Kein Problem mit Kälte

07. Oktober 2018 18:28; Akt: 07.10.2018 18:28 Print

So kommst du gesund durch den Herbst

von Fee Riebeling - So schön der Herbst zurzeit ist: Er kann auch richtig ungemütlich werden. Ein Problem ist das aber nicht – man muss nur ein paar Dinge beachten.

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Wenn die Temperaturen fallen, tut man gut daran, richtig vorbereitet raus in die Kälte zu treten. Nur so kann man sie auch geniessen. Viel braucht es dafür nicht. hilft, denn das individuelle Kälteempfinden lässt sich tatsächlich trainieren. Dafür muss man sich nur gezielt kalten Impulsen aussetzen. So sollte man beispielsweise täglich vor die Tür gehen, bei jeder Art von Wetter. Alternativ helfen auch kalte Duschen ... ... Kneippkuren und ... ... kurze Barfuss-Spaziergänge im Schnee – sofern dieser schon gefallen ist. Ebenfalls bestens zur Vorbereitung auf kalte Temperaturen geeignet sind ... ... Saunagänge mit anschliessendem Kältebad. Das hält das Herz-Kreislauf-System fit und lehrt den Körper, die Schleimhäute mehr oder weniger stark zu durchbluten. So passt sich die Gefässweite der Aussentemperatur an, und der Körper kann sich besser auf ungewohnte Temperaturen einstellen. Gfrörlis sollten sich hin und wieder eine Massage mit wärmenden Ölen gönnen. Die fördern die Durchblutung der Haut und sorgen so nachhaltig für wohlige Wärme. Neben Rosmarinöl ... ... bieten sich dafür auch Arnika- und Ingweröl an. Auch die Psyche wirkt auf das Kälteempfinden – über das vegetative Nervensystem und über Hormone. Deshalb ist es besonders an kalten Tagen wichtig, mit sich im Reinen zu sein, denn Stress beeinflusst die Durchblutung und die Gefässregulation negativ. Es ist tatsächlich möglich, sich warme Gedanken zu machen und den Körper durch die eigene Vorstellungskraft mit Hitze aufzuladen. Wie das geht, lernt man beispielsweise mithilfe von autogenem Training. Einziges Manko: Damit es wirklich klappt, braucht man Übung. Morgens ist es eisig, tagsüber dagegen recht warm. Deshalb sollte man sich nach dem Zwiebelprinzip kleiden. Vier mässig warme Schichten sind besser als drei dicke. Denn die Luftschicht zwischen den Lagen isoliert zusätzlich. Der optimale Zwiebellook für richtig kalte Tage besteht gemäss Experten aus langer Unterwäsche ... ... einer Isolationsschicht, wie beispielsweise einem Fleece- oder Wollpullover, ... ... einer Softshell-Jacke, die vor dem Wind schützt, und ... ... einem Nässeschutz. Wer zu viel anhat, gerät auch bei tiefen Temperaturen ins Schwitzen. Weil Körperwärme besser über feuchte als über trockene Haut und Kleidung entweicht, sollte man schnell trocknende Unterwäsche tragen. Die sollte im Idealfall eng anliegen. Weil über den Kopf viel Wärme verloren geht, sollte er besonders gut geschützt werden. Wichtig ist auch, dass die Ohren bedeckt sind. Um seine Hände zu schützen, sollte man draussen unbedingt Handschuhe anziehen. Wenn die Temperaturen unter null Grad fallen, gilt: Fäustlinge sind besser als Fingerhandschuhe, weil sich darin die Finger gegenseitig wärmen können. Gleiches gilt für eine Erfindung, die in den letzten Jahrzehnten ein wenig in Vergessenheit geraten ist: den Muff, in den man gleich beide Hände schieben kann. Wer ganz sicher gehen will, dass seine Finger nicht einfrieren, sollte auf das Zweilagen-Prinzip bauen und dünne Fingerhandschuhe und darüber warme Fäustlinge – oder eben einen Muff – tragen. Reicht das immer noch nicht, kann man zu weiteren Massnahmen greifen. So gibt es jede Menge Handwärmer, die man bei Bedarf «anwerfen» kann. Zu den Klassikern zählen neben sogenannten Einmal-Handwärmern ... ... auch die wiederverwendbaren Latentwärmespeicher. (Im Bild: links im flüssigen und rechts im kristallisierten Zustand) Ebenfalls im Angebot sind heute Handwärmer, die sich per USB aufladen lassen. Sie können zum Teil mehrere Stunden Wärme abgeben. Weil sie so exponiert sind, beisst die Kälte in der Regel an Händen und Füssen zuerst. Das lässt sich mit Übungen abmildern. So kann man die Hände zur Faust ballen, mit den Zehen wippen und die Füsse kreisen lassen, um sie wieder aufzuwärmen. Apropos Füsse: In der kalten Jahreszeit unerlässlich ist . Neben einem anständigen Profil und Wasserdichte ist auch wichtig, dass die Luft in ihnen zirkulieren kann. Daher sollten die Schuhe so gross sein, ... ... dass man bequem dicke Socken darin tragen kann und gegebenenfalls auch Thermosohlen Platz finden. Auch sollte die Schnürung nicht zu fest sein, weil die Luft sonst nicht zirkulieren kann. Chilis in die Socken zu packen, ist ein alter japanischer Brauch. Der Clou: Der Wirkstoff Capsaicin, der dem Chili die Schärfe verleiht, wärmt auch die Füsse. Etwas Vorsicht ist allerdings geboten, denn ist die Schote zu scharf, führt das zu Löchern in den Socken. Wer auch drinnen friert, sollte sich hin und wieder ein warmes Fussbad genehmigen. Das verbessert die Durchblutung und hält schön warm. Alternativ kann man den kalten Fuss in die Kniekehle des anderen Beines legen. Dort überträgt sich die Wärme am besten, da dort die Hauptschlagader verläuft. Wenn man kalte Luft einatmet, muss der Körper sie auf dem Weg zur Lunge erwärmen. Deshalb ist es sowohl für die Bronchien als auch für die Lunge gesünder, über die Nase einzuatmen. Dann ist der Weg zum Ziel nämlich länger und das Ganze fällt leichter. Raucher müssen bei tiefen Temperaturen besonders stark sein, denn Nikotin ist eines der stärksten Nervengifte und verengt auf Dauer die Gefässe. Deshalb frieren Raucher deutlich schneller. Wollen sie es warm haben, müssen sie den Glimmstengel ausdrücken. Kälte schadet der Haut. Der Wechsel zwischen drinnen und draussen, trockene Heizungsluft und eine reduzierte Talgproduktion setzen ihr zu. Abhilfe schaffen da drei Dinge. So sollte man sich nicht zu heiss waschen oder duschen, weil die Wärme die Haut aufquellen lässt, wodurch sie Feuchtigkeit verliert. Auch Seife sollte man nur sparsam verwenden, denn sie spült schützende Lipide aus der obersten Hautschicht. Besser sind sogenannte Waschöle. Weil die Haut im Winter weniger Fett enthält als in warmen Jahreszeiten, ist es wichtig, den Lipidspeicher wieder aufzufüllen. Das geht am besten durch das Auftragen fetthaltiger Cremen. Ebenfalls wichtig: der Konsum von Fisch. Denn die darin enthaltenen Fettsäuren unterstützen die Produktion von den bei Kälte raren Lipiden in der Oberhaut. Auch Zwiebeln, Knoblauch, Kohlgemüse, Fenchel, Rüebli und Hülsenfrüchte schützen die Haut. Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch den Lippen schenken. Bei ihnen fehlen die Talgdrüsen nämlich völlig. Gut eignet sich Vaseline, es gehen aber auch Produkte mit Panthenol, Bienenwachs oder Extrakten der chinesischen Süssholzwurzel. Dabei gibt es allerdings noch zwei Dinge zu beachten. Erstens sollte man sich die Lippen vor dem Rausgehen eincremen, und zweitens sollte man dabei sparsam sein. Ansonsten gewöhnt sich die Lippenhaut an den Balsam und wird in der Folge noch schneller rau. Um die Extremitäten warmzuhalten, ist es wichtig, viel Wasser zu trinken. Denn nimmt man zu wenig davon zu sich, verdickt das Blut und kann so nicht mehr effektiv durch die Blutbahnen fliessen. Zurückhalten sollte man sich dagegen beim Alkohol. Denn der erweitert die Blutgefässe nur kurzfristig und hält auch nur so lange warm. Gleichzeitig zieht der Körper diese Wärme von der Kerntemperatur ab. Die Organe sind nicht mehr ausreichend versorgt, es droht Unterkühlung. Zulangen darf man dagegen bei heissen Speisen, vor allem bei Suppe. Die ist nahrhafter als jeder Tee und wirkt bei Kälte Wunder. Gewürze unterstützen den wärmenden Effekt. Scharfes wie Chili oder Ingwer wirkt besonders gut. Die Traditionelle Chinesische Medizin schreibt Südfrüchten wie Ananas, Bananen, Kiwi und Mandarinen eine kühlende Energie zu. Deshalb sollten Gfrörlis im Winter darauf verzichten. Auch um Joghurt, Quark, Blattsalate, Rohkost und Weisswein sollten sie einen Bogen machen. Laut Forschern der Universität Toronto kann ein Mangel an sozialen Kontakten körperliche Folgen nach sich ziehen. Die Studie zeigte, dass einsame Menschen eher frieren. Zumindest schätzen sie Temperaturen niedriger ein als Personen mit Freunden. Wer noch mehr Wärme spüren möchte, sollte Körperkontakt nicht scheuen. Denn andere Menschen in den Arm zu nehmen oder selbst in den Arm genommen zu werden, hebt nicht nur die Laune, sondern verbessert auch das Kälteempfinden. Richtig herzhaft zu lachen ist nicht nur gut für die Seele, sondern kann einen richtig ins Schwitzen bringen. Ausserdem vergisst man beim Lachen, dass man friert. Das hat eine Studie von Forschern der Universität Zürich gezeigt. Wenn der Winter näher rückt, kann auch Glätte den Menschen zusetzen. Abhilfe schafft eine besondere Lauftechnik, wie Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) herausgefunden haben. Als beste haben sie jene der Pinguine auserkoren: Um Stürze zu verhindern, sollten sich Fussgänger «äusserst langsam und mit kleinen Schritten» über den Boden schieben. Beim Pinguin-Gang wird der Körperschwerpunkt demnach auf das vordere Bein verlagert. Der Fuss setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach aussen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität. Wem trotz all dieser Tipps immer noch kalt ist, dem sei das Buch «Nie wieder frieren. Die 50 besten Tipps» (2009) wärmstens empfohlen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralle am 07.10.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das beste ist der Herbst !

    Herbst ist der Hammer ! Nicht mehr so heiss wie im Sommer aber auch noch nicht zu kalt. Zudem kann man sich so vielen feinen Sachen vollstopfen ! Sauser, jede menge Früchte, Marronis, Wild, Metzgete und vieles mehr.

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  • Ode an den am 07.10.2018 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    holden Herbst

    Ich mag alle Jahreszeiten, würde eine wegfallen, wäre der Übergang auch für die Natur nicht gut. Die Sträucher, Blumenzwiebeln und viele andere Pflanzen brauchen den Frost um neu austreiben, blühen zu können. Dieser Herbst ist nach dem heissen Sommer ausnehmend schön, geniessen wir ihn solange er uns hold ist.

  • Roman am 08.10.2018 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Jahreszeit beginnt, aber...

    Als allein stehender ausgesteuerter 60iger wird's jedes Jahr schwierig. Keine Ausgaben für die Pflege von sozialen Kontakten möglich, zum Glück kann ich mich mit gemeinnütziger Arbeit zudecken und den Winterhalbjahreskoller damit etwas abschwächen. Wie gehen wohl andere, gleichgestellte damit um? (Ohne Institutionen!)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Seniorin am 10.10.2018 02:13 Report Diesen Beitrag melden

    Herbst Zeitlose

    Wie beeinflussbar wir doch durch an- und absteigende Temperaturen und den Wetterwechsel sind, merkt man erst im Alter. Bise oder Föhn spielen auch eine Rolle. Das ist in unserer Alpenregion doch recht häufig. Der geregelte Tagesablauf mit viel Bewegung hilft mir, ohne ein stures Konzept zu befolgen. Kontinuität kann entlastend wirken. Das positive Denken gibt mir Kraft und Mut.

  • baba am 08.10.2018 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    keine Kinder :-(

    Das beste wäre kein Kontakt zu Kindern. Seit mein Sohn in die Spielgruppe gekommen ist und danach in den Kindergarten ist er mehr oder weniger den ganzen Herbst/Winter erkältet und kaum hat er es, erwischt es mich auch, da man sich bei so kleinen nicht wirklich abschotten kann....

    • Bibi am 08.10.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Weltuntergang

      Warum bist nicht Du die Spielgruppe dann hast DU das Problem nicht. Aber Kita Kinder welche abgestellt werden bekommen auch mal Schnupfen das ist kein Untergang.

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  • Bettina am 08.10.2018 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für diese

    lebenswichtigen Tipps. Ich wusste ja nicht, dass es im Herbst kalt werden kann. Wie auf dem Bild gehe ich jetzt eingewickelt in die Sauna.....

  • Carin am 08.10.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Herbst Nebel, dunken kühl wääh

    Ich mag den Herbst überhaupt nicht. Da muss der Garten zusammengeräumt werden. Die Sitzecke wird eingemottet. Ich lebe gerne draussen an der Luft und mag geheizte Räume, Pullis, dicke Jacken und Schuhe überhaupt nicht. Morgens dunkel und abends auch früh dunkel. Es fehlt an natürlichem Livht. Drinnen hocken und Stinkkäse in der Pfanne ist nicht meine Welt. Aber werde es wie immer überstehen. Der Frühling kommt auch wieder.

    • Dario am 08.10.2018 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      grau, windig usw.

      Geht mir genauso. Die Leute schauen bald wieder grimmiger drein und der Nebel und der Regen und kein Blätter mehr alles scheint bald wieder grau und braun zu werden. Meine Standheizung hellt wenigstens meine Stuîmmung auf.

    • Positiva am 13.10.2018 05:34 Report Diesen Beitrag melden

      Carpe diem

      @Na Ihr Beiden? Seht es doch positiv. Bald haben wir diesen Irrwitz von Sommerzeit hinter uns und die Normalität kehrt ein. Die Gartenarbeit bei diesem Wetter macht noch Spass, auf den Gartenmöbeln kann ich immer noch zeitweise geniessen, nach dem Espresso sogar den obligaten power nap! Gegen trübe Stimmung morgens und abends eine Kerze oder Teelichter. Im Wohnzimmer und Haus verteilt sind Herbstschmuck ein Hingucker. Miesepetrigen Gesichter entlocke ich mit einem freundlichen Gruss ein Lächeln.

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  • Roman am 08.10.2018 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Jahreszeit beginnt, aber...

    Als allein stehender ausgesteuerter 60iger wird's jedes Jahr schwierig. Keine Ausgaben für die Pflege von sozialen Kontakten möglich, zum Glück kann ich mich mit gemeinnütziger Arbeit zudecken und den Winterhalbjahreskoller damit etwas abschwächen. Wie gehen wohl andere, gleichgestellte damit um? (Ohne Institutionen!)