90 Prozent weniger

31. Juli 2018 18:21; Akt: 31.07.2018 18:21 Print

Rätsel um verschwundene Königspinguine

Die grösste Kolonie von Königspinguinen auf der Île aux Cochons im Indischen Ozean ist dramatisch geschrumpft. Forscher können sich das nicht erklären.

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Anfang der 1980er-Jahre lebten auf der unbewohnten französischen Insel Île aux Cochons auf halbem Weg zwischen Afrika und der Antarktis etwa 2 Millionen Königspinguine. Inzwischen sind es rund 88 Prozent weniger, wie die Auswertung hochaufgelöster Satellitenbilder und Aufnahmen aus dem Helikopter ergeben hat. Es gebe gerade noch 200'000 Exemplare der rund einen Meter grossen Pinguine, heisst es in der im Fachjournal «Antarctic Science» veröffentlichten Studie.

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Hauptautor Henri Weimerskirch sagte dazu dem «Guardian»: «Das ist vollkommen unerwartet und insofern bedeutend, als dass die Kolonie beinahe ein Drittel der Gesamtpopulation der Königspinguine beheimatet.»

Wetterphänomen und Überbevölkerung

Das Wetterphänomen El Niño könnte laut den Forschern eine Rolle spielen. 1997 war es besonders stark ausgeprägt. Dabei erwärmte sich das Wasser im südlichen Indischen Ozean so stark, dass Fische und Kalmare vorübergehend nach Süden wanderten. Dort waren sie ausser Reichweite für die Königspinguine, deren Hauptnahrungsquelle sie bilden. «Das führte zu einer Verkleinerung der Population und weniger Nachwuchs für alle Königspinguine der Region», so Weimerskirch.

Auch die Überbevölkerung der Insel könnte eine Rolle gespielt haben. Diese kann einen verstärkten Wettbewerb unter den einzelnen Tieren hervorrufen, was in Kombination mit einem Mangel an Beutetieren zu einem markanten und schnellen Rückgang der Population führen kann – besonders nach einem klimatischen Ereignis wie Ende der 1990er-Jahre.

Grassierende Vogelkrankheit

Der Rückgang könnte auch krankheitsbedingt sein. Laut den Forschern grassiert zurzeit die Geflügelcholera unter Meeresvögeln auf anderen Inseln der Gegend, wie etwa bei den Albatrossen der Île Amsterdam oder den Pinguinen von Marion Island, wie die französische Forschungsorganisation CNRS in einer Mitteilung schreibt.

Um die Erkenntnisse aufgrund der Satellitenbilder zu überprüfen und den wahren Ursachen für den Rückgang bei den Königspinguinen auf die Spur zu kommen, wollen Weimerskirch und sein Team in Kürze zu einer Feldstudie auf die abgelegene Insel aufbrechen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • susi am 31.07.2018 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar ist der Mensch Schuld

    Ganz einfach, KEINE NAHRUNG MEHR, wie die Eisbären, werden auch die Pinguine verhungern. Der Mensch frisst den Tieren alles weg, bald, sehr bald ist das Meer leergefischt, dann könnt ihr alle bald am Daumen lutschen und euch Fische, Fleisch im Traum essen.

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  • Petra am 31.07.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Das ist zur Abwechslung mal ein qualitativ guter Artikel, in dem informiert wird ohne, dass man das Klima missbraucht.

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  • werner am 31.07.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pinguine

    Die Hauptsache ist doch, das der egoistische Mensch sich weiter vermehren kann, bis auf der ganzen Erde die Nahrung ausbleibt. Dänn werden einige von euch Egos ihre Augen öffnen. Entweder verhungern wir, oder wir ersticken im eigenen smok.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Z.L. am 02.08.2018 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nonsense

    Die Weltbevölkerung ist immer dümmer geworden scheints. Wichtig sind die Kardashians und sonstige Influencer. Das wirklich Wichtige geht vergessen. Nicht nur peinlich sondern auch arm. Das ist das Fazit der heutigen Gesellschaft.

  • R Meier am 01.08.2018 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nörgelei

    Nicht an allem ist der Mensch Schuld

    • Mary J am 02.08.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

      Verweigerer

      Leider schon, etwas mehr Selbstreflektion wäre empfehlenswert!!!

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  • Kingsman am 01.08.2018 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    Der Planet Erde wird das "Virus Mensch" vernichten, oder das "Virus Mensch" wird den Wirt Erde vernichten. Fazit: In beiden Fällen stirbt das Virus.

  • Tony DiNozzo am 01.08.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Judgement day

    Freut euch, bald geht's uns gleich. Garaniert!!!

  • Kurt am 01.08.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr habts im Griff

    Und nun ist es wichtig da sofort vor Ort zu gehen, Forschungsstation aufbauen und die Tiere 24h kontrollieren. Am besten auch gleich noch ein paar Kreuzfahrten möglichst nahe an den Nestern vorbei organisieren, damit ich das Drama auch als Nicht-Polarforscher anschauen kann.