Unglück bei Testflug

31. Oktober 2014 19:53; Akt: 01.11.2014 08:26 Print

Raumflugzeug stürzt in Wüste ab – ein Pilot tot

In Kalifornien stürzte die «SpaceShip Two» bei einem Test ab. Ein Pilot verstarb, ein weiterer wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht.

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Erneutes Unglück in der Weltraum-Industrie: Das private Raumflugzeug «SpaceShipTwo» ist bei einem Testflug im US-Bundesstaat Kalifornien abgestürzt. Das teilte das Unternehmen Virgin Galactic am Freitag mit. Es sprach von einer «ernsthaften Unregelmässigkeit», nannte aber keine weiteren Details.

Nach Polizeiangaben kam einer der beiden Piloten ums Leben, der andere konnte sich offenbar per Schleudersitz retten und wurde schwer verletzt ins Spital gebracht. TV-Sender zeigten Bilder von Wrackteilen in der Mojave-Wüste.

Das «SpaceShipTwo» wurde den Informationen zufolge zunächst von einem Trägerflugzeug in die Höhe getragen und dann ausgeklinkt. Das Trägerflugzeug sei sicher gelandet, so Virgin Galactic. Wie «Daily Beast» berichtet, wollte das Unternehmen einen neuen Motor testen.

CEO Richard Branson bedankte sich auf Twitter für die Anteilnahme. Seine Gedanken seien bei seinem Team. Er werde umgehend in die Mojave-Wüste fliegen.


Private im All

Das vom britischen Milliardär Richard Branson gegründete Unternehmen steht an der Spitze der noch jungen Weltraumtourismusindustrie. «SpaceShipTwo» war so konzipiert, um von einem speziell entworfenen Jet in die Höhe getragen und dann losgelassen zu werden. Anschliessend sollte seine Rakete gezündet werden, um einen Flug ins Weltall zu ermöglichen. Als Gleitflugzeug sollte das Raumschiff dann wieder zur Erde zurückkehren.

Nach Abschluss der Entwicklung des Raumschiffs wollte Virgin Galactic erste Weltraumflüge für Touristen anbieten. Diese sollten vom Raumfahrtzentrum Spaceport America im Süden des US-Staats New Mexico aus starten.

Erst am Dienstag war eine unbemannte Versorgungsrakete der amerikanischen Betreiberfirma Orbital Sciences kurz nach dem Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Für das US-Raumfahrtprogramm, das auf die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen angewiesen ist, war die Explosion ein erheblicher Dämpfer. Die Raumfahrtbehörde Nasa zahlt den privaten Firmen Orbital Sciences und SpaceX Milliarden für Frachtflüge zur ISS. Ab 2017 wollen SpaceX und Boeing auch damit beginnen, Astronauten zur ISSzu bringen.




(dia/sda)