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09. Mai 2017 14:52; Akt: 09.05.2017 14:52 Print

Neuer Cern-Beschleuniger ist dreimal stärker

10 Jahre dauerte der Bau des 90 Meter langen Beschleunigers Linac 4 am Cern. Er soll künftig für deutlich mehr Teilchenkollisionen sorgen.

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Im Teilchenbeschleuniger LHC sollen künftig Strahlen mit noch höheren Energien die Suche nach bisher unbekannten Teilchen unterstützen. Einen ersten Schritt für dieses Upgrade machte das Forschungszentrum Cern heute Dienstag mit der Einweihung eines neuen Beschleunigers.

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Die Protonen, die durch den Large Hadron Collider (LHC) sausen, beginnen ihre Reise in einem kleineren Beschleuniger, dem Linearen Beschleuniger Linac 2. Er übernimmt die erste Etappe in einer Art Staffellauf, bei der die Teilchen von Gerät zu Gerät weitergereicht und dabei Schritt für Schritt beschleunigt werden, bis sie schliesslich im LHC im Zuge von Experimenten kollidieren.

Bis 2021 soll der Protonenstrahl im LHC noch höhere Energien erreichen und damit neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen und vielleicht auch Hinweise auf eine neue Physik ermöglichen. Einen ersten Schritt dahin machte das Cern am Dienstag mit der Einweihung des Linac 4, eines neuen Linearen Beschleunigers, der den Linac 2 ersetzen soll.

Erstes Schlüsselelement

«Wir freuen uns, diese beachtliche Errungenschaft zu feiern», sagte Cern-Direktorin Fabiola Gianotti. Linac 4 sei das erste Schlüsselelement im ehrgeizigen Upgrade-Programm, das die Rate an Teilchenkollisionen – Luminosität genannt – im LHC deutlich erhöhen soll.


«Das ist nicht nur ein Erfolg für das Cern, sondern auch für die Partner aus verschiedenen Ländern, die geholfen haben, dieses neue Gerät zu entwerfen und zu bauen», liess sich Frédérick Bordry, Cern-Direktor für Beschleuniger und Technologie, in einer Mitteilung des Forschungszentrums vom Dienstag zitieren. «Heute feiern und danken wir auch der internationalen Zusammenarbeit, die dieses Projekt vorangetrieben hat.»

Bau dauerte zehn Jahre

Der Bau des neuen Beschleunigers dauerte fast zehn Jahre, wie das Cern schreibt. Er ist etwa 90 Meter lang und liegt 12 Meter unter der Erde. Nach einer gründlichen Testphase soll Linac 4 an den Beschleunigerkomplex des Cern angeschlossen werden, und zwar während einer längeren technischen Wartungspause von 2019 bis 2020.

Linac 4 wird negativ geladene Wasserstoffionen – also Wasserstoffatome mit zwei Elektronen – im ersten Schritt des Beschleuniger-Staffellaufs beschleunigen. Dabei erreicht das neue Gerät mehr als die dreifache Energie seines Vorgängers Linac 2. Anschliessend reicht es die Teilchen an den nächsten Beschleuniger weiter, den «Proton Synchroton Booster», der sie weiter beschleunigt und die Elektronen entfernt, um daraus Protonen zu machen.

Die Energiesteigerung und die Verwendung von negativ geladenen Wasserstoffionen als Ausgangsprodukt verdoppeln die Strahlintensität, die den LHC erreicht, und steigern damit dessen Luminosität, die Anzahl der pro Zeiteinheit kollidierenden Teilchen. Bis 2025 soll sie sogar um den Faktor Fünf gesteigert werden, heisst es in der Mitteilung.

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Teile und profitiere am 09.05.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anti Protektionismus

    Wer schon immer eine Antwort brauchte, warum die Forscher gemeinsam und vernetzt arbeiten sollten/müssen, bekommt mit dem Teilchenbeschleuniger CERN die Antwort. Allein wäre dieses Mammutprojekt, das eine der höchstentwickelten Maschinen der Menschheit ist, kaum finanzierbar und ohne die vielen Forscher weltweit, lange nicht so effektiv zu nutzen. Ich wünschte wir würden in allen anderen Bereichen ebenfalls erkennen, das wir alleine verloren sind und nur gemeinsam eine Zukunft haben.

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  • Flørigni am 09.05.2017 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was der Mensch noch erreichen könnte...

    Geld aus dem Militärtopf in die Forschung! Erschaffen statt zerstören! Eines tages werden Fusionsreaktoren die leuchtenden Fackeln der Zivilisation sein, wenn wir uns nicht vorher selbst atomisieren.

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  • Meck am 09.05.2017 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Energie welche reingesteckt wird

    kommt als Erkenntnisgewinn um ein Vielfaches zurück und das Problem der Energiegewinnung könnte dadurch endlich gelöst werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 10.05.2017 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Mit diesen Aperaturen werden die nichts erreichen, das Ganze, ist sehr viel komplexer. Die absolute Wahrheit werden die nie herausfinden.

