Von wegen Rattenfänger

02. Oktober 2018 21:22; Akt: 02.10.2018 21:22 Print

In New York machen Katzen Ratten keine Angst

Wer Ratten vertreiben oder loswerden möchte, sollte sich nicht auf Katzen verlassen. Das zeigt eine Studie aus New York.

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In den Hochhausschluchten von New York tummeln sich jede Menge Ratten. Das ist nicht nur unschön, sondern kann auch tödlich enden, wie unter anderem ein Fall aus dem Jahr 2017 zeigt. Damals starb dort eine Person an der von Ratten übertragenen Krankheit Leptospirose (siehe Box). Dabei hatte man bereits ein Jahr zuvor versucht, der Plage mithilfe freilaufender Katzen entgegenzuwirken.

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Eine im «Frontiers of Ecology and Environment» veröffentlichte Studie zeigt nun, dass das vergebliche Bemühungen waren. Denn offenbar jagen Katzen gar keine Ratten, sondern halten sich von ihnen fern, wie das Team um Michael Parsons von der Fordham University in New York schreibt.

Was Katzen und Ratten miteinander treiben

Der Zufall brachte die Wissenschaftler auf das Thema, denn eigentlich hatten sie in einem New Yorker Recyclingzentrum nur das Verhalten der Nager in der Anlage untersuchen wollen. Als aber plötzlich auch Katzen dort auftauchten, veränderten die Forscher ihren Fokus und konzentrierten sich auf das Miteinander von Nagern und Katzen.

Dafür implantierten sie den Ratten Mikrochips und statteten das Areal mit Infrarotkameras aus, die das Treiben der Tiere dokumentierten. Auf diese Weise fanden sie heraus, dass Katzen alles andere als Rattenfänger sind.

Rattenfänger? Mitnichten!

Während der 79 Beobachtungstage zeichneten die Kameras nur drei Jagden auf, von denen aus Katzensicht nur zwei erfolgreich waren. Und das auch nur, weil die Ratten in ihrem Versteck festsassen. Zudem könnten sie auch durch Krankheit oder Rattengift geschwächt gewesen sein, so die Forscher.

Dennoch bewirkten die Katzen etwas. So sorgte allein ihre Anwesenheit dafür, dass die Nager weniger präsent waren. Möglicherweise ein Grund, warum viele Menschen Katzen als Rattenjäger sehen. Für eine Dezimierung der Nagetiere sorgen sie aber nicht, wie die Studie zeigt: Die Population der Ratten schrumpfte nicht.

Laut Parsons und seinen Kollegen dürften Grösse und Gewicht der Nager die Katzen auf Abstand halten. Denn während Mäuse und Vögel, die tatsächlich von Büsi gejagt werden, nur zwischen 15 und 30 Gramm auf die Waage bringen, sind Ratten – zumindest in New York – durchschnittlich 330 Gramm schwer.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Tom am 03.10.2018 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich neue Erkenntnis ?

    Katzen sollen Ratten bekämpfen? Wie kommt man denn auf diese Idee? Ratten sind zu gross für Katzen! Manche Katzen jagen sicher auch Ratten aber Mäuse sind besser geeignet.

  • Art. am 02.10.2018 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Yorkshire Terrier :-) Die Aufgabe dieser flinken Hunde bestand darin, der Mäuse und Rattenplage in den Häusern Englands Herr zu werden und die Nagerpopulation in den Arbeitervierteln dauerhaft zu dezimieren.

  • Maine-Coon am 03.10.2018 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maine-Coon-Katzen als Rattenfänger

    Vielleicht sollten die Maine-Coon-Katzen nehmen statt normale Katzen. Die Maine-Coon-Katze (englisch coon von raccoon Waschbär), auch Amerikanische Waldkatze genannt, ist eine ursprünglich US-amerikanische Haus- und Gebrauchskatze (engl.: working cat) aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten, die 1985 von dem US-amerikanischen Bundesstaat Maine zur Staatskatze (state cat) ernannt wurde.[1] Seit längerer Zeit wird sie planmäßig gezüchtet. Sie wurde früher als Schiffskatze eingesetzt um Ratten zu jagen, mit erfolg.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Spelt am 03.10.2018 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Super Jäger

    Das kommt ganz auf die Katze an. Wir hatten Mal einen super Jäger, die brachte lebende Ratten nach Hause um sie dann in der Stube laufen zu lassen und sich darüber zu amüsieren wie meine Mutter mit dem Besen hinter der Ratte hergerannt ist. Weiter brachte sie Forellen, ein paar Hasen und einmal eine Krähe nach Hause. Aber ich denke das war eine Ausnahme, alle anderen Katzen machten sowas nicht und hielten sich brav an die Grössenvorgabe von Brehms Tierleben.

  • Tierfreund am 03.10.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    und nicht vergessen

    dafür werden viele einheimische geschützte Reptilien aussterben. Freie Katzen sind Raubtiere ohne Fressfeinde.

  • Alumdria841 am 03.10.2018 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr amerikanisch

    Wie wäre es mit Weisskopfseeadler?Jedes Mal wenn eine Maus oder Ratte herum rennt stürzt sich ein Adler runter. Sieht sicher episch aus xD

  • Jakob Brunner, Winterthur am 03.10.2018 05:10 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch!

    Ist ja logisch. Die Ratten sind teilweise so gross wie ein Katze. Habe selber welche gesehen. Katzen jagen nur Mäuse und Vögel.

  • Maine-Coon am 03.10.2018 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maine-Coon-Katzen als Rattenfänger

    Vielleicht sollten die Maine-Coon-Katzen nehmen statt normale Katzen. Die Maine-Coon-Katze (englisch coon von raccoon Waschbär), auch Amerikanische Waldkatze genannt, ist eine ursprünglich US-amerikanische Haus- und Gebrauchskatze (engl.: working cat) aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten, die 1985 von dem US-amerikanischen Bundesstaat Maine zur Staatskatze (state cat) ernannt wurde.[1] Seit längerer Zeit wird sie planmäßig gezüchtet. Sie wurde früher als Schiffskatze eingesetzt um Ratten zu jagen, mit erfolg.

    • Esther am 03.10.2018 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Super Idee!

      JEtzt habe ich aber LACHKRAMPF bekommen: diese gezüchtete Exemplare dürfen nicht einmal die Wohnung verlassen! Es wird durch den Züchter velangt vom zukünftigen Besitzer in einem Vertrag. Sonst würden diese Prachtexemplare noch einen Krankheit auflesen!

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