Verstummter Rover

13. Februar 2019 14:32; Akt: 13.02.2019 15:42 Print

Opportunity, bitte melde dich!

Seit Monaten versucht die Nasa, den Mars-Rover zu kontaktieren. Seit einem Sandsturm meldet er sich nicht mehr. Jetzt wurde ein letzter Versuch unternommen.

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Er hatte die Ausdauer eines Marathon-Läufers: Der Mars-Rover Opportunity. 2004 auf dem Mars angekommen, sollte seine Mission ursprünglich 90 Marstage (knapp 92,5 Erdtage) dauern. Daraus wurden 14 Jahre und 219 Tage. Der kleine Rover lief und lief und lief. Auch als seine Schwestersonde Spirit am 22. März 2010 den Geist aufgab, war für Opportunity noch lange nicht Schluss. Bis zu jenem verhängnisvollen 10. Juni 2018, als ein Sandsturm den 174 Kilogramm schweren Roboter erfasste.

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Ist Opportunity verloren?

Seither hat Opportunity keinen Pieps mehr von sich gegeben. Der Rover, dessen Hauptaufgabe es war, auf dem Mars nach Spuren von einstigem Wasser zu suchen, ist für seine Energieversorgung auf mehrere Solarpanels angewiesen. Diese dürften während des Sturms mit einer Staubschicht bedeckt worden sein, wodurch der Rover wohl zumindest kurzfristig einen Blackout erlebt hat.

Wind brachte keine Veränderung

Einige Hoffnungen setzten die Nasa-Experten in den Beginn der windigen Jahreszeit im November: Vielleicht könnte ja eine zünftige Böe die Solarpanels vom Staub befreien. Doch es gab weiter kein Lebenszeichen von Opportunity, der am Rand des 22 Kilometer breiten Endeavour-Kraters steht.

Ob der letzte Versuch, Opportunity zu erreichen, erfolgreich war, wird die Nasa heute um 20 Uhr MEZ verkünden. Dass der kleine Rover einen speziellen Platz im Herzen der Nasa-Verantwortlichen hat, zeigt die Tatsache, dass für die Pressekonferenz Schwergewichte wie der Nasa-Chef Jim Bridenstine, der Schweizer Nasa-Chefwissenschaftler Thomas Zurbuchen und der Opportunity-Projektleiter John Callas persönlich anwesend sein werden. Sollte auch der letzte Kontaktversuch fehlgeschlagen sein, werden sie den ausdauernden Roboter offiziell für tot erklären.

Die Pressekonferenz können Sie hier im Livestream verfolgen:

Livestream von NasaTV.


Update: In einer früheren Version des Artikels wurde das Gewicht des Rovers mit 1063 Kilogramm angegeben. Der Rover wiegt jedoch nur 174 Kilogramm. Die 1063 Kilogramm entsprachen dem Startgewicht der gesamten Raumsonde inklusive Lander, Hitzeschild und weiterer Komponenten.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chrigu am 13.02.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Made in Switzerland!

    Erwähnenswert finde ich, dass Opportunity von Spezialmotoren aus Obwalden von der Firma Maxon Motor angetrieben wird! Bis auf einen Motor, welcher inzwischen leider seinen Dienst quittierte arbeiten alle anderen Antriebsmotoren seit 14 Jahren unter extremsten Bedingungen. Geplant war eine Missionsdauer von 90 Tagen...

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  • Donaldo, Trumpos am 13.02.2019 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Auf dem Mars

    Da hat sicher einer der Aliens beim Versuch ein Selfie zu machen, den Stecker gezogen-

  • Space Max am 13.02.2019 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nummer 5

    Opportunity sieht bisschen aus wie der Roboter aus dem Film "Nummer 5 gibt nicht auf". Ein Science-Fiction-Film aus dem Jahre 1988. Darum, Opportunity gibt nicht auf! Wir vermissen dich!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Prof. Dr. Natris am 14.02.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Reaktor

    Wieso hat man Opportunety nicht einfach einen Atomreaktor mitgegeben. Curyosity hat ja auch so einen dabei. Dann wäre im auch im grössten Staubsturm der Strom nicht ausgegangen!

  • Talos am 14.02.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ghosting!

    jetzt fangen schon Roboter an damit! Gib's auf NASA, Opportunity will nichts mehr von euch wissen, hat aber nicht die Eier euch das direkt zu sagen.

  • Rudi Robb am 14.02.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Idee!!

    Ruft Uri Geller! Der bringt das Ding wieder zum Ticken!!

  • Paul am 14.02.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    Ich habe aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Jugendliche Marsianer das wertvlle Forschungsgerät geklaut und in ihren Bierkeller verschleppt haben. Sie missbrauchen es als Partydekoration. Den Zentralrechner haben sie gehackt und spielen Tetris darauf.

  • Saubermann am 14.02.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist der Anfang..

    Und somit wäre der erste Abfall auf dem Mars angekommen. Wer räumt den Müll jetzt eigentlich weg?

    • Pablo am 14.02.2019 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Saubermann

      Ist ja nicht der erste Roboter dort oben. Und Müll gibts nur auf einem so lebendigen Planeten wie unseren. Dort draussen ist es lebensfeindlich und somit kann etwas dass nicht leben erhällt nicht wirklich vermüllt werden.

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