Neurowissenschaft

15. Juni 2011 19:19; Akt: 15.06.2011 19:20 Print

Ob Ohrwurm oder nicht, verrät das Teenie-Hirn

Chart-Erfolg oder Flop? Anhand der Reaktionen in Hirnarealen von Teenagern lässt sich offenbar das Potenzial eines Hits erkennen.

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Achtung: Am Ende dieser Bildstrecke werden Fotos eines menschlichen Gehirns gezeigt! Empfangen wurden die Besucher der Universität Irchel mit der Bilderausstellung «Life Science Art» Ein kunstvoller Blick hinter die Schale eines Hühnereis. Gerade beim Balancieren müssen die Bilder vom Gehirn blitzschnell - beispielsweise in die Hände - übertragen werden. Ein von Forschern der Uni Zürich entwickeltes Gerät setzt diesen Ablauf technisch um. Zwei Sensoren (einer an der x-, ein anderer an der y-Achse) leiten die Signale an die Plattform weiter, auf der der angespitzte Bleistift balanciert wird. Die Funktion menschlicher Neuronen (Nervenzellen) kann künstlich mittels elektronischer Neuronen nachempfunden werden. Ein Chip beinhaltet 2000 dieser künstlichen Neuronen. Vom Sinnesorgan zum Gehirn. Während der Brainfair 2009 mehr als reine Theorie. Wie Hirnströme sichtbar gemacht werden,... ...durften die Besucher am eigenen Leib - beziehungsweise Kopf - erfahren. Dieses Gerät kann für die Schulung der Motorik von Hirnverletzten genutzt werden. Natürlich blieb es auch hier nicht bei der blossen Theorie. Weiter gings zum Anatomie-Vortrag: Damit man folgen konnte, gabs für jeden Zuhörer leihweise eine Gehirnhälfte - aus Gummi. Der Dozent selbst verfügte neben seinem eigenen über ein weiteres, echtes Expemplar. Gehirn: Ohne dich wären wir aufgeschmissen! Das Kleinhirn: Zentrum unserer Motorik und Kern diverser Lernvorgänge. Prof. Oliver Ullrich erklärte seinen gebannt lauschenden Zuhörern das Zusammenspiel von Gehirn und Umwelt. Damit alles genau mitverfolgt werden konnte... ...gabs eine Liveübertragung via Bildschirm. Ganz Mutige durften zum Schluss des Vortrags... ...ein echtes menschliches Gehirn anfassen.

Einen Blick ins Gehirn gefällig? Bitteschön!

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Sogenannte Artist-and-Repertoire-Manager (A&Rs) entscheiden bei Musikkonzernen, welcher Künstler einen Vertrag bekommt und entsprechend für den Markt «aufgebaut» wird. Doch Optik und Begabung sind nur die halbe Miete: Um es in den Pop-Olymp zu schaffen, muss ein Hit her, ein Song, der so richtig einfährt und in den Hirnwindungen hängen bleibt.

Teenie-Gehirn erkennt Hit-Potential

Ein Phänomen, das sich wissenschaftlich messen lässt? Neuroökonom Gregory Berns von der Emory University in Atlanta, USA, hat «chicagotribune.com» zufolge einen solchen Indikator gefunden – wenn auch eher zufällig: 2006 wollte Berns mit seinem Team im Rahmen einer Studie herausfinden, wie sich Gruppenzwang auf die Entscheidungsfindung von Teenagern auswirkt. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler insbesondere auf Aktivitäten des präfrontalen Kortex und des ventralen Striatums, also auf die Regionen des Gehirns, in denen Prozesse zur Enscheidungsfindung ablaufen. Sichtbar machten sie die Reaktionen mittels bildgebender Verfahren (MRI).

Während der Versuchsphase durften sich 27 Probanden im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren 120 Songs anhören, die allesamt vom Portal MySpace und von eher unbekannten Künstlern stammten. Einer dieser damals unbekannten Songs sollte nur drei Jahre später zum Welthit werden: «Apologize» von One Republic.

Unterbewusst zur besseren Trefferquote

Zufall? Berns und seine Kollegen wollten es genauer wissen. In einer Folgestudie ergründeten die Forscher die Fähigkeit zur Hiterkennung von Teenagern. Zu diesem Zweck analysierten sie rückwirkend die Verkaufszahlen der für die 2006er-Studie verwendeten Songs und verglichen sie mit den gemessenen Hirnreaktionen der Testteilnehmer – mit überraschendem Resultat: Die durch die Hirnreaktionen gemessenen Prognosen über Chart-Hit oder Flop stimmten zu 90 Prozent mit dem späteren Erfolg oder Misserfolg des Titels überein.

Interessanterweise wurde diese Entscheidung unterbewusst gefällt: Im Vergleich zu einer zuvor bei den Teenagern erhobenen Einschätzung prognostizierten die beobachteten Gehirnareale der selben Probanden Erfolg und Misserfolg eines Songs deutlich besser. Vielleicht ein nützlicher Hinweis für A&R-Manager, die sich in Bezug auf das Hit-Potential eines Songs unschlüsslig sind.

Die Studie wurde im Fachmagazin Journal of Consumer Psychology publiziert.

(rre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hanspeter Niederer am 15.06.2011 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pseudo-Wissenschaftler

    Hört auf, Steuergelder zu verbraten mit solch idiotischen Forschungsprojekten. Man kann den Teenie nämlich einfach fragen, wie ihm der Song gefällt. That's it, ihr schlecht programmierten Pseudo-Wissenschaftler.

  • Musikhörer am 15.06.2011 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So funktioniert das irgendwie auch nicht

    Ich mag dt. Rap und andere manche finden ihn schlecht Man kann es so sagen aber es gibt viele geschmäcke

  • Sebi K. am 15.06.2011 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wer sich ein bisschen mit Musik auskennt

    weiss das ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • musiker am 18.06.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    musik die wie der wurm rein geht und nicht mehr hinaus ist "melodisch", seit bald 15 jahren ist diese "pop" musik passé.....umsonst geht ein sog. sternchen so schnell wie es gekommen ist

  • Michael Meier am 15.06.2011 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    Hits?

    Ich weiss nicht ob ich ein Einzelfall bin, aber ich kann kaum eines der Lieder, welches als "Hit" angepriesen wird auch nur zu Ende hören... Mir scheint es, als ob es heutzutage keine qualitative Musik mehr gibt!

    • Michi F am 16.06.2011 07:38 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Musik

      doch die gibts noch auch wenn meistens nicht in den charts...

    einklappen einklappen
  • Sebi K. am 15.06.2011 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wer sich ein bisschen mit Musik auskennt

    weiss das ;-)

  • T.T. am 15.06.2011 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hits=Marketing

    Viel einfacher. Hits werden per Marketing gemacht. Hat rein gar nichts mit Qualität oder Ohrwurm zu tun. Das gleiche gilt auch Bestsellers. Alles nur getürkt.

    • F.Z. am 15.06.2011 22:49 Report Diesen Beitrag melden

      Money

      Bin genau Deiner Meinung! Marketing (und das zur Verfügung stehende Geld für Marketing) entscheidet ob es ein Hit wird oder nicht.

    • insider am 15.06.2011 23:40 Report Diesen Beitrag melden

      4 Akkorde 36 Songs

      Ohrwürmer gibts viele und sind einfacher zu produzieren als so manch einer glaubt! Watch Youtube: "4 Akkorde 36 Lieder"!

    einklappen einklappen
  • Hanspeter Niederer am 15.06.2011 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pseudo-Wissenschaftler

    Hört auf, Steuergelder zu verbraten mit solch idiotischen Forschungsprojekten. Man kann den Teenie nämlich einfach fragen, wie ihm der Song gefällt. That's it, ihr schlecht programmierten Pseudo-Wissenschaftler.