6,5 Milliarden Kilometer entfernt

01. Januar 2019 17:19; Akt: 01.01.2019 17:26 Print

Raumsonde erreicht das mysteriöse Objekt

Die Nasa-Sonde New Horizons hat das Objekt Ultima Thule erreicht. Es ist das erste Objekt jenseits des Pluto, das aus der Nähe erforscht wird

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Die Raumsonde New Horizons hat am 1. Januar 2019 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ein historisches Rendezvous. Es ist das erste Mal, dass eine Raumsonde einen Himmelskörper jenseits von Pluto erforscht. Die Forscher hoffen, mit dem Vorbeiflug mehr darüber zu erfahren, wie der Körper im Innern aufgebaut ist und wie er vor gut viereinhalb Milliarden Jahren am Rande des solaren Urnebels entstanden ist. Und sie erhoffen sich spektakuläre Bilder, wie jene vom Pluto, den New Horizons im Juli 2015 passiert hatte. Ein Rückblick. Im September 2015 veröffentlichte die Nasa neue Bilder von Pluto. Die Sonde New Horizon hat die Silhouette des Zwergplaneten mit der Atmosphäre aufgenommen. Die gestochen scharfen Bilder zeigen die Oberfläche des Pluto mit zahlreichen Details. Ebenen, Gebirge und Täler sind deutlich zu erkennen. Detailaufnahme der Plutooberfläche. Diese Aufnahme zeigt ein zerklüftetes Gelände am nordwestlichen Rand einer grossen Eisebene namens Sputnik Planum. Gefrorenes Herz: Ein Teil der hellen, herzförmigen Fläche ist aus Eis. (17. Juli 2015) Die entdeckte Fläche erinnert auf den ersten Blick an gefrorenen Schlamm. (17. Juli 2015) Forscher schätzen, dass die gefrorene Stelle jünger als 100 Millionen Jahre ist. Inzwischen wurde Nebel auf dem Zwergplaneten entdeckt. (17. Juli 2015) So sieht Pluto aus der Nähe aus: New Horizons lieferte ein hochauflösendes Bild von der Oberfläche des Zwergplaneten. (15. Juli 2015) Die Übermittlung der Daten dauert aufgrund der Entfernung sehr lange: Das bisher beste Bild vom Pluto, das die Raumsonde New Horizons kurz vor ihrem Vorbeiflug geschickt hat. (14. Juli 2015) Plutos grösster Mond Charon. (15. Juli 2015) Plutos kleiner kartoffelförmiger Mond Hydra. Der Trabant ist nur etwa 43 auf 33 Kilometer gross. (15. Juli 2015) Das New-Horizons-Team ist von der Schärfe der neuen Bilder begeistert. (15. Juli 2015) Besuch geglückt: Das Team der New-Horizons-Mission freut sich über die ersten Signale zur Raumsonde nach dem Vorbeiflug am Planeten Pluto. (14. Juli 2015) Nach neun Jahren Funkstille: Missionschefin Alice Bowman (r) während der Kontaktaufnahme mit der Raumsonde. Freude herrscht in Maryland: Teammitglieder der New-Horizons-Mission feiern zusammen mit Gästen die geglückte Pluto-Annäherung der Sonde. (14. Juli 2015) Die Pluto-Aufnahme sorgte für helle Begeisterung: Teammitglieder der New-Horizons-Mission im Applied Physics Laboratory in Laurel, Maryland. (14. Juli 2015) Ihm kommt die Nasa-Raumsonde ganz nah: Der Zwergplanet Pluto, fotografiert von der New Horizons aus einer Entfernung von 2,5 Millionen Kilometern. (12. Juli 2015) Voller interessanter Details: Die Pfeile markieren ein helles «Herz», ein dunkles Gebiet, einen möglichen Krater und mögliche Klippen. (11. Juli 2015) Der Zwergplanet und sein riesiger Mond: Pluto (r.) und Charon, der innerste der fünf bekannten Trabanten, eingefärbt gemäss Messdaten der New Horizons. (8. Juli 2015) Grössenverhältnisse: Pluto und Charon, wenn sie direkt über der Erdoberfläche schweben würden. (14. Juli 2015) Der Himmel über Pluto: Künstlerische Darstellung des Mondes Charon, der mit dem reflektierten Sonnenlicht den Südpol des Zwergplaneten erhellt. (11. Juli 2015) Schnappschuss im Vorbeiflug: Auf ihrem Weg zu Pluto lichtete die Raumsonde New Horizons auch Jupiter ab. (24. Januar 2007) Weltraum-Romantik: Künstlerische Darstellung der Nasa-Mission New Horizons.

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Historisches Treffen im Weltraum: Noch nie ist eine Sonde an einem so weit entfernten Himmelskörper vorbeigeflogen wie nun «New Horizons». Und es gab einen weiteren Rekord im All.

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Der Nasa-Sonde «New Horizons» ist das am weitesten von der Erde entfernte Rendezvous mit einem Himmelskörper geglückt. Rund zehn Stunden danach bekam die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag das Signal, dass der Vorbeiflug am rund 6,5 Milliarden Kilometer entfernten Objekt «Ultima Thule» erfolgreich absolviert wurde.

Die Sonde befinde sich nach wie vor in gutem Zustand, teilte die Nasa mit. «New Horizons» flog mit rund 51'500 Kilometern pro Stunde in rund 3500 Kilometern Abstand an «Ultima Thule» im sogenannten Kuipergürtel vorbei. Über den Himmelskörper ist bislang extrem wenig bekannt.

Die rund 700 Millionen Euro teure «New Horizons»-Mission hat schon einiges hinter sich: Im Januar 2006 war die Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet, danach an zahlreichen Planeten vorbeigekommen. 2015 passierte sie als erster Flugkörper Pluto.

«Osiris Rex» mit Rekord

Einen weiteren Rekord stellte die Sonde «Osiris Rex» auf, die in eine extrem nahe Umlaufbahn um den Asteroiden Bennu einschwenkte. Sie kreist seit Montagabend in 1,75 Kilometer Entfernung vom Asteroidenkern um Bennu. So dicht habe sich nie zuvor ein Raumfahrzeug seinem Untersuchungsobjekt angenähert, teilte die Amerikanische Astronomische Gesellschaft mit.

Zudem sei Bennu mit einem Durchmesser von 500 Metern das kleinste Objekt im All, das je von einer Sonde umkreist wurde. «Osiris Rex» soll den Angaben zufolge Bennu bis Mitte Februar einmal in 62 Stunden umkreisen. Die Forscher hoffen, mehr über Bennu zu erfahren. Nach rund zwei Jahren und mehr als 650 Millionen zurückgelegten Kilometern war «Osiris Rex» Anfang Dezember bei dem Asteroiden angekommen.

Wenn alles nach Plan läuft, wird sich die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde im Jahr 2020 Bennu so weit nähern, dass sie eine Probe von 60 bis 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Von der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission erhoffen sich die Wissenschaftler der Nasa Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

Der tiefschwarze Bennu könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden.

(sda)