Käferplage

06. Mai 2011 21:02; Akt: 06.05.2011 21:02 Print

Pilze sollen Maikäfer bekämpfen

Da das Wetter für Maikäfer seit Wochen ideal ist, droht im Herbst eine Engerlingsplage und damit grosse Schäden an den Wurzeln von Bäumen. Forscher gehen jetzt mit Pilzen gegen die Insekten vor.

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Maikäfer fressen zurzeit die Bäume kahl. (Bild: Keystone)

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Maikäfer haben seit Wochen ideales Flugwetter. In Teilen der Ostschweiz droht darum im Herbst eine wahre Engerlingsplage. Dank eines Forscherteams von Agroscope sind die Bauern den Insekten und ihren gefrässigen Larven aber nicht mehr schutzlos ausgeliefert.

Sie infizieren Gerstenkörner mit dem Pilz Beauveria brongniartii (weisse Muskardine) und bringen diese in den Boden ein. Dort verbreitet sich der Pilz epidemieartig, befällt Eier, Engerlinge und Käfer und tötet sie. Die Methode wird seit 1992 angewendet.

Der Maikäfer-Experte Christian Schweizer von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) konnte sich in den letzten Tagen von der Wirkung einer gross angelegten Verpilzungsaktionen im Bündnerland überzeugen. «Dort, wo das Produkt richtig angewendet wurde und sich der Pilz im Boden etablieren konnte, hat es deutlich weniger Maikäfer», sagte er am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Dramatisches Bild

An anderen Orten beobachtet Schweizer dagegen derzeit sehr viele Maikäfer. Zu Millionen kriechen diese jeweils aus dem Boden, fliegen an den nächstgelegenen Waldrand oder in eine Obstplantage und fressen das Laub von den Bäumen.

Auch wenn das Bild der kahlen Bäume dramatisch ist, stellen doch nicht die Käfer das grösste Problem dar. Nachdem sie sich gepaart haben, fliegen die Weibchen wieder an den Boden und legen dort ihre Eier ab. Etwa sechs Wochen später schlüpfen dann die Engerlinge und machen sich über die jungen Wurzeln her, wobei sie bereits beträchtlichen Schaden anrichten können.

Zur Landplage werden die Larven im folgenden Jahr, wenn ihrem Heisshunger ganze Wiesen zum Opfer fallen können. Dagegen kämpften die Forscher vom ART in den letzten Jahren mit gross angelegten Verpilzungsaktionen. 2002 konnten sie so im Berner Oberland die Population auf ein erträgliches Mass dezimieren, ohne aber den Maikäfer ganz auszurotten.

In den letzten beiden Jahren wurden auch im Glarner- und im Bündnerland mehrere hundert Hektaren mit den präparierten Gerstenkörnern behandelt. Der Erfolg hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie Schweizer sagte.

Heikle Kulturen

Vor allem müsse das Produkt richtig angewendet werden, was nicht ganz einfach sei, weil es sich um lebende Kulturen handle. So könne die Verpilzung etwa schon scheitern, wenn die Gersten-Säcke an der Sonne gelagert oder die Körner nicht tief genug im Boden eingegraben würden.

Die Experten vom ART beraten darum die Bauern, die etwas gegen Maikäfer und Engerlinge unternehmen wollen. Die Kosten dafür tragen nach Angaben von Schweizer zum Teil die Kantone.

Ob das warme und trockene Wetter im Kampf gegen die Maikäfer eher nützt oder schadet, weiss Schweizer noch nicht. Fest steht, dass die Insekten vitaler sind und die Weibchen unter diesen Bedingungen bis zu dreimal Eier ablegen können.

Der Forscher hofft aber, dass sich die Eier wegen der Trockenheit nicht ideal entwickeln können. Ansonsten könnte es im Graubünden, im Thurgau, im Glarnerland und auch in der Region Interlaken BE mehr von Engerlingen geschädigte Wiesen geben denn je.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Wettermann am 06.05.2011 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache?

    Es mag sein, dass es Orte gibt, wo es viele Käfer hat, im Rheintal wurde das ja lange genug angekündigt. In Berneck habe ich dieses Jahr allerdings noch keinen einzigen dieser Kàfer gesehen... ist das eine weitere Panikmache der Medien?

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  • Momo am 16.05.2011 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Plage?

    Ich habe bis jetzt einen einzigen Maikäfer gesehen an meinem Wohnort (ZH-Zimmerberg). Wird das hier wieder mal aufgebauscht von den Medien??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Momo am 16.05.2011 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Plage?

    Ich habe bis jetzt einen einzigen Maikäfer gesehen an meinem Wohnort (ZH-Zimmerberg). Wird das hier wieder mal aufgebauscht von den Medien??

  • Herr Wettermann am 06.05.2011 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache?

    Es mag sein, dass es Orte gibt, wo es viele Käfer hat, im Rheintal wurde das ja lange genug angekündigt. In Berneck habe ich dieses Jahr allerdings noch keinen einzigen dieser Kàfer gesehen... ist das eine weitere Panikmache der Medien?

    • gül gül am 04.07.2011 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      Leider keine Panikmache

      Dann sollten Sie Bremen besuchen und sich davon überzeugen,was eine Plage sein kann.

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