Fast Radio Bursts

11. Januar 2019 12:42; Akt: 11.01.2019 12:42 Print

Rätsel um mysteriöse Radioblitze aus dem All

Sie setzen so viel Energie frei wie die Sonne in 10'000 Jahren und dauern doch nur wenige Millisekunden. Forscher rätseln über den Ursprung der Radioblitze.

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Wissenschaftler in Kanada haben mysteriöse Radiowellen von weit ausserhalb unserer Galaxie empfangen. Während eines Testlaufs mit dem riesigen und extrem leistungsfähigen Radio-Teleskop Chime in der kanadischen Provinz British Columbia seien im Sommer ein Dutzend schneller Radioblitze gemessen worden.

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In einem Fall wiederholten sich diese sogenannten Fast Radio Bursts (FRB). Wie und wo die Signale entstanden, ist unklar. Schnelle Radioblitze dauern nur wenige Millisekunden, können aber so viel Energie freisetzen wie die Sonne im Laufe von 10'000 Jahren. Entdeckt wurde das Phänomen 2007.

Tausende Blitze

Nachdem das Chime-Teleskop nun voll einsatzfähig ist, könnten bis Jahresende womöglich tausend solcher Radioblitze gemessen werden, erklärte Deborah Good, Doktorandin an der University of British Columbia. Sie gehört zu den 50 Wissenschaftlern von fünf Forschungseinrichtungen, die an dem Forschungsprojekt beteiligt sind und nun zwei Studien im Fachblatt «Nature» veröffentlicht haben.

«FRBs werden wahrscheinlich in dichten, turbulenten Regionen von Gastgalaxien erzeugt», sagte der an den Studien beteiligte Astronom Shriharsh Tendulkar von der McGill University der Nachrichtenagentur AFP. Mögliche Entstehungsorte sind Gaswolken, aus denen Sterne hervorgehen, oder stellare Explosionen wie eine Supernova.

Wiederholte Radioblitze als Sonderfall

Sich wiederholende schnelle Radioblitze sind ein für die Wissenschaft besonders interessanter Sonderfall. Vor der Messung durch die kanadischen Forscher wurde das Phänomen sich wiederholender Radioblitze erst einmal im Jahr 2012 beobachtet.

Es sei auszuschliessen, dass die sich wiederholenden schnellen Radioblitze durch Katastrophen entstehen, bei denen ihre Quelle zerstört wird, betonte Tendulkar. «Ein FRB durch das Verschmelzen von zwei Neutronensternen oder eines Neutronensterns mit einem schwarzen Loch beispielsweise kann sich nicht wiederholen.»

Rätsel geben den Astronomen auch von ihnen registrierte Radioblitze mit besonders grosser Wellenlänge von knapp einem Meter auf. Dass es sich dabei um Botschaften von Leben in fernen Galaxien handelt, hält Tendulkar allerdings für «extrem unwahrscheinlich». «Als Wissenschaftler kann ich das nicht zu 100 Prozent ausschliessen», sagte er. «Aber intelligentes Leben hat kein Astronom als Quelle dieser FRBs im Kopf.»

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Initiative für mehr Hirnschmalz am 11.01.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Es ginge seriös, wenn man wollte...

    Pro7 und astronomische Wissenschaft. Das ist wie McDonald's und ein Drei-Sterne-Gault-Millau-Restaurant.

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  • James am 11.01.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Umfrage

    Es geht nicht um ausserirdisches Leben in diesem Artikel.

  • Miss Marvel am 11.01.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Thanos

    Muss wohl Thanos sein. Er bereitet sich auf die Halb-Elimination des Lebens in der Galaxie vor..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Quasar am 12.01.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    FRB's sind für kleine Mädchen

    Echte Männer bevorzugen Gammastrahlenblitze. Die haben eine Leuchtkraft von 2,5 Trillionen Sonnen und setzen in einer einzigen Millisekunde so viel Energie frei wie die Sonne in mehreren hundert Milliarden von Jahren. Sollte der 4,34 Lichtjahre entfernte nächste Stern Alpha Centauri so einen aussenden würde dadurch unser gesamtes Sonnensystem gegrillt

    • Xeni am 12.01.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

      Halbpatzig geprotzt

      Die Sonne ist und wird keine 10 Mia Jahre alt. Auf die Richtung der gebündelten GRBs kommt es auch noch an.

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  • kurt am 12.01.2019 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es doch Radioblitze sind...

    ... sollten die Forscher vielleicht mal das Radio einschalten. Vielleicht empfangen sie dann die Nachricht das die Erde wegen des Baus einer intergalaktischen Umgehungsstrasse gesprengt werden muss.

  • Boris am 12.01.2019 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Warum hat man das nicht früher schon gemessen ?

    Gigantische Energiemengen hin oder her, ich finde es sehr naiv davon auszugehen das diese Radioblitze auf jeden Fall einen natürlichen Ursprung haben. Es könnte im Weltall doch schon Zivilisationen existieren die viel älter sind als wir und somit viel weiter entwickelt.

  • Nico am 11.01.2019 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ahnungslos

    Als Laie ne Frage. Wenn ich einen Ball anblase, kann ich ja die kerze auf der anderen Seite ausblasen. Ist es mit Schall und energie identisch? Falls ja, quelle etwas verschieben und schon habe ich das selbe signal hinter dem "Ball" zeitversetzt...

  • KHF am 11.01.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, Ursache geklärt

    Nun ist die Ursache der globalen Erderwärmung geklärt. Die Radio-Blitze, welche ja so viel Energie haben wie das Sonnenlicht in einer Zeitspanne von 10000 Jahren, erwärmt das Klima. Früher, als noch alles gut war, gab es sie noch nicht. ;-)