Verwechslungsgefahr

18. Februar 2019 12:21; Akt: 18.02.2019 12:21 Print

Keine Panik, das ist keine Schwarze Witwe

Sie sieht aus wie eine der giftigsten Spinnen der Welt, ist aber eigentlich harmlos – obwohl der Biss der Steatoda nobilis sehr schmerzhaft sein kann.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wo sie auftaucht, ist der Aufschrei oft gross: Die «falsche Witwe» (Steatoda nobilis) sieht der hochgiftigen Schwarzen Witwe zum Verwechseln ähnlich. Ein Biss der Spinnenart, die sich seit einigen Jahrzehnten in etlichen Ländern der Welt ausbreitet, kann ziemlich schmerzen – wirklich gefährlich wird sie dem Menschen aber nicht.

Umfrage
Haben Sie Angst vor Spinnen?

Durch die Auswertung von Museumsdaten und bestehender Literatur haben Wissenschaftler aus Deutschland und Grossbritannien nun herausgefunden, dass die falsche Witwe wohl nicht wie bisher angenommen in Bananenkisten um die Welt reiste, sondern mit dem Pflanzenhandel verbreitet wurde, vor allem mit Kakteen. Sie berichten von ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift «NeoBiota».

Treffpunkt Gartencenter

Die falsche Witwe ist ursprünglich auf der portugiesischen Insel Madeira sowie auf den Kanarischen Inseln heimisch, hat ihren Lebensraum in den vergangenen 100 Jahren allerdings extrem vergrössert, schreiben die Wissenschaftler. So habe sie sich schon vor längerer Zeit in einigen Regionen Westeuropas und des Mittelmeeres angesiedelt. In jüngerer Vergangenheit gelangte sie auch nach Mitteleuropa, Kalifornien und Südamerika.

In Deutschland hätten sich zwei Populationen der falschen Witwe in Gartencentern niedergelassen, berichtet Tobias Bauer vom Naturkundemuseum in Karlsruhe. «Die Tiere finden es dort einfach angenehm», sagt er. Das liege daran, dass in den Gartencentern ein ähnliches Klima herrsche wie in den natürlichen Verbreitungsgebieten der Spinne.

Rasche Ausbreitung erwartet

Dort, wo sie geeignete Umweltbedingungen vorfindet, dürfte sich die Art in den kommenden Jahren hingegen rasch ausbreiten, schreiben die Forscher. Am grössten sei die Wahrscheinlichkeit auf den westlichen Mittelmeerinseln, in Teilen Südafrikas, im südlichen Australien und in Neuseeland.

Obwohl sie dem Menschen gar nichts Böses kann, sorgt die falsche Witwe immer wieder für viel Aufregung: In London schlossen im vergangenen Jahr zeitweise vier Schulen, als dort mehrere Exemplare des Krabbeltiers aufgetaucht waren.

Bauer kann solche Vorsichtsmassnahmen zwar nachvollziehen, betont aber: «Mir ist wichtig, dass man keine Panikmache betreibt. Dass ein Biss weh tut, will ich gar nicht unter den Tisch kehren. Aber es ist ein grosser Unterschied zum Biss einer Schwarzen Witwe, der unter Umständen lebensbedrohlich sein kann.»

Auch viele andere Spinnen, vor allem aus der Gattung der Kugelspinnen, haben sich über grosse Teile der Welt ausgebreitet. «Das liegt am internationalen Handel», erklärt Bauer. «In Europa werden wir in Zukunft immer mehr Arten aus anderen Teilen der Welt entdecken.» Bei den meisten werde man die Ankunft jedoch gar nicht bemerken, weil sie sich nicht dauerhaft ansiedelten.


(fee/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 18.02.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    verblüffende Ähnlichkeit!

    krass, das ist mir auch schon passiert, habe ein schwarzes und ein braunes Pferd gesehen, konnte aber nicht sagen welches welches ist, beide hatten 4 Beine und die waren auch noch gleich lang. Oh Gott wenn ich nur an meinen Früchtekorb zu hause denke, wie ich in Zukunft Birnen von Orangen auseinandern halten soll.... es graut mir jetzt schon ;) HAHAHA

  • Kammerjäger am 18.02.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Spinne ist nicht das Problem

    Die einzig wirklich gefährliche Spinne die sich in der Schweiz ausbreitet ist die Europea Brusselerus Diktatorus. Sie und ihre Fürsprecher müssen sofort Baygon Grün vollgesprüht werden.

    einklappen einklappen
  • m.s. am 18.02.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Spinnen

    Seit 2 jahren spinnt Hermine (Kreuzspinne) ihr Netz auf meinem Balkon. Da der Balkon gross ist kommen wir uns nicht in die Quere. Ich überlasse ihr das Netz und sie hilft mir weniger Insekten in der Wohnung zu haben. Im Winter verkriecht sie sich wohl an der aufgezogenen Store. Keine Ahnung ob sie noch lebt. Aber es ist ja erst Februar. Letzes Jahr hatte es hier wegen der Hitze viel weniger Insekten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.Armin am 19.02.2019 01:28 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tod kommt auf leisen Sohlen...

    Ich kenne die Schwarze Witwe - die sieht ganz anders aus. Dieses Exemplar, gleicht eher der Trichternetz Spinne, die ist auch tödlich.

  • Kammerjäger am 18.02.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Spinne ist nicht das Problem

    Die einzig wirklich gefährliche Spinne die sich in der Schweiz ausbreitet ist die Europea Brusselerus Diktatorus. Sie und ihre Fürsprecher müssen sofort Baygon Grün vollgesprüht werden.

    • Michi am 18.02.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      Auf Roter Liste der gefährteten Arten

      Geht nicht, soviel ich weiss, ist diese Sorte vom Aussterben bedroht.

    einklappen einklappen
  • m.s. am 18.02.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Spinnen

    Seit 2 jahren spinnt Hermine (Kreuzspinne) ihr Netz auf meinem Balkon. Da der Balkon gross ist kommen wir uns nicht in die Quere. Ich überlasse ihr das Netz und sie hilft mir weniger Insekten in der Wohnung zu haben. Im Winter verkriecht sie sich wohl an der aufgezogenen Store. Keine Ahnung ob sie noch lebt. Aber es ist ja erst Februar. Letzes Jahr hatte es hier wegen der Hitze viel weniger Insekten.

  • Andy K. am 18.02.2019 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so nebenbei

    Zur Info. Jede Spinne ist giftig.

  • René am 18.02.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslungsgefahr

    Voll krass wie sich diese beiden Tierarten gleichen . Beide haben ein Abdomen , Chelizeren und sogar 8 Beine . Nur das die eine ein töööödliches Gift spritzt und die andere nicht .