Biolumineszenz

25. März 2015 11:45; Akt: 25.03.2015 11:45 Print

Pilze leuchten, um sich zu vermehren

Wenn es in Brasiliens Kokoswald Nacht wird, beginnen einige Pilze grünlich zu leuchten. Dies aus reinem Eigennutz, wie Forscher herausgefunden haben.

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Glühwürmchen lassen ihre Hinterteile blinken, um Geschlechtspartner anzulocken. Der Tiefsee-Anglerfisch schwimmt mit einem Fortsatz herum, dessen Ende mit biolumineszenten Bakterien gefüllt ist, um mit deren Licht Beute anzulocken. Und auch der Zwergtintenfisch Euprymna scolopes lässt es leuchten, um an Futter zu gelangen.

Warum aber die Pilze der Gattung Neonothopanus gardneri dies tun, gab Forschern lange Zeit ein Rätsel auf. Bisher nahmen Experten an, dass es sich dabei um ein Nebenprodukt des Pilz-Stoffwechsels handelt, ohne Nutzen für das Gewächs. Weiter gingen sie davon aus, dass sie rund um die Uhr ihr Licht produzieren, es tagsüber aber einfach nicht sichtbar ist.

Kunstpilze im Labor

Doch nun zeigen Forscher um Anderson Oliveira von der Universität São Paulo in Brasilien, dass dem nicht so ist, sondern dass die Leuchtintensität des Pilzes variiert: Am Tag dimmen die Pilze ihr Licht herunter, nachts fahren sie es wieder hoch. Das wiederum deute darauf hin, dass das Leuchten eine Funktion besitzt, wie das Team im Fachjournal «Current Biology» schreibt.

Um ihre Theorie zu prüfen und mehr über die Motivation der Pilze zu erfahren, bastelten sie kurzerhand Pilzattrappen, denen sie ein kleines, grünlich leuchtendes LED-Lämpchen verpassten. Diese – und solche ohne Leuchtmittel – brachten sie dann an einem Baumstamm an und beobachteten sie.

Grosser Andrang

Schon nach kurzer Zeit versammelten sich um beide unzählige Insekten, wobei die leuchtenden Kunstpilze deutlich mehr anzogen als die nicht leuchtenden. Darunter fanden sich unter anderem Käfer, Mücken und Fliegen, aber auch Wespen und Ameisen – alles Tiere, von denen bekannt ist, dass sie grünes Licht wahrnehmen können und von ihm angezogen werden.

Daraus schliessen die Forscher, dass die Pilze im Dunklen leuchten, um Insekten anzulocken. Der Grund: Nachts und am frühen Morgen produzieren die Gewächse wegen der kühleren und feuchteren Luft am meisten Sporen. Doch ausgerechnet dann ist im Wald der Wind oft zu schwach, um diese fortzutragen. Damit sei die Nacht die ideale Zeit, um mit starker Biolumineszenz Insekten anzulocken, die dann die Sporen im Wald verteilen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pilzsammler am 25.03.2015 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann man das essen?

    Fange ich auch an zu leuchten, wenn ich von diesen Pilzen esse?

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  • Max am 25.03.2015 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall

    wow, schon interessant was alles per Zufall entstanden ist.

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  • Aber Vorsicht am 26.03.2015 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    its Cooool Men

    Die Leuchten nicht !! Die Strahlen von Tschernobyl

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aber Vorsicht am 26.03.2015 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    its Cooool Men

    Die Leuchten nicht !! Die Strahlen von Tschernobyl

  • oh :) am 26.03.2015 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neugier

    das will ich gerne auch wissen hehehe :)

  • Ausgeleuchteter am 25.03.2015 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Alimentenzahler hat ausgeleuchtet

    Also mir ist das leuchten schon längst vergangen, bei diesen hohen Alimenten-Preisen!

  • Pilzsammler am 25.03.2015 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann man das essen?

    Fange ich auch an zu leuchten, wenn ich von diesen Pilzen esse?

    • -- am 26.03.2015 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Klar xD

      Ausprobieren. Für die Wissenschaft natürlich!! ;D

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  • Max am 25.03.2015 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall

    wow, schon interessant was alles per Zufall entstanden ist.

    • Mr Heyer am 25.03.2015 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Zufall

      Nichts Zufall! Gott der Allmächtige hat diese Pilze mit seinen eigenen Händen geformt und in ihnen die Kraft zu Leuchten gegeben.

    • Studi am 25.03.2015 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      Gott?

      Ich gehe mal davon aus, dass du meinst, dass "Gott" die Hände im Spiel hatte. Grundsätzlich ist diese These eine Überlegung wert. Deine Herleitung ist aber holprig: Du argumentierst, Leuchtpilze (oder Lebewesen im Allgemeinen) sind zu komplex um durch "Zufall" enstanden zu sein und implizierst somit einen Schöpfer. Wie kommt es aber, dass du damit leben kannst, dass dieser Schöpfer aus dem Nichts enstanden sein soll?

    • Marco Zbinden am 25.03.2015 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @studi

      Hmm.. entweder ist der Schöpfer aus dem Nichts entstanden oder das Weltall inkl. Erde, Pflanzen und Tieren. Die Frage ist nur was von beiden durch Zufall (oder war es doch Plan?) entstanden ist. Schön, dass wir es nicht wissen und darüber spekulieren dürfen.

    • Chris am 26.03.2015 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      @All

      Ich würde es ganz einfach nur "Evolution" nennen. :-)

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