Arzt warnt

28. November 2016 20:40; Akt: 28.11.2016 20:40 Print

Nasenhaare ausreissen kann tödlich enden

von Fee Riebeling - Haare entfernen liegt im Trend. Bei den Stoppeln in der Nase sollte man aber vorsichtig sein. Zupft man sie, kann das schlimme Folgen haben.

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Das aktuelle Schönheitsideal hat es nicht so mit Körperbehaarung. Nicht nur Frauen, auch Männer entfernen regelmässig Haare und Härchen am ganzen Körper. Bei Männern besonders unbeliebt: die Nasenhaare.

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Mit diesen sollte man sorgsam umgehen. Denn wer diese regelmässig zupft oder ausreisst, riskiert laut Erich Voigt von der New York University gesundheitliche Schäden: «Die Härchen filtern unsere Atemluft, bevor sie in die Lunge gelangt. Werden sie aber ausgerissen, können Bakterien, die an den Haarfollikeln festsitzen, in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen.»

Diese können im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. «Die Venen, die von der Nase wegführen, führen zu den Venen, die aus dem Gehirn kommen. Bakterien können sich so ausbreiten und Meningitis oder Hirnabszesse hervorrufen», warnt Voigt im «Business Insider».

Stutzen, nicht entfernen

Dem stimmt Ruth Köppl, stellvertretende Chefärztin der HNO-Klinik am Universitätsspital Basel, zu: «Infektionen, die am Naseneingang bestehen, können tatsächlich über kleine Verletzungen, die beim Ausreissen oder Zupfen von Nasenhaaren entstehen, in den Körper gelangen und über die Vena angularis ins Gehirn wandern.» Allerdings können solche Infektionen auch ohne Eingreifen entstehen.

Zwar seien derartige Infektionen mit geschätzt fünf bis zehn Fällen pro Jahr, die im Unispital Basel behandelt werden müssen, sehr selten, «dennoch muss man die Gefahr ernst nehmen – wegen der Nähe zum Gehirn», sagt Köppl. Allerdings habe diese Zahl in den letzten Jahren mit zunehmendem Trend zur Entfernung der Nasenhaare auch nicht zugenommen.

Dennoch hat man im Unispital aufgehört, die Härchen vor Operationen komplett zu rasieren, nicht nur im Bereich der Nase. «Wir kürzen sie nur noch», so die Spezialistin für Nasenkrankheiten.

Kurzes Nasenhaar, mehr Hygiene

Köppl rät, auch privat vom Kahlschlag in der Nase abzusehen: «Man sollte nur das stutzen, was aus dem Nasenloch herausschaut.» Dies etwa mit einer Nagelschere oder einem Nasenhaarschneider. «Moderne Rasierer mähen nicht alle Haare ab, sondern lassen immer noch einen Rest stehen.»

Dass man überhaupt Hand ans Nasenhaar legt, hält die Expertin für sinnvoll – sowohl aus ästhetischen als auch aus hygienischen Gründen. Denn in den feinen Härchen bleibe immer auch etwas Nasenschleim hängen. Und dieser beginne irgendwann zu stinken.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • the Girl wear a scythe am 28.11.2016 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gnadenlose Welt

    Das wir alle noch am leben sind, grenzt an ein Wunder. Soweit ich weiß, ist alles, wirklich alles tödlich.

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  • köbi kuhn am 28.11.2016 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    gefahr!

    und in einer grossstadt tief durchatmen kann zu lungenkrebs führen! alles kann zu irgendwas führen. ich z.B. führte die schweizer nati an die wm

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  • Dr. Gabber am 28.11.2016 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oha

    Im Heft das dem Spiel Space Quest 5 beigelegt war, wurde das schon thematisiert. Wenn auch auf satirischer Basis. Damals habe ich mich darüber amüsiert. Manchmal ist es erschreckend, wie aus einem alten Witz bittere Realität werden kann.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Randy am 29.11.2016 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Ich zupfe meine Nasenhaare seit ich denken kann, denn Nasenhaare kitzeln und mit einer sauberen Nase kann ich besser durch die Nase atmen. Ich bleib dabei. Raus mit dem Zeug. Stört nur.

  • Phil am 29.11.2016 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück..

    ...habe ich eine Ehefrau, die mich trotz den vielen Haaren liebt :-D Chewbacca ist quasi mein Zwillingsbruder...

  • sugus am 29.11.2016 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überlebt

    Muss ich nun Rückwirkend auf 50 Jahre sterben ?

  • Marcel Kauer am 29.11.2016 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von Donald Trump träumen ist auch tödlich....

    ...und in der Nase bohren, rechts überholen, vordrängeln, rülpsen, im Internet surfen, in den Ausschnitt einer netten Dame schauen, Essen nicht ausreichend zu zerkauen, Cola trinken und noch soooo vieles mehr. Macht was ihr wollt, so lange es andere nicht (negativ) beeinträchtigt und ihr werdet glücklich!

  • SP am 29.11.2016 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    haar-akiri

    Was soll ich auch tun, erst so ab 40 wuchsen bei mir sogar einzelne Haare aus den Ohren. Nase auch... Älter werden,so merke ich, wird eine haarige Angelegenheit.

    • Thom am 29.11.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      haarige Angelegenheit

      Das ist so, ich bin auch über 40 und sehe immer mehr Haare, wo sie nicht hingehören, z.B. am Rücken.

    • Nationless am 29.11.2016 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SP

      Dafür verliert man Haare auf dem Kopf und Beinen. Wieso das so ist weiss ich nicht.

    • trulla am 29.11.2016 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt!

      Mein Mann hatte als wir uns kennenlernten kein einzelnes Haar auf der Brust und heute spriessen die Dinger ungefragt :-)

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