Vibrationen

06. Mai 2010 20:59; Akt: 06.05.2010 19:04 Print

Mit Schüttelplatte zur optimalen Badi-Figur

von Fee Riebeling - Kraft und Ausdauer galten bisher als miteinander unvereinbare Eigenschaften. Forscher der ETH zeigen nun: Die Kombination lässt sich erreichen – ganz ohne Ausdauertraining.

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Wie das? Eine Frage, die sich Sportler, Badenixen und Sonnenanbeter jetzt stellen. «Ausgehend von dem Wissen, dass ein Muskel auf spezifische zelluläre Reize reagiert, haben wir einen neuartigen Trainingscocktail gemixt», sagt Studienleiter Marco Toigo. In der Hoffnung auf besonders aussagekräftige Ergebnisse wurden als Testpersonen nur Frauen zugelassen: Sie haben ein schlechteres Potenzial, Muskeln aufzubauen.

Im Vergleich zu Ausdauerathleten, die viel Zeit fürs Training aufbringen, schoben Toigos Probandinnen eine ruhige Kugel. Während fünf Wochen trainierten sie dreimal wöchentlich auf einer Vibrationsplatte für je drei Minuten Kniebeugen und Waden­heber. Das entspricht etwa anderthalb Stunden hochintensiver muskulärer Aktivität.

Das Ergebnis: Die Teilnehmerinnen konnten hinterher deutlich länger Velo fahren als zuvor und waren kräftiger. Auch zeigte ein Vergleich der zu Beginn und nach Abschluss der Studie entnommenen Gewebeproben eine deutliche Veränderung im Muskelinnern: Nicht nur vergrösserten sich die einzelnen Muskelfasern, wie es nach einem Krafttraining typisch ist, sondern es veränderten sich auch deren Stoffwechseleigenschaften. Zusammen mit der besseren Durchblutung des Muskels deutet dies auf einen Anstieg von Kraft- und Ausdauerpotential hin.

«Im Moment ist uns noch nicht klar, auf welchen molekularen Ereignissen diese Veränderungen beruhen», so Toigo. In einer aktuell durchgeführten Folgestudie wolle man dem Geheimnis aber auf die Spur kommen.


Welche Platte?

Die Forscher der ETH und der Uni Zürich setzen in ihren Studien die Galileo-Vibrationsplatte ein. Im Gegensatz zu allen anderen Modellen vibriert sie – einer Wippe ähnlich – seitenalternierend. Die trainingsbedingten Beckenbewegungen sind dabei ähnlich wie beim menschlichen Gang. Doch auch für diese Platte gilt: Die Übungszeit von maximal dreimal die Woche zehn Minuten sollte nicht überschritten werden. Denn bei zu langem Rütteln werden nicht nur die Muskeln, sondern auch das Gehirn in Schwingung versetzt. Kopfschmerzen und Schwindel können die Folge sein.