165 Länder im Vergleich

09. Mai 2012 23:10; Akt: 10.05.2012 11:09 Print

Nirgendwo leben Mütter besser als in Norwegen

Skandinavischen Müttern geht es weltweit am besten. Die Schweiz landet auf einem mittelmässigen 18. Platz. Trauriges Schlusslicht des 13. Mütter-Reports ist Niger in Westafrika.

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Tiefe Müttersterblichkeit, viel Mutterschaftsurlaub: Mütter in Norwegen haben es gemäss dem Report der Kinderrechtsorganisation Save the Children am besten. (Bild: Keystone)

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Müttern in Niger geht es einem weltweiten Vergleich zufolge am schlechtesten. Damit löst das von einer Dürreperiode heimgesuchte Land in Afrika erstmals seit mehreren Jahren Afghanistan auf dem letzten Platz des weltweiten Rankings zur Lage von Müttern ab.

Die Rangliste beruht auf dem 13. Mütter-Report der Kinderrechtsorganisation Save the Children, der 165 Staaten vergleicht. Demnach haben Mütter in Norwegen wie im Vorjahr die besten Lebensbedingungen, gefolgt von Island und Schweden. Die Schweiz befindet sich auf Rang 18.

Norwegen und Niger im Vergleich

Untersucht wurde das Leben der Mütter und ihrer Kinder, einerseits in den ersten 1000 Tagen ab Schwangerschaft, andererseits im Bezug auf das Leben einer Frau in der Gesellschaft. Wie unterschiedlich die Bedingungen auf der Welt verteilt sind, machen die Zahlen des ersten und letzten Platzes deutlich.

In Norwegen wird praktisch jede Geburt von ausgebildetem medizinischem Personal assistiert - in Niger nur jede dritte. Für norwegischen Frauen stehen die Chancen 1:175, dass eines ihrer Kinder stirbt, bevor es 5 Jahre alt wird. In Niger stehen sie 1:7, wodurch jede Mutter im afrikanischen Land statistisch gesehen ein Kind verliert. Eine Frau in Niger geht im Schnitt vier Jahre zur Schule - die durchschnittliche schulische Ausbildung der Norwegerinnen dauert über das vierfache. Der Frauenanteil im norwegischen Parlament ist 40 Prozent. In Niger sitzen nur 13 Prozent Parlamentarierinnen.

Schweiz gibt Müttern und Kindern wenig Zeit

In den Industrieländern wurde auch der Mutterschaftsurlaub unter die Lupe genommen. In diesem Punk schneidet die Schweiz im Vergleich miserabel ab: 14 Wochen mit 80 Prozent Lohn. Da überholen nicht nur die skandinavischen Länder. Serbische Mütter bleiben ein Jahr mit vollem Lohn zuhause. In Italien gibt es 5 Monate mit 80, in England ein Jahr mit 90 Prozent Lohn. Schlechter als in der Schweiz haben es eigentlich nur die Mütter in den USA (12 Wochen, kein Lohn) und Japan (14 Wochen, 67 Prozent Lohn).

Von den zehn Ländern am unteren Ende der Rangliste stecken sieben mitten in einer Nahrungsmittelkrise. Und das Leben der Mütter prägt das ihrer Babys: Vier der zehn Länder verzeichnen laut der Hilfsorganisation eine Zunahme an dauerhaften geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen, hervorgerufen von chronischer Mangelernährung. In Niger etwa bedrohe die immer schlimmer werdende Dürre das Leben von Hunderttausenden Kindern.

«Es bedarf mehr politischen Engagements, um flächendeckend nachhaltige Initiativen zur gesunden Ernährung von Müttern und Säuglingen und letztlich ihr Überleben zu gewährleisten», sagte Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland, Kathrin Wieland, bei der Präsentation des Berichts am Dienstag in Berlin.

Stillen verbessert Leben

Einfache Massnahmen, wie die Bereitstellung von Eisen, Zink und Vitamin A, das ausschliessliche Stillen, vollwertige Beikost und verbesserte Hygiene könnten das Leben von Millionen Kindern und Frauen dauerhaft verbessern - vor allem in der Entwicklungsphase in den ersten 1000 Tagen beginnend ab der Schwangerschaft.

«Unser Bericht zeigt, dass alleine Muttermilch jährlich eine Million Kinder vor dem Tod bewahren kann. In allen Ländern müssen Richtlinien und Programme eingeführt werden, die Mütter zum Stillen ermutigen und dabei unterstützen», forderte Wieland.

(sda/fvo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner am 10.05.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Adoptionen

    Noch besser ist es bei Adoptionen in der Schweiz: Da gibt es KEINEN Mutterschaftsurlaub. Obwohl es nicht anders ist als bei Geburten. Himmeltraurig nenn ich sowas.

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  • Kujta am 10.05.2012 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2Jahre

    Falsch in Serbien 2Jahre den vollen Lohn nicht 1jahr!

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  • Andrea Spycher am 10.05.2012 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    In CH wird zu wenig getan

    80% Lohn in der Schweiz ist ja in Ordnung, finde aber 14 Wochen zu wenig. Abgesehen davon wird für Kinder zu wenig getan - als alleinerziehende, berufstätige Mutter ohne Verwandschaft in der Nähe muss ich die hohen Kosten für den Krippenplatz bezahlen - abgesehen von den CHF 200.- Kinderzulage (was knapp für Kleider und Essen ausreicht) erhalte ich keinerlei Unterstützung

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau am 10.05.2012 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mutteschaftsurlaub

    Habt ihr euch mal überlegt, dass ein verlängerter Mutterschaftsurlaub, die Stellung von uns Frauen massiv verschlechtern würde? Welcher Arbeitgeber würde dann noch Frauen anstellen, wenn er immer befürchten müsste, dass sie ewig lang ausfallen? Man würde Frauen noch weniger Karriere machen lassen, da man es sich im Management etc einfach nicht erlauben kann, mal schnell ein paar Monate auszufallen.Ich als Frau im "Kinderbekommalter" habe es schon genug schwer, weil mir in der Firma überall Misstrauen entgegenschlägt und alle Angst haben, dass ich bald mal einen auf Mami mache.

  • Frau am 10.05.2012 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbessert das gesetz 

    Unterstützt endlich besser die Mütter! Und zwar per Gesetz! In dieser ist- Situation übetlegt man soch zweimal ob ein Kind sinnvoll ist, wenn ich nachher sowieso nach wenigen Wochen wieder arbeiten muss... Da hinkt die Schweiz weit hinten nach.

  • Berner am 10.05.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Adoptionen

    Noch besser ist es bei Adoptionen in der Schweiz: Da gibt es KEINEN Mutterschaftsurlaub. Obwohl es nicht anders ist als bei Geburten. Himmeltraurig nenn ich sowas.

    • muster. am 13.05.2012 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Adoptionen

      oh ja dazu kommt, dass Adoptivkinder viel Zeit zum Ankommen in ihrer neuen Familie benötigen! Ebenso die Adoptivmutter braucht Zeit. Es gibt Krankenversicherungen die solchen Familien gegenüber klasischen Familir in ihrem Vers.System benachteiligen!

    • Ich am 14.05.2012 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Berner

      Warum adoptiert man denn ein Kind wenn man eh Arbeiten will?

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  • dase am 10.05.2012 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Kinderzulagen

    Die Schweiz ist zu Teuer um alles zu Bezahlen so läuft das und ich verstehe nicht warum ausländer in die Schweiz zuwandern und 3-8 Kinder machen?

  • T. am 10.05.2012 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realitaet 

    Das find ich auch, das man in der Schweiz allgemein zu wenig Zeit hat für die Kindern. Dadurch werden sie agressiver und viel andere Nachteile.