahl!!! Zum Glück habe ich das essen aus dem Meer nicht gern.....Tut mal doch mal was dagegen..(und jeder denkt ich selber habe aber keine Zeit).....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanne am 02.04.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Betroffen und Traurig!!!

    Mich macht diese Nachricht ziemlich traurig! Ich liebe diese Tiere, aber ich würde heute und in Zukunft kein Delphinarium besuchen! Diesen Tieren, wie auch den anderen gehört die Freiheit!

    • Jöö am 02.04.2019 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne

      Aber schon Fisch kaufen oder? Darf auch nicht so viel kosten oder? Und ja, natürlich Wildfang, Es gönnt sich ja sonst nichts?

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  • 1258/56*2 am 02.04.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Auf gleiche Art

    sollten die Fischfänger sterben. Das ist so traurig.

  • Dave74 am 02.04.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hinterfragen

    Ein wenig Recherche und man findet heraus, dass es auf der ganzen Welt solche Vorkommnisse gibt. USA, Peru, Australien, Brasilien, Europa und das seit schon über einem Jahrzehnt vermehrt beobachtet. Trotz intensiven Untersuchungen konnte man bisher nur Theorien aufstellen, welche bei giftigen Algen anfangen, über menschengemachte Probleme, wie Schifffahrt, Bohrtürme, Fischfang, Ölpest führen bis hin zu vermuteten Viren. Viele der verendeten Tiere sind jung, was weitere Fragen aufwirft. Blindlings den Worten einer NGO vertrauen, nachplappern und mit dem Finger zeigen ist hier doch etwas gewagt.

  • Dagmar kircher am 02.04.2019 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Das muss man änerdn!

    Ich würde gerne für Fisch essen mehr bezahlen und dabei andere fangmethoden unterstützen oder gar kein fisch mehr essen....

    • webarch am 02.04.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      immer das gleiche

      schon erstaunlich, bei solchen berichten liest man immer, man wäre ja bereit mehr zu zahlen, wenn..... bei anderen berichten meckern gerade die gleichen leute, wie teuer alles ist und wie man überall ausgenommen wird. sowas nenne ich Doppelmoral komisch ist auch, sie selber wissen noch nicht, an was die Tiere gestorben sind, aber sie vermuten..... so kann man auch gegen vieles hetzen. es ist schlimm, das soviele Tiere gestorben sind, aber deswegen Behauptungen veröffentlichen, ohne belege, ist auch Hetzerei.

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  • Aldointernationale am 02.04.2019 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nicht mehr fünf vor Zwölf .

    Der Wunsch nach billigem Fleisch soll Schuld sein? Schuld ist die Geilheit viel Geld zu verdienen und billiges Fleisch anzubieten. Wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann kauf ich es eben nicht. Die Konzerne machen immer den Konsumenten verantwortlich für das eigene umweltfeindliches Verhalten. Wann werden diese endlich zur Rechenschaft gezogen? Die Manager stopfen sich die Taschen voll, die Zerstörung wird von allen bezahlt!

    • Mary J am 02.04.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      Es müsse alle handeln

      De Konsument hat eine Mitschuld und Verantwortung. Man kann auch selbst einfach aufhören so billigen Fisch und auch billiges Fleisch zu konsumieren, aber dafür ist der Konsument dann halt auch wieder zu faul!

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