Stachelig und bissig

30. Juli 2019 20:42; Akt: 30.07.2019 20:42 Print

Nimm dich in den Ferien vor diesen Tieren in Acht

Kürzlich hat eine Spinne in Kroatien für Aufsehen gesorgt, obwohl sie harmlos ist. Doch es gibt im Mittelmeerraum auch durchaus gefährlichere Tiere.

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Es war wohl eine Apulische ­Tarantel, deren Bild (siehe Video oben) vor ­einigen Tagen bei Kroatien-Touristen für Panik sorgte. Der Körper der Spinne kann bis zu drei Zentimeter lang werden und zusammen mit den langen ­Beinen kommt sie auf eine stattliche Grösse. So mag sie vielleicht furchteinflössend ausschauen, beisst aber höchstens zu, wenn sie stark provoziert wird. Ausserdem ist ihr Gift für Menschen ungefährlich.

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Wurdest du in den Ferien schon einmal von einem dieser Tiere gestochen oder gebissen?

Doch ganz so harmlos wie die Apulische ­Tarantel ist nicht jedes Tier in den europäischen Sommerferienländern am Mittelmeer. Hier eine Auswahl.

Schwarze Witwe
Einer dieser unangenehmen Zeitgenossen ist die Europäische Schwarze Witwe. Das Weibchen misst 15 Millimeter, das Männchen wird fünf Millimeter lang. Sie gilt als die giftigste Spinne Europas, ist aber nicht angriffslustig.

Nach einem Biss dauert es einige Minuten bis sich Symptome zeigen. Diese umfassen starke Bauch-, Kopf- und Muskelschmerzen. Sie halten bis zu mehreren Tagen an, verschwinden dann aber unbehandelt wieder.


Die Europäische Schwarze Witwe (Latrodectus tredecimguttatus). (Bild: iStock/Frank Buchter)

Hornviper

Die Europäische Hornviper, auch Hornotter oder Sandotter genannt, zählt neben den auch bei uns vorkommenden Kreuzottern und Aspisvipern zu den giftigsten Schlangen Europas. Sie ist in Griechenland, den Balkanstaaten und Nordostitalien heimisch. Ihr Biss kann im schlimmsten Fall zu Lähmungen und Atemnot führen. Wird rechtzeitig ein Antiserum eingenommen, lassen die Symptome rasch nach. Eine wirkliche Gefahr sind sie nur für Kleinkinder und Menschen mit einem schwachen Herzen.

Die Europäische Hornviper (Vipera ammodytes). (Bild: Getty/DeAgostini)

Petermännchen

Petermännchen sind je nach Art 15 bis zu 50 Zentimeter lang. Die Fische graben sich in flachem Wasser in Sand oder Schlamm ein. Dort warten sie reglos auf Beute. Nähert man sich einem Fisch, verschwindet er nicht, sondern fährt Rücken- oder Kiemenstacheln aus. Tritt man drauf, dringt das Gift blitzschnell in den Körper ein. Die Folgen sind extrem starke Schmerzen, die unbehandelt mehrere Tage anhalten können.


Das Gewöhnliche Petermännchen (Trachinus draco). (Bild: iStock/_jure)

Leuchtquallen

Im Mittelmeer ist neben der Kompassqualle vor allem die Leuchtqualle anzutreffen. Ihr Schirm hat einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern, die Tentakeln werden bis zu einem Meter lang. Kommt es zur Berührung, dringen die auf den Nesselzellen sitzenden Harpunen tief unter die menschliche Haut. Das Gift sorgt für starke Schmerzen und führt zu Rötungen und Schwellungen, selten zu Übelkeit und Kopfweh.


Die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca). (Bild: iStock/Damocean)

Portugiesische Galeere

Eigentlich ist die Portugiesische Galeere im Atlantik heimisch. In den letzten Jahren wurde sie aber auch im Mittelmeer gesichtet. Sie ist eine sogenannte Staatsqualle, die aus Hunderten spezialisierten Polypen besteht. Ihre Tentakeln werden Dutzende Meter lang. Berühren sie menschliche Haut, entstehen starke Schmerzen und rote Striemen. Die Schmerzen verstärken sich noch, wenn das Gift die Lymphknoten erreicht.


Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis). (Bild: iStock/Katia Kalinowski)

Feldskorpion

Der Feldskorpion ist mit einer Länge von bis zu 12 Zentimetern einer der grössten Skorpione Europas. Wie bei den anderen europäischen Skorpionarten ist sein Stich mit einem Bienenstich vergleichbar. Die Schmerzen können heftig ausfallen, lassen aber nach einigen Stunden wieder nach. In schweren Fällen können Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Schweissausbrüche, Kreislaufkollaps oder Atembeschwerden die Folge sein.


Der Feldskorpion (Buthus occitanus). (Bild: iStock/Ian_Redding)

Europäischer Riesenläufer

Dieser auch Mittelmeerskolopender genannte Hundertfüssler wird rund 10 Zentimeter lang und ist im ganzen Mittelmeerraum verbreitet. Er ist nachtaktiv und ernährt sich von Insekten und kleinen Eidechsen. Da er angreift, wenn er sich bedroht fühlt, sollte man einen grossen Bogen um ihn machen. Sein Gift ist für Menschen zwar harmlos, trotzdem ist ein Biss des Europäischen Riesenläufers ausgesprochen schmerzhaft.


Der Europäische Riesenläufer (Scolopendra cingulata). (Bild. Getty)

Schwarzer Seeigel

Der Schwarze Seeigel ist genauso wie sämtliche anderen Seeigel des Mittelmeers nicht giftig. Dennoch kann eine Begegnung mit einem Exemplar sehr schmerzhafte Folgen haben, denn seine mit Widerhaken versehenen Stacheln durchdringen problemlos die Haut und können in der Wunde abbrechen. Mit einer Pinzette können sie jedoch meist selbst entfernt oder alternativ mit Essig aufgelöst werden. Wegen des Entzündungsrisikos sollte man sehr tief sitzende Stacheln besser von einem Arzt entfernen lassen.


Der Schwarze Seeigel (Arbacia lixula). (Bild: iStock/sangriana)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sabi81 am 30.07.2019 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf...

    Dumm nur, dass man quallen oft erst sieht, wenn es zu spät ist.

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  • G.D. am 30.07.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer

    Hättet ihr das nicht im Juni bringen sollen? Die Sommerferien sind ja bald wieder vorbei!

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  • Ferrari2005 am 30.07.2019 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Portugiesische Galeere Gran Canaria

    Die Portugiesische Galeere habe ich im Norden Gran Canarias gesehen. Sie trieb in einem zum Meer hin offenen Naturpool. Sie wirkte wie eine Plasiktüte, die auf dem Wasser treibt. Eindrücklich und unheimlich. Es badete niemand mehr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • baba am 31.07.2019 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schwimmschuhe anziehen

    waren gerade 2 Wochen am Mittelmeer im Badeurlaub. Mein Kind ich und mein Mann waren praktisch die Einzigen die Badeschuhe getragen haben. Aber als Taucher wissen wir was für Gefahren auch am Sandstrand des Mittelmeers lauern, da wir sie schon bei Tauchgängen selbst gesehen haben (Petersmännchen, Feuerwürmer, Quallen usw ganz zu schweigen von Scherben und scharfkanntigen Muscheln)

  • M.G. am 31.07.2019 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Überfischung der Meere

    ist die Hauptursache für die extreme Vermehrung der Quallen. Dadurch sind die Fressfeinde der Quallen dezimiert worden.

  • The Traveller am 31.07.2019 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Quallen

    Leider werden Quallen im Meer mit Plastiktüten verwechselt. Mein kleiner Bruder hat vor einigen Jahren eine mit der Hand gegriffen. Dass dies schmerzhaft für ihn war, muss ich nicht erwähnen.

  • Frau von Witikon am 31.07.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Anaphylaktischer Schock durch Würfelqualle

    Ganz wichtig: Verletzungen durch Quallen NIEMALS mit kaltem Wasser behandeln, sondern sofort mit Essig besprühen (Zerstäuber gehört mit in die Strandtasche) und nicht trockreiben! Dann möglichst lange (bis 40 Minuten) in die heisse Badewanne oder lange unter die heisse Dusche. Alles andere kann zu einem anaphylaktischen Schock und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Kein Ammenmärchen, ist mir passiert, zum Glück ohne Todesfolge

  • Nadine am 31.07.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Galeere

    Die Portugiesische/Spanische Galeere kann sehr wohl tödlich sein bzw. auch bei jedem gesunden Menschen einen Atemstillstand verursachen. Ist im offenen Meer nicht gerade optimal.. die Tentakel können etliche Meter lang werden!