  • Chengi am 10.05.2017 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Stargate für Annunaki

    Das ist das Olten der Aliens, ein Verkehrsknotenpunkt der Dimensionen, man steigt um und verschwindet ins schwarze Loch, mit oder ohne Halbtax...;OD

  • kurt am 10.05.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nur mal so, aus Neugier

    Vorweg: Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Mal angenommen durch eine Reaktion, die durch den Beschuss durch Teilchen ausgelöst wurde, geschieht etwas unvorhergesehenes - z.B. eine gewaltige Explosion. Was ist wohl der letzte Gedanke der Forscher der ihnen durch den Kopf schiesst? Wohl "das haben wir nicht kommen sehen".

    • Maximus am 10.05.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      @kurt

      Das sind allerkleinste Teilchen in atomarer Grösse. "gewaltige Explosionen" kann man von daher ausschliessen. Die ganze Teilchenphysik ist auch kein unbekanntes Neuland, darüber weiss man sehr viel. Der Beschleuniger hat die Aufgabe, dieses Wissen zu bestätigen (oder zu verwerfen). Sie können beruhigt sein, die Leute wissen schon sehr genau, was sie da tun.

    • Conan der Zyniker am 10.05.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      bei einer Explosion

      schiessen denen ganz andere Dinge durch den Kopf als Gedanken: Trümmerteile, Schrauben etc.

    • derbümi am 10.05.2017 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      nur mal so maximus

      die Teilchen sind kaum in atomarer Grösse, dann währen es Atome, sie sind viel kleiner.

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  • Rita B. am 10.05.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Alles nur Schwachsinn und Geldvernichtung. Spielplatz für Grosse die nie Gros geworden sind. Mit diesem verschwendeten Geld würde man besser zum Volk schauen, aber eben, jedem sein Spielplatz. Lieber die Bevölkerung noch mehr Schränzen mit KK Erhöhungen und überall Radarfallen aufstellen da sind wir Spitze.

    • Meck am 10.05.2017 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Der realistische Weg

      Da der Mensch in erster Linie für sich selber schaut, bringen vorallem technischer Fortschritt und Wissensgewinn mehr Wohlstand und Lebensqualität für die breite Masse. Deshalb würde ich weiterhin grossflächig in Wissenschaft und Bildung investieren ..

    • tomtom am 10.05.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich

      Unglaublich und auch sehr beängstigend, dass es tatsächlich Leute gibt, welche sich gegen den Fortschritt stellen. Der Wissensdrang liegt in der Natur des Menschen. Wer so denkt wie Sie ist eine Gefahr für unsere ganze Rasse!

    • Der Baum am 10.05.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Meck

      So, so, überleg mal: Steinzeit: ca 500.000 Jahre. Bronzezeit: ca 2000 Jahre. Eisenzeit: ca 2000 Jahre. Industriezeitalter: ca 200 Jahre. Computer/Atom Zeitalter: ca 40 Jahre, und es geht jetzt schon bereits den Bach runter .. Also, dann sag mir doch bitte mal welches Zeitalter das beste war?

    • Meck am 10.05.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      @der Baum

      Angenommen, sämtliche Zeiten würden parallel existieren, dann würde das Jahr 2017 (liberale, westliche Gesellschaft) wohl als Alltagslebensraum von der grossen Mehrheit bevorzugt?

    • Unnutz am 10.05.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Rita B.

      Hoppla... Da ist scheinbar jemand unglücklich in seinem Hamsterrad. Hop hop schön weiterdrehen... nicht zu schnell und nicht zu langsam.

    • Der Baum am 10.05.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Meck

      Es braucht keine deiner Hypothesen um aus meinem Beispiel heraus zu interpretieren, dass sogenannte primitive Technologien langfristig um ein x-faches besser verträglich sind mit unserer Erde und der Menschheit.

    • Papierlischweizer am 10.05.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      Uggaaah...

      Lieber Baum. Um Ihre erste Frage zu beantworten: Die Steinzeit. Da konnte man sich jede Frau nehem, die einem gefiel, vom Aussterben bedrohte Arten bejagen, seinem Gegenüber eine Keule über die Rübe ziehen und wurde von niemandem dafür belangt, was dann auch gleich Ihre Hypothese widerlegen würde, wonach primitive Technologien verträglich mit der Menschheit seien.

    • Der Baum am 10.05.2017 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      @Pseudo-schweizer

      Woher wissen Sie wie das Leben während der Steinzeit war? Der Beweis, dass die Menschen damals offensichtlich intelligenter waren als viele heute, ist, dass sie primitive Technologie einsetzten. Und damit sich selber und die Umwelt nicht zerstörten. Zu Ihrem Argument: Heute können zwiespältige Nationen Massenzerstörungswaffen auf zivile Ziele abwerfen und werden nicht belangt. Neben menschlicher Tragödien wird auch noch die Natur durch solche atomare Waffen und AKW's auf Jahrtausende hinaus zerstört. Sie müssen sich etwas mehr Mühe geben, wenn Sie mit mir diskutieren wollen.

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  • Typhoeus am 10.05.2017 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wissen ist Macht

    vor allem auf dem Gebiet der Teilchenohysik.