Glansektomie

11. April 2019 10:02; Akt: 11.04.2019 10:02 Print

Penis-Amputation wegen Dauererektion

von F. Riebeling - Eine langanhaltende Erektion klingt im ersten Moment wünschenswert. Für einen Inder wurde sie aber zum Albtraum: Sie brachte ihn um seine Eichel.

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Weil sein Penis auch nach zwei Tagen Erektion nicht erschlaffen wollte, suchte ein 52-jähriger Inder Ärzte auf. Diese entschieden sich, den Druck auf das Glied zu reduzieren, indem sie mit einem Skalpell ein Loch in die Eichel schnitten. So sollte das angestaute Blut abfliessen können. Doch einen Tag später verfärbte sich die Eichel dunkel. Der Penis des Inders drohte infolge Wundbrands abzusterben. Um das zu verhindern, entschieden sich die Ärzte für eine Glansektomie. Bei einer solchen wird die komplette Eichel entfernt. Der Patient hatte Glück im Unglück. Er befindet sich laut seinen Ärzten auf dem Weg der Besserung. Doch das ist bei Weitem noch nicht alles, was es zum besten Stück des Mannes zu wissen gibt. Oder hätten Sie gewusst, dass im männlichen Geschlechtsteil rund 4000 Nerven enden? Das erklärt, warum Vorhaut, Eichel und das Vorhautbändchen zu den wichtigsten erogenen Zonen eines Mannes zählen. Apropos Details: Von der Vorhaut über das Vorhautbändchen und den Hodensack bis zum Damm verläuft die Penisnaht (Raphe penis). Dabei handelt es sich um eine Verwachsungsnaht. Bis zur 7. Schwangerschaftswoche sind die Genitalien aller Embryos weiblich. In der 8. Woche beginnt im Körper von Embryos mit männlicher Anlage die Produktion von männlichen Hormonen. Die winzigen Schamlippen schliessen sich und formen sich zur Verwachsungslinie. Obwohl dieser Teil der Entwicklung bei allen Penissen gleich läuft, gibt es zwei Arten Penis: Der Blutpenis ist im schlaffen Zustand klein. Er wächst während der Erektion deutlich. Der Fleischpenis ist auch schlaff schon ziemlich gross und hat dem im erigierten Zustand meist nur wenig hinzuzufügen. Viele Männer haben Komplexe wegen ihres vermeintlich zu kleinen Penis. Dabei ist der Riesenpenis nichts anderes als ein Riesenmythos. So haben 95 Prozent der Männer einen - im Ruhezustand - zwischen 7,5 und 15 Zentimeter langen Penis. Alles über 19 Zentimeter ist als Ausnahme zu betrachten. Nach Schätzungen haben weltweit nur 5000 Männer einen Penis, der erigiert länger als 30 Zentimeter ist. Der längste dokumentierte Penis soll übrigens sage und schreibe 48,3 Zentimeter lang sein und dem Pornostar Long Dong Silver gehören. Allerdings gibt es Behauptungen, die imposante Länge verdanke er einer geschickten Bildmanipulation und einer täuschend echten Prothese. Laut dem amerikanischen Pionier der Sexualforschung, Alfred Kinsey, kann ein Mann übrigens innerhalb von drei Sekunden eine Erektion bekommen. Je nach Alter des Mannes wird sein Penis etwa elfmal pro Tag steif. Zusätzlich bekommt das männliche Geschlecht im Schlaf durchschnittlich fünf weitere Erektionen. Von einer Dauererektion (Priapismus) spricht man, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Doch wünschen sollte man sie sich nicht. Denn die Angelegenheit ist ziemlich schmerzhaft. Priapismus ist immer ein Notfall. Deshalb muss ein Arzt spätestens sechs Stunden nach dem Beginn der Dauererektion die Behandlung einleiten, sonst stirbt Gewebe unwiderruflich ab. Beim Penisbruch handelt es sich nicht um eine richtige Fraktur. Vielmehr wird das Einreissen der Penis-Schwellkörper als Penisbruch bezeichnet. Dies kann nur im erigierten Zustand passieren, etwa wenn er beim Sex zu ruckartig abgeknickt wird. Bei einem Penisbruch ist ein knackendes, peitschenartiges Geräusch zu hören. Danach setzt ein heftiger Schmerz ein, der Penis schwillt an und färbt sich blau. Noch bevor der Mann zum Höhepunkt kommt, tritt ein leicht klebriges und farbloses Sekret aus der Penisspitze: der Lusttropfen (Präejakulat), das männliche Pendant zum weiblichen Scheidensekret. Zusammen wirken beide wie ein natürliches Gleitmittel. Der Penis stösst das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Tempo ist wichtig, damit die Spermien mit möglichst viel Druck in die Vagina gelangen. Das steigert die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Laut Forschern produzieren Männer in ihrem Leben rund 50 Liter Sperma. Vorausgesetzt, sie ejakulieren von Jugend bis zum Rentenalter jeden zweiten Tag einmal. Für manche Männer ist nicht nur die Grösse ihres besten Stücks wichtig: Auch stark muss er sein. Den Titel als Mann mit dem stärksten Penis der Welt sicherte sich 1995 ein gewisser Mo Ka Wang aus Hongkong. Er stemmte 120 Kilogramm mit seinem Glied. Möglich war das nur dank jahrelangem Training. Wer sich bisher die Männlichkeit verletzte, hatte das Nachsehen. Doch nun ist es Forschern gelungen, im Labor ein Glied zu züchten, das wie ein normaler Penis funktioniert.

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Nachdem sich sein Penis während 48 Stunden nicht entspannen wollte, suchte ein Mann aus Indien ein Spital auf. Die Ärzte entschieden, sofort zu handeln, um den auf das Genital wirkenden Druck zu mindern.

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Dafür schnitten sie mit einem Skalpell ein kleines Loch in die Eichel, um das im Glied angestaute Blut abfliessen zu lassen und so die Schwellung zu reduzieren.

Wundbrand an der Eichel

Das Schlimmste, was bei so einem Eingriff passieren kann, sind Schwellungen und eine halbstarre Erektion, die mehrere Tage anhalten kann. Doch es gibt auch Ausnahmen, so wie beim 52-jährigen Inder.

Wie seine Ärzte in den «BMJ Case Reports» berichten (Warnung: Unter dem Link ist ein Foto des entzündeten Penis zu sehen), verfärbte sich seine Eichel am Tag nach dem Eingriff schwarz und er wurde an die Urologische Abteilung des King George's Medical University in Lucknow überwiesen. Wundbrand lautete die Diagnose der dortigen Mediziner. Der Penis des Inders drohte abzusterben.

Um dies zu verhindern, entschieden sich die Ärzte für eine Glansektomie. Bei einer solchen wird die komplette Eichel entfernt. Im Fall des 52-Jährigen wurde sie angewandt, um eine Ausbreitung des Wundbrands zu verhindern.

Glück im Unglück

Wie es zur verhängnisvollen Dauererektion gekommen ist, ist bislang nicht bekannt. Nach Angaben von Ärzten kann Priapismus – so werden Erektionen die länger als zwei Stunden anhalten bezeichnet – verschiedene Ursachen haben: etwa neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Erkrankungen des Blutes (Leukämie, Sichelzellanämie) sowie Verletzungen des Unterleibes. Auch Medikamente gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Potenzmittel oder Drogen können Auslöser sein.

Der indische Patient hatte Glück im Unglück. Er befindet sich laut seinen Ärzten auf dem Weg der Besserung. Drei Wochen nach der lebensverändernden Operation konnte der Mann wie üblich urinieren. Und auch Sex sollte bald wieder möglich sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helge Schneider am 11.04.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, mega lustig!

    Bin immer wieder erstaunt, wie ernste Themen rund um das männliche Geschlechtsteil mit lustigen Bildern und witzigen Worten illustriert bzw. beschrieben werden. Bei Brustkrebs oder vaginalen Problemen kommt man ja auch nicht mit Melonen oder Zwetschen daher und macht Witze...

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  • SomeGuy am 11.04.2019 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HAHAHA!

    stellt euch vor jemand würde heute so, und mit solch lustigen bildchen über das weibliche geschlechtsteil reden. Daran ist absolut nichts witzig.

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  • Denker am 11.04.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    ist es nur ein Mann. Würden Teile vom weiblichen Geschlecht verstümmelt werden wäre es ein riesiges Problem für Menschenrechtler und Feministen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Barbapapa am 11.04.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Q.E.D.

    Fast die Hälfte der Teenies liest Fake News Es soll sogar Medien geben, die voll davon sind und gar keine richtigen News bringen.

  • Neumann am 11.04.2019 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles zu seiner Zeit

    Meine Erektionen sind da wenn ich sie brauche, zwischendurch hat der kleine Mann aber seine wohlverdiente Ruhezeit.

  • via gras am 11.04.2019 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sicher etwa 8

    wieviele viagras hat der denn eingeworfen?

  • Hinterfrager am 11.04.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    seriös geht anders

    Liebe Fee, ha ha, wie lustig. Durchforsten wir mal zusammen international die Presse, ob und wo die Meldung mit gleichem Bezug/Inhalt noch auftaucht. Na?

  • Ulla Trulla am 11.04.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Glaub ich nicht

    evtl hat er aber auch eine Menge Potenzmittel geschluckt! Männer haben einfach ein gestörtes Bild von Sexualität!