Verschärftes Umweltproblem

05. Oktober 2018 18:49; Akt: 05.10.2018 18:49 Print

Plastik-Konsum befeuert Öl-Nachfrage

In einigen Jahrzehnten dürften mehr Öl und Gas in die Herstellung von petrochemischen Produkten fliessen, als in die Tanks von Fahrzeugen.

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Die steigende Produktion von Plastik und ähnlichen Produkten wird die weltweite Nachfrage nach Öl einer Studie zufolge in den nächsten Jahrzehnten befeuern. Die Nachfrage nach petrochemischen Produkten mache den sinkenden Verbrauch von Kraftstoffen für Motoren wett, erklärte die Internationale Energie-Agentur (IEA) am Freitag.

Verantwortlich für den steigenden Verbrauch seien Schwellenländer wie China und Indien, auch wenn sich Regierungen bemühten, die Luftverschmutzung und den Ausstoss von klimaschädlichem Kohlendioxid einzudämmen.
Voriges Jahr machten petrochemische Produkte, aus denen unter anderem Plastik entsteht, zwölf Millionen Barrel Öl pro Tag aus, was zwölf Prozent der Nachfrage entsprach.

Laut IEA steigt dieser Wert bis 2050 auf fast 18 Millionen Barrel pro Tag. Der sehr langlebige Plastikmüll gilt als ein Hauptgrund für die Verschmutzung der Weltmeere.

Energieverbrauch ist enorm

Zwar dürften künftig wohl weniger fossilie Rohstoffe verbannt, dafür aber deutlich mehr für die Herstellung von Kunststoffen verwendet werden. Dies führt letztlich zu einer Erhöhung der Abfallmengen.

Der Chemie-Sektor verbraucht laut IEA für die Herstellung von auf Öl und Gas basierender Produkte (siehe Bildstrecke) etwa so viel Energie wie die Stahl- und Zementindustrie zusammen.

Deshalb sei es umso wichtiger, diese Kunststoffe zu recyceln, statt zu verbrennen. Es brauche ein finanzielles Anreizsystem für das Recycling, Marktpreise für die Rohstoffe und nicht zuletzt ein grösseres ökologisches Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten.


(sda)