Japanisches Wrack

06. Dezember 2013 22:36; Akt: 06.12.2013 22:38 Print

Riesiges U-Boot vor Hawaii entdeckt

Meeresforscher haben vor der Insel O'ahu ein japanisches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Es war 1946 von der US-Armee versenkt worden.

Der erste Blick auf das U-Boot: Aufnahmen vom Tauchgang. (Quelle: Youtube/Hawaii Undersea Research Laboratory)
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Forschern des Hawaii Undersea Research Laboratory ist vor O'ahu, einer der Hauptinseln von Hawaii, eine unerwartete Entdeckung gelungen: Sie stiessen auf das Wrack eines japanischen U-Bootes der I-400-Klasse. Nur drei Boote dieser Art wurden während des Zweiten Weltkrieges fertiggestellt. Mit einer Länge von 122 Metern gehören sie zu den grössten je gebauten U-Booten mit konventionellem Antrieb. Bei den I-400 handelt es sich um Unterwasser-Flugzeugträger, die drei Bomber-Flugzeuge inklusive Munition und Ersatzteilen mitführen konnten.

Zum geplanten Angriff auf die US-amerikanische Westküste kam es aber nicht mehr. Das U-Boot fiel gegen Ende des Zweiten Weltkrieges den Amerikanern in die Hände. Nach dem Krieg verlangte die Sowjetunion unter Berufung auf alte Verträge Informationen über alle japanischen U-Boote. Doch das Verhältnis zwischen den einstigen Verbündeten hatte sich deutlich abgekühlt – so versenkte die US-Armee die erbeuteten U-Boote, damit die hoch entwickelte Technologie der Japaner nicht dem neuen Feind in die Hände fiel.

Zufälliger Fund

Nun haben die hawaiianischen Forscher das U-Boot zufälligerweise entdeckt – viel näher an der Küste als vermutet. Der beteiligte Forscher Terry Kerby sagte in einer Pressemitteilung: «Unseren Nachforschungen zufolge hätte es viel weiter auf dem Meer draussen sein sollen.» Umso erstaunter waren die Wissenschaftler, als vor der südwestlichen Küste von O'ahu in 700 Metern Tiefe plötzlich das Wrack des riesigen U-Bootes vor ihren bemannten Mini-U-Booten auftauchte (siehe Video).

Die Entdeckung vom August wurde erst diese Woche nach Absprache mit dem US-Aussenministerium und der japanischen Regierung publik gemