Bei Behinderung

22. Dezember 2011 22:00; Akt: 22.12.2011 21:34 Print

Piktogramme können beim Reden helfen

von Martina Huber - Menschen, die wegen einer Behinderung nicht sprechen können, kann die so genannte Unterstützte Kommunikation helfen. Mit einem Dokumentarfilm wollen Sonderpädagogen für das Thema sensibilisieren.

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Ein Schüler bildet mit Piktogrammen Drei-Wort-Sätze. Foto: fhnw

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«Wer nicht sprechen kann, wird oft behinderter gemacht, als er tatsächlich ist», sagt Sonderpä­dagogin Dorothea Lage von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Das gelte insbesondere für Kinder, die geistig normal seien, aber wegen einer Körperbehinderung Mund und Zunge nicht richtig bewegen können. Aber auch Menschen mit geistiger Behinderung müssen die Möglichkeit erhalten, sich mitzuteilen: «Wer nicht kommunizieren kann, hat Mühe, seine Umwelt aktiv zu beeinflussen – und wird unter Umständen apathisch und passiv, oder aber aggressiv», sagt Lage.

Helfen könne die so genannte Unterstützte Kommunikation, mit der sich Dorothea Lage seit 20 Jahren beschäftigt. Zentral sind dabei Piktogramme, die Begriffe, Ausdrücke oder auch ganze Sätze visualisieren. Einmal gelernt und auf Tafeln aufgeführt, helfen diese Piktogramme behinderten Menschen beim Kommunizieren: Anstatt Wörter zu sagen, können sie auf die Piktogramme zeigen, oder aber mit einem Blick, einem Ton oder einer Geste reagieren, wenn jemand anderes auf das gewünschte Symbol zeigt. «Das A und O ist, dass man den Wortschatz so zusammenstellt, dass er der Person tatsächlich nützt», sagt Lage. So bildeten Ausdrücke wie «nein», «ich will» oder «komm mit» den Anfang. Der Wortschatz werde regelmässig erweitert und umfasse später zwischen 20 und 2000 Piktogramme – je nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten der behinderten Person. Wer gesprochene Sprache verstehe, könne auch einen Sprechcomputer bedienen, der angewählte Piktogramme ausspricht. «So können Sprechbehinderte auch mit Leuten kommunizieren, die den Umgang mit den Piktogrammtafeln nicht gewohnt sind.»

Um die Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation bekannter zu machen, haben Sonderpädagogen um Dorothea Lage nun einen Dokumentarfilm zum Thema realisiert.

www.trotzdem-reden.de

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Irene Meier am 23.12.2011 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unterstützte Kommunikation

    Einfach toll, dass es so etwas gibt. Nicht auszudenken was das für ein Leben ist, ohne dass man selber sprechen kann. Es gibt scheinbar sogar so Geräte, die mit den Augen gesteuert werden können, habe ich an der LUGA gesehen.

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  • AR am 26.12.2011 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UK, GuK..

    mich erstaunt dieser Beitrag, Unterstützte Kommunikation gibt es schon länger und es ist nichts hoch modernes. Der Mannsgoggel an der WC Türe ist ja auch ein Piktogramm. Wieso sollten Nichtbehinderte damit kommunizieren und Behinderte nicht?

Die neusten Leser-Kommentare

  • AR am 26.12.2011 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UK, GuK..

    mich erstaunt dieser Beitrag, Unterstützte Kommunikation gibt es schon länger und es ist nichts hoch modernes. Der Mannsgoggel an der WC Türe ist ja auch ein Piktogramm. Wieso sollten Nichtbehinderte damit kommunizieren und Behinderte nicht?

  • Irene Meier am 23.12.2011 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unterstützte Kommunikation

    Einfach toll, dass es so etwas gibt. Nicht auszudenken was das für ein Leben ist, ohne dass man selber sprechen kann. Es gibt scheinbar sogar so Geräte, die mit den Augen gesteuert werden können, habe ich an der LUGA gesehen.

    • Nara am 23.12.2011 21:03 Report Diesen Beitrag melden

      ganz tolle Sachen

      Ja, die gibt es. Sind ganz toll. Hab's in Aktion gesehen. Absolut Klasse. Braucht halt Uebung, aber es funktioniert super. auch die Unterstützte Kommunikation hab ich schon in real erlebt, auch das ist absolut prima.

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