Wichtige Entdeckung

26. September 2019 19:58; Akt: 26.09.2019 19:58 Print

Riesiger Planet dürfte gar nicht existieren

Forscher aus Spanien und Deutschland haben einen neuen Riesenplaneten entdeckt. Eigentlich müsste dieser viel kleiner sein.

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Eigentlich dürfte es diesen Planeten gar nicht geben: Rund 30 Lichtjahre von der Erde entfernt kreist ein Riesenplanet um einen kleinen Stern, bei dem Forschende eigentlich nur viel kleinere Planeten erwarten würden.

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Ein Forschungsteam aus Spanien und Deutschland hat bei einem roten Zwergstern (GJ 3512) einen Planeten entdeckt, der viel massereicher ist als nach bisherigen Annahmen möglich scheint. Forschende der Universität Bern sind dem Rätsel auf den Grund gegangen, wie dieser Riesenplanet entstanden sein könnte. Von den Ergebnissen berichten sie nun im Fachblatt «Science».

GJ 3512 hat nur etwa ein Zehntel der Masse der Sonne, wie die Uni Bern am Donnerstag mitteilte. «Es sollte um solche Sterne eigentlich nur erdgrosse Planeten oder höchstens etwas massereichere Super-Erden geben», liess sich Christoph Mordasini von der Uni Bern zitieren. Der Planet, der den kleinen Stern umkreise, besitze aber etwa die Hälfte der Masse Jupiter, und sei somit mindestens eine Grössenordnung massereicher als erwartet.

Modell sagt kleine Planeten voraus

«Unser Modell zur Entstehung und Entwicklung von Planeten sagt voraus, dass bei kleinen Sternen eine grosse Zahl von kleinen Planeten gebildet werden», sagte Mordasini. Das passt gut zu den Beobachtungen beispielsweise beim Planetensystem Trappist-1. Die Entdeckung des Zwergsterns mit gleich sieben etwa erdgrossen Gesteinsplaneten sorgte vor rund drei Jahren für Schlagzeilen.

Der Planet um den GJ 3512 passt nun aber so gar nicht ins Bild. Womöglich beruht die Entstehung des Riesenplaneten GJ 3512b auf einem anderen Mechanismus als dem, der dem bisherigen Modell zugrunde liegt, vermuten die Forschenden. Bisher geht man davon aus, dass Planeten sich aus Partikeln der Staub- und Gasscheibe um den jungen Stern zu kleine Klumpen zusammenballen, die allmählich heranwachsen.

Wichtige Entdeckung

Möglicherweise entstand der Planet GJ 3512b jedoch durch einen sogenannten gravitationellen Kollaps. «Dabei kollabiert ein Teil der Gasscheibe, in der die Planeten entstehen, direkt unter seiner eigenen Schwerkraft», sagte Mordasini.

Allerdings habe dieser Erklärungsansatz Probleme. «Wieso ist in diesem Fall der Planet nicht noch weiter angewachsen und noch näher zum Stern gewandert?», fragt der Astronom. Beides würde man erwarten, wenn die Gasscheibe genug Masse habe, damit sie unter ihrer Gravitation instabil werden könne. «Der Planet GJ 3512b stellt also eine wichtige Entdeckung dar, die unser Verständnis, wie Planeten um solche Sterne entstehen, verbessern sollte.»

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dc am 26.09.2019 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Möglicherweise ein ehemals sternloser planet der da vom gravitationsfeld eingefangen wurde, oder vieleicht gabs da auch mal einen massereicheren stern, der bereits ausgebrannt ist. Auch für möglich halte ich es, dass dies vieleicht mal ein doppel sternsystem war, und der "planet" eigentlich die bereit komplett ausgekühlten überreste des 2. Sterns sind. Hoffe zukünftige forschungen bringen da licht ins dunkle

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  • Sven am 26.09.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    weiter so

    vielen Dank für den interessanten Bericht

  • Ugi am 26.09.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Star Wars

    Es ist ein Todestern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Merk Urgestein am 30.09.2019 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte allen Vorgängern das Zertifikat entziehen

    Und wer wohnt da?

  • Liqui D. am 30.09.2019 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sprich Wassergehalt des menschlichen Körpers

    Ist immer so lustig wenn da von Masse geschrieben wird wenn doch jeder weiss dass alles flüssig ist.

  • Albert Zweistein am 30.09.2019 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt auch möglich

    Vielleicht kreist der Stern um den Planeten..

    • fear not the psycho am 01.10.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Albert Zweistein

      Um genau zu sein, kreisen beide um das Baryzentrum des Sternensystems. Da bisher ausnahmslos Sterne als massereichste Objekte innerhalb eines Sternensystems beobachtet wurden, wird auch in diesem Fall der gemeinsame Massenmittelpunkt im, bzw sehr nah am Stern liegen. Für den Stern bedeutet dies ein leichtes zittern, während der wesentlich masserärmere Planet einer eliptischen Kreisbahn folgt. In unserem Sonnensystem liegt das Baryzentrum, je nach Position der zwei Gasriesen Jupiter(0.1% der Sonnenmasse) und Saturn(0.03% der Sonnenmasse) zu einander, entweder innerhalb der Sonne oder maximal ca. 2 Sonnenradien vom Mittelpunkt unseres Heimatsternes. Die Sonne vereint etwa 99.9% der Masse des gesamten Systems auf sich, weshalb es so erscheint, daß alles um das Zentralgestirn kreist. Jedoch ist dies nicht überall so, in Doppelsternsystemen, ist das Baryzentrum weit außerhalb der Sterne, auch Planeten und Monde haben ein Baryzentrum, welches sie gemeinsam umkreisen.

    • Angelo R. am 07.10.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      jaa..

      ehm.. okee.. da kennt sich jemand aus :-)

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  • Swissgirl am 30.09.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnütze Forschungen

    Und was nützen all diese Forschungen? Die Kosten nur massenhaft Geld und bringen rein gar nichts. Aber eben der Mensch muss etwas machen und sei dies noch so sinnlos.

    • Stimmt Sowasvon am 30.09.2019 21:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Swissgirl

      Man sollte eine neue WM Sportart einführen: Wer am schnellsten und am weitesten vom Spiegelbild wegrennen kann.

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  • Kritik Ker am 30.09.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Abflug

    Dann gehen wir doch mal kurz hin und schauen und das näher an.