Rekordflügel

08. Juli 2014 10:31; Akt: 08.07.2014 10:34 Print

Riesen-Urvogel widerlegt Flugtheorien

Vögel mit einer Flügelspannweite von mehr als fünf Metern können nicht fliegen. So dachte man. Doch ein ausgestorbener Riesenvogel belehrt uns eines Besseren.

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Ein ausgestorbener Riesenvogel mit einer Rekord-Flügelspannweite von etwa 6,4 Metern war vermutlich ein exzellenter Gleitflieger. Er nutzte die aufsteigende Luft für seine Flugkünste gut aus, berichtet Daniel Ksepka vom Nationalen Zentrum für evolutionäre Synthese in Durham im Fachjournal «Proceedings of the National Academy of Sciences».

Bisher war der Wissenschaft kein flugfähiger Vogel mit einer grösseren Flügelspannweite bekannt. Der Wanderalbatros (Diomedea exulans) gilt als der heute lebende Vogel mit der grössten Spannweite — er kommt aber nur auf maximal 3,5 Meter.

Uralter Flieger

Pelagornis sandersi hingegen gehört zu einer ausgestorbenen Familie riesiger Seevögel, den sogenannten Pseudozahnvögeln (Pelagornithidae), und lebte vor etwa 25 bis 28 Millionen Jahren. Diese Tiere waren wie Kreaturen aus einem Fantasy-Roman — es gibt heute nichts Vergleichbares, sagte Ksepka laut einer Mitteilung des Bruce-Museums in Greenwich (US-Staat Connecticut). Dort arbeitet er jetzt als Kurator.

Frühere Untersuchungen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass albatrosähnliche Vögel nicht in der Lage sein könnten, sich in der Luft zu halten, wenn der Abstand zwischen linker und rechter Flügelspitze mehr als 5,1 Meter betragen würde.

Gleitflug möglich

Ksepka testete den aus dem Schädel und verschiedenen Flügel- und Beinknochen rekonstruierten Riesenvogel in einer Computersimulation auf die Gleitzahl und andere Flugeigenschaften. Weil die Knochenfragmente einen gewissen Spielraum zulassen, variierte er die Spannweite (zwischen 6,06 und 7,38 Metern) und das mögliche Gewicht (zwischen 21,9 und 40,1 Kilogramm) des Vogels.

Die Simulationen hätten bei den meisten Varianten eine Gleitflugfähigkeit ergeben, die nahe der Obergrenze heutiger Seevögel liege, erläuterte Ksepka in «PNAS». Allerdings sei es fraglich, ob der Riesenvogel sich mit eigener Flügelschlagkraft von der Meeresoberfläche hätte in die Luft erheben können.
Heutige Wanderalbatrosse schaffen es durch einen flatternden Lauf auf dem Wasser, während Fregattvögel mit einer Flügelspannweite von drei Metern nicht dazu in der Lage sind.

Gut angepasst

Wenn Pelagornis sandersi nicht vom Wasser aus starten konnte, könnte er sich Tiere knapp über der Wasseroberfläche geschnappt haben, vermutet Ksepka. Dazu würden auch die als Pseudozähne bezeichneten Knochenerhebungen auf den Kiefern passen, mit denen er seine Beute gut festhalten konnte. Anderen Vögeln ihre Beute abzujagen oder Nesträuberei kommen dem Wissenschaftler zufolge ebenfalls als Ernährungsstrategie in Betracht.

Die Überreste von Pelagornis sandersi wurden bereits 1983 bei Aushubarbeiten für den Ausbau des Charleston International Airport in South Carolina entdeckt. Der damalige Kurator des Charleston-Museums, Albert Sanders, leitete die Bergungsarbeiten. Nach ihm in die neue Vogelart benannt. Die Knochen des grössten fliegenden Vogels liegen bis heute im Museum.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michél am 08.07.2014 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht ist alles

    Es gibt ja die These das die Erde damals sowieso eine andere Erdanziehungkraft und Atmosphäre hatte, da auch die Dinos ab ihrem eigenen Gewicht sonst zerquetscht worden wären. Auch wächst die Erde ja ständig, durch die Materie aus dem Universum.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michél am 08.07.2014 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht ist alles

    Es gibt ja die These das die Erde damals sowieso eine andere Erdanziehungkraft und Atmosphäre hatte, da auch die Dinos ab ihrem eigenen Gewicht sonst zerquetscht worden wären. Auch wächst die Erde ja ständig, durch die Materie aus dem Universum.