Cassini

27. April 2017 15:12; Akt: 27.04.2017 15:28 Print

Raumsonde wirft einen Blick auf Saturns Wolken

Zwischen der Atmosphäre des Saturn und seinen Ringen sind der Raumsonde Cassini spektakuläre Bilder des Planeten gelungen.

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Die Raumsonde Cassini ist nach fast 13-jährigem Flug rund um den Saturn zu ihrer letzten Mission aufgebrochen. Die Sonde tauchte am Mittwoch in die bislang unerforschte Zone zwischen dem Planeten und seinen inneren Ringen ein.

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Nach dem Start der letzten Cassini-Mission ging laut Nasa der Funkkontakt erwartungsgemäss verloren, als sich die Sonde dem Saturn so stark anzunähern begann wie nie zuvor. Inzwischen ist der Kontakt wiederhergestellt, und die Sonde hat mit der Übermittlung von Bildern und Daten begonnen.

Die heute von der Nasa veröffentlichten Bilder zeigen bisher nie gesehene Ansichten der Atmosphäre des zweitgrössten Planeten unseres Sonnensystems. In Kombination mit Messdaten erhoffen sich die Nasa, die ESA und die ebenfalls beteiligte italienische Raumfahrtbehörde ASI von den Aufnahmen neue Erkenntnisse über die Masse und das Alter der Saturnringe sowie das Innere des Planeten.

124'000 km/h schnell

Bei seinem Taucher in die Zone zwischen den Ringen und dem Planeten näherte sich Cassini auf etwa 3000 Kilometer der Wolkendecke an, die den Gasplaneten umgibt, wie die Nasa mitteilte.

Zwar waren die Verantwortlichen zuversichtlich, dass Cassini den Flug erfolgreich meistern würde, trafen aber Vorsichtsmassnahmen. So drehten sie die Sonde so, dass sie mit ihrer schüsselförmigen Antenne voranflog – als Schutz gegen allfällige Partikel. Bei einer Fluggeschwindigkeit von rund 124'000 km/h hätten schon kleinste Partikel grossen Schaden anrichten können.

Doch dazu kam es nicht. «Mit Freude kann ich Ihnen mitteilen, dass Cassini wie geplant durch die Lücke schoss und auf der anderen Seite in hervorragendem Zustand wieder herauskam», sagte Earl Maize, Projektmanager bei der Nasa.

Das «grosse Finale» steht bevor

Die Sonde soll in den nächsten Monaten insgesamt 22-mal die rund 2400 Kilometer breite Zone zwischen den Ringen und dem Saturn durchfliegen. Als «grosses Finale» bezeichnet die Nasa die Mission, weil Cassini zum Abschluss im September in die Saturn-Atmosphäre eintauchen und verglühen soll. Die vor 20 Jahren losgeschickte Sonde nähert sich ihrem Lebensende, weil ihr Treibstoffvorrat nicht mehr lange reicht.

Cassini hat im Laufe der Jahre schon zahlreiche wertvolle Daten geliefert. So entdeckte die Sonde beispielsweise Wasserstoff-Moleküle vom Saturnmond Enceladus. Die Existenz dieser Moleküle ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aaraupanda am 27.04.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mehr davon!

    Fantastisch, welch unglaubliche Entdeckungen im All auf uns warten. Heute Erde, Morgen Mars und irgendwann das gesamte Weltraum!

  • Kepler am 27.04.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neues entdecken

    Alleine das die Mission es soweit geschafft hat, ist ein Zeugnis des menschlichen Bedürfnisses, seine Umwelt zu begreifen. Wer kleine Kinder hat, kennt sie, dieses alles andere unwichtig machende verlangen, zu verstehen, anzufassen und zu verstehen. Neugier ist es, die uns antreibt weiter zu gehen, mehr zu sehen, mehr zu verstehen, ungeachtet der Menschen, die sich ihren stillstand ergeben haben.

  • Thomas am 27.04.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie durch die Ringe

    wie durch die Ringe fliegen das hatte die NASA damals auch mit den Voyager Missionen vor wurde aber zum Glück nicht gemacht weil es auch zwischen den Ringen auch Staub Partikel hat und die Voyager es somit nicht überstanden hätten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Von Chengiken am 03.05.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Science Fiction Verschwörung!?

    Und dann lassen sie Cassini mitsamt dem Plutonium in den Saturn stürzen um eine 2. Sonne zu entzünden - the year we make contact!

  • Bertli am 28.04.2017 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist wunderbar!

    An all jene die glauben das Gelder anderswo gebraucht werden - ihr täuscht euch! Es geht auf der Erde mehr durch Kriege, militärische Aufrüstung und Wirtschaftskriminalität verloren als ihr glaubt! Ab ins All!

  • Häuptle eva am 28.04.2017 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    All

    Ich war schon immer fasziniert von Erde und Universum, jede Neuentdeckung bringt uns diesen Wundern näher, wir können Zusammenhänge erkennen die unser Verständnis erweitern. Das ist wichtig für die ganze Menschheit!!!

  • Noldi Schwarz am 28.04.2017 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Da war doch noch was...

    Nun sind wieder alle begeistert. Dass der "Treibstoff" Radionuklidbatterien sind, die den hochradioaktiven und hochgiftigen Stoff Plutonium-238 enthalten, wird natürlich verschwiegen. Wäre beim Start im Jahr 1997 etwas schief gelaufen, hätte das eine ziemliche Katastrophe ausgelöst.

    • Baselbieter am 28.04.2017 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      Energieversorgung äusseres Sonnensystem

      Pu-238 ist ein Alpha-Strahler und geht in die normale Natururanzerfallskette über. Wäre die Rakete nach dem Start explodiert, so wäre das Plutoniumdioxid in der Atmosphäre verteilt gewesen und hätte sich langsam auf der Erde verteilt. Die knapp 20kg Pu-238 wären verglichen mit der weltweiten Freisetzung anderer künstlicher Isotope vernachlässigbar gewesen. Was hätten Sie denn als bessere Alternative zur Energieversorgung der Cassinisonde mitgegeben?

    • manoman am 28.04.2017 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Wikipedia

      sagt Ihnen wie der Aufbau ist zu ihrem kritisierten Thema. Die welche das Ding entwickelt haben waren ziemlich sicher intelligenter als Sie.. denken. ;)

    • Chris am 28.04.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Baselbieter und manoman

      Waren die Entwickler der Challengerfähre auch und die ist - aha, beim Start explodiert. WENN dann mal was passiert, sind Baselbieter und manoman garantiert die ersten, die laut nach Genugtuung schreien, aber hier grosse Reden schwingen, das geht natürlich...

    • Baselbieter am 28.04.2017 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      @ Chris

      Die Radioaktivität wäre lediglich 0,1% von der Freisetzung des Reaktorunglücks in Tschernobyl gewesen. So ein Risiko sollte für solch eine spannende Mission eingegangen werden.

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  • Thomas am 27.04.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie durch die Ringe

    wie durch die Ringe fliegen das hatte die NASA damals auch mit den Voyager Missionen vor wurde aber zum Glück nicht gemacht weil es auch zwischen den Ringen auch Staub Partikel hat und die Voyager es somit nicht überstanden hätten.

    • Reto K. am 28.04.2017 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Wie man durch die Ringe fliegt? Man wählt einen Orbit der keine Schnittpunkte mit den Ringen hat. Die Ringe und Saturn sind um zirka 26° geneigt, wenn der Orbit also "auf 0° liegt" und entsprechend gross/klein/elliptisch ist fliegt man an den Ringen vorbei.

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