Kadaver angespült

16. April 2019 17:01; Akt: 16.04.2019 17:01 Print

Hat türkische Marine 15 Delfine auf dem Gewissen?

Nachdem mehrere tote Delfine an der griechischen Künste angespült worden sind, haben örtliche Medien einen Schuldigen im Visier: die türkische Marine.

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Delfine machen schwere Zeiten durch: Erst wurden an der französischen Atlantikküste über 1000 tote Delfine angespült, nun häufen sich die Tierkadaver an Stränden der Nordägäis. Einige Säugetiere werden direkt tot angeschwemmt. Andere, die noch Lebenszeichen aufweisen, wollen nicht zurück ins Meer.

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Weil das Delfinsterben nach einem grossangelegten Manöver der türkischen Marine mit über 100 Kriegsschiffen einsetzte, haben griechische Medien bereits einen Schuldigen ausgemacht: das Sonar, das bei der Übung eingesetzt wurde, habe die Tiere getötet.

Militär wehrt sich

Das türkische Verteidigungsministerium lässt den Vorwurf nicht auf sich sitzen und widerspricht mit einem auf Twitter veröffentlichten Video:


Darin sieht man Delfine munter neben den Kriegsschiffen durchs Wasser springen. Der Clip soll zeigen, dass man sehr umsichtig mit der Umwelt umgehe.

Experten mahnen zur Vorsicht

Natascha Komninou, Delfinexpertin von der Universität Thessaloniki, findet die Anschuldigungen der griechischen Medien voreilig. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur DPA. Es gebe noch keinerlei Beweise oder Hinweise. Solange die Kadaver nicht obduziert seien, «können wir auch nicht über die Ursachen befinden».

Thodoris Tsimpidis, Direktor des Archipelagos Institute of Marine Conservation, betont in einem Statement dennoch, dass die Auswirkungen des Sonars nicht ausser Acht gelassen werden sollten. «Obwohl es Zeit braucht, um diesen Zusammenhang zu prüfen, darf dieser beispiellose Druck auf die Meerestiere und das umgebende Ökosystem nicht als Ursache übersehen werden.»

So sei bekannt, dass starkes militärisches Sonar Meeressäuger schädigen könne. Im schlimmsten Fall könne es zu Gewebeschädigungen in Kopf und Lungen der Tiere führen. Hinweise dafür wurden laut DPA bislang aber noch nicht gefunden.

Mehr Kadaver als in 2018

Anders als im Fall der vor Frankreich verendeten Delfine, in dem davon ausgegangen wird, dass Fischernetze für das Massensterben verantwortlich sind (siehe Video unten), könnte in den griechischen Gewässern laut Tierarzt auch ein Virus schuld sein.

Tierschützer sehen die europäischen Delfinbestände gefährdet. (Video: 20M)

Die Ursache auszumachen, ist laut den Experten äusserst wichtig. Die Zahlen seien einfach zu hoch, so Tsimpidis Kollegin Anastasia Miliou. Waren es im vergangenen Jahr im gleichen Zeitraum zwei tote Delfine, sind es 2019 bereits mindestens 15 verendete Exemplare. Dazu gibt es laut den Forschern eine Dunkelziffer, da viele Kadaver bereits im Meer gefressen werden dürften.

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • moderator am 16.04.2019 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    perspektivenwechsel

    Amateur am Werk oder gezielt Hass streuen? in Frankreich starben letzte Woche 1000 Stk. - keine Vermutung oder kein Übeltäter (Mutternatur) im der Türkei sterben 15 Stk. und es wird schon angenommen die Marine/ Regierung/Erdogan haben damit zu tun

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 16.04.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das zeigt wie überflüssig

    Kriegsspiele sind.

    einklappen einklappen
  • worldcitizen am 17.04.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht logisch?

    Aber natürlich waren es die bösen Türken. Wer den sonst?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 18.04.2019 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Glaube kaum dass da die türkische Marine schuld ist, eher die vielen Touristen deren Abwässer einfach ins Meer geleitet werden. Somit sollte jeder selbst an der Nase nehmen der an der türkischen Riviera Ferien macht.

  • Didi Weidmann am 18.04.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vermutlich ist Müll die Todesursache!

    Ich würde mich nicht wundern, wenn man in den Mägen dieser Tiere Plastikteile finden wird, denn der menschliche Müll ist eine der Hauptursachen für den Tod zahlreicher Tiere! Die Griechen gehören dabei zusammen mit den Italienern mit zu den grössten Verschmutzern des Mittelmeers, aber auch die Türken helfen fleissig mit. Allerdings tragen wir alle auf der Welt Mitschuld an diesem Debakel. Schuldzuweisungen bringen jedoch nichts, wir müssen dieses Problem gemeinsam mit allen Völkern der Welt lösen und zwar schnell!

  • sinsa am 18.04.2019 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flipper...

    Schade um die Tiere! Aber immer gleich bei jedem Thema, Türkei,Erdogan oder AKP in der Überschrift zu verurteilen ist nicht in Ordnung.

  • Bruni am 18.04.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Komische Sache, nur 15 Delfine? Was ist denn mit all den anderen Fisch Arten und sonstige Meeresbewohner? Ich denke da müsste zuerst gründlich recherchiert werden und eine Obduktion hilft sicher auch weiter.

  • Nationless am 18.04.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann zur Probe werden

    ob Europa mehr Delfine als Türken liebt. Ich befürchte wir Westeuropäer mögen mehr Delfine als die Türken obwohl sie uns nichts gemacht haben.