Kosmische Bodenprobe

15. Dezember 2011 15:03; Akt: 15.12.2011 22:34 Print

NASA entwickelt Kometen-Harpune

Kometen waren früher als Unheilsboten gefürchtet. Heute sind sie interessante Forschungsobjekte. Darum will die NASA einen Kometen harpunieren, um Bodenproben zu nehmen.

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Die US-Raumfahrtbehörde NASA arbeitet an der Entwicklung einer Art Harpune, um aus vorbeifliegenden Kometen Bodenproben zu Forschungszwecken zu entnehmen. Ziel ist es, mit einem Raumschiff an einen Kometen heranzufliegen und die Harpune abzuschiessen.

Damit würden «mit chirurgischer Präzision Proben aus spezifischen Punkten» genommen, beschrieb die NASA das geplante Vorgehen. Das Gerät basiert auf einer Idee der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, doch erst die NASA fügte der Harpune eine Probenkammer hinzu.

Zu kleine für eine Landung

Da Kometen normalerweise einen Durchmesser von wenigen Kilometern haben, ist ihre Schwerkraft zu gering, um mit einem Raumschiff auf ihnen zu landen. «Ein Raumschiff würde nicht eigentlich auf einem Kometen landen. Es müsste sich irgendwie, wahrscheinlich mit einer Harpune, daran festmachen», erklärte der NASA-Experte Joseph Nuth.

Daher sei die Idee aufgekommen, mit dieser Harpune zugleich Bodenproben zu nehmen. Mehrere NASA-Missionen, darunter die Mission Stardust 1999, haben bereits im Vorbeiflug Staub von Kometen eingesammelt. Nach Angaben des NASA-Ingenieurs Donald Wegel wissen die Forscher bisher wenig über die Konsistenz der Oberfläche von Kometen.

Video: «Harpoon a Comet?»

(Quelle: NASA, Goddard Space Flight Centre / YouTube)


Die ESA hat die Sonde Rosetta zum 675 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko entsandt, um mit Harpunen einen Forschungsroboter an seiner Oberfläche zu befestigen. Das Manöver soll im Jahr 2014 stattfinden. An der Mission ist auch die Universität Bern massgeblich beteiligt.

Illustration der Sonde Rosetta im Orbit um den Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko (Bild: ESA / AOES Medialab)

(sda)