Gefährliche Essensreste

12. Januar 2020 16:47; Akt: 12.01.2020 16:59 Print

Operation am offenen Herzen – wegen Popcorn

Nachdem Adam Martin aus Cornwall sich ein Stück Puffmais aus den Zähnen gepult hatte, ging es im zusehends schlechter. Schliesslich bestand Lebensgefahr.

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Nie wieder Popcorn – das hat sich Adam Martin aus Cornwall geschworen. Der Grund: Ein Stück davon hatte sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt. Bei dem Versuch, das widerspenstige Popcornstück mithilfe von Alltagsgegenständen wie einem Stiftdeckel, einem Zahnstocher, einem Stück Draht und sogar einem Metallnagel zu entfernen, fing er sich eine lebensgefährliche Infektion ein. Das merkte Martin jedoch zunächst nicht. Die Symptome – darunter nächtliche Schweissausbrüche, grosse Müdigkeit und ständige Kopfschmerzen – deutete er stattdessen als Anzeichen einer Grippe. Erst als sein Bein anfing, stark zu schmerzen, suchte er ein Spital auf. Dort erkannten die Mediziner sofort, wie schlimm es um den Briten stand. Über die Verletzungen in seinem Mund waren wohl Bakterien über sein Blut zum Herzen gelangt, wo sie eine Endokarditis ausgelöst hatten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut. Der Infekt hatte bereits Martins Herz angegriffen. «Die Infektion hatte meine Herzklappen richtiggehend aufgefressen», so Martin zu Cornwalllive.com. «Ich war dem Tod schon sehr nahe.» In einer siebenstündigen Operation gelang es den Ärzten jedoch, diese zu ersetzen. Ende Oktober konnte Martin aus dem Spital entlassen werden. Wäre die Infektion früher erkannt worden, hätte sie Medienberichten zufolge noch mit Antibiotika behandelt werden können. Das hat auch Martin mittlerweile eingesehen: «Ich hätte einfach direkt zum Zahnarzt gehen sollen.» Und: «Ich werde ganz sicher nie wieder Popcorn essen.»

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Für viele Menschen gehören Hollywoodfilme und Popcorn einfach zusammen. Auch Adam Martin und seine Frau Helen griffen gerne zu. Zumindest war dies bisher so. Doch nach einem Filmabend im September 2019 hat sich ihre Haltung dazu geändert.

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Zunächst quälte den Feuerwehrmann nur ein Stückchen Puffmais, das sich zwischen seinen Zähnen festgesetzt hatte. Entsprechend engagiert bemühte sich der 41-Jährige, den Fremdkörper wieder loszuwerden. Dabei nutzte er alles, was ihm in die Finger kam: einen Stiftdeckel, einen Zahnstocher, ein Stück Draht und sogar einen Metallnagel. Jedoch ohne Erfolg – das Popcorn blieb, wo es war.

Dafür entzündete sich sein Zahnfleisch und seine Zähne fingen an zu schmerzen. Das irritierte ihn jedoch nicht weiter.

Gerade noch rechtzeitig

Doch dann verschlechterte sich Martins Zustand mit jedem Tag. Er war ständig müde und hatte Kopfschmerzen. Nachts litt er unter Schweissausbrüchen. Ausgehend von den Symptomen dachte der 41-Jährige, er sei an Grippe erkrankt, und suchte seinen Hausarzt auf. Hätte er das nicht gemacht, «wäre ich drei Tage später tot gewesen», so Martin zu Cornwalllive.com.

Der Mediziner stellte erhöhte Entzündungswerte fest, eine Ursache konnte er jedoch nicht ausmachen. Er verschrieb seinem Patienten ein Medikament und schickte ihn heim.

Lebensbedrohlicher Infekt

Doch statt dass der Zustand Martins besser wurde, verschlechterte er sich immer weiter. Zu den Grippesymptomen gesellten sich starke Schmerzen in den Beinen. Als sich unter seinem linken Fuss auch noch eine Blutblase bildete, suchte er ein Spital auf.

Dort erkannten die Mediziner endlich, wie schlimm es um den Briten stand. Über die Verletzungen in seinem Mund waren wohl Bakterien über das Blut zum Herzen gelangt, wo sie eine Endokarditis ausgelöst hatten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenhaut.

Blutblasen, wie die unter Martins Fuss – sogenannte Janeway-Läsionen – gelten als typisches Anzeichen für die Erkrankung.

Lektion gelernt

Der Infekt hatte das Herz des 41-Jährigen bereits schwer angegriffen. «Die Infektion hatte meine Herzklappen richtiggehend aufgefressen», so Martin zu Cornwalllive.com. «Ich war dem Tod schon sehr nahe.» In einer siebenstündigen Operation gelang es den Ärzten jedoch, diese zu ersetzen. Bereits Ende Oktober konnte Martin aus dem Spital entlassen werden.

Wäre die Infektion früher erkannt worden, hätte sie Medienberichten zufolge noch mit Antibiotika behandelt werden können. Das hat auch Martin mittlerweile eingesehen: «Ich hätte einfach direkt zum Zahnarzt gehen sollen.» Und: «Ich werde ganz sicher nie wieder Popcorn essen.»

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SquishyMuffinz am 12.01.2020 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es lag nicht am Popcorn

    Sondern an seinen schrägen Methoden. Kein Wunder wenn man da mit allem was einem in die Finger kommt das Zahnfleisch verletzt und entsprechende Substanzen in die Blutbahn gelangen. Nächstes Mal dafür vorgesehene Produkte verwenden. Wer verzichtet denn bitte auf Popcorn?! ;)

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  • Jesses Maria am 12.01.2020 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte

    Ja was war jetzt mehr schuld? Monsanto oder der Draht oder der Metalnagel? Wer tut denn sowas?! Wer kommt auf eine solche Idee mit Draht und Nagel an die Zähne??? :O

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  • J.D. am 12.01.2020 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Woah!

    Da seht man einfach der unterschied von den personen... Die wo beim kleinsten boboli nicht zum arzt gehen aber direkt in die notaufnahme und ein riesendrama daraus machen und dann gibt es die wo in lebensgefahr sind und bis zum ende probieren, es selber in griff zu kriegen und wirklich nur als allerletztes in die notaufnahme gehen. Wünsche ihm gute genesung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lisa am 13.01.2020 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig!

    Kann mal jemand den Mann, der einen Hut trägt, davon abhalten, gefühlte 100 Giphys pro Artikel zu posten??? Das ist ja nicht zum Aushalten!!!

  • Pops am 13.01.2020 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesbar

    35 Giphies von einer einzigen Person! Momoll, gute Arbeit, da macht das Lesen Spass.

  • Unglaublitsch am 13.01.2020 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hä!?

    Was hat jetzt die Popcornsorte mit seiner Infektion zu tun? Komische Umfrage. Und wozu gibt es Zahnstocher und Zahnseide?

  • sam am 13.01.2020 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Stimmt ja nicht.! Es war der Nagelzahnstocher mit Bakterien und nicht das Popcorn. Wizige Titel.

    • Medicus am 13.01.2020 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sam

      Die Bakterien, die die Endocarditis auslösen, sind meist Streptokokkem der Viridans-Gruppe. Die sind allgemeiner Bestandteil jeder Mundflora. Die Bakterien sind nicht vom Nagel, aber sind wohl durch die Verletzung in die Blutbahn gelangt. Dazu gehört auch Pech, denn das passiert fast jedem beim Zähneputzen. Durch kleinere Verletzungen gelangen die Balterien in die Blutbahn, jedoch in kleiner Zahl, die das Immunsystem locker bekämpfen kann.

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  • Zahnarzt am 13.01.2020 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück

    hatte dieser Patient keine Pistole in griffweite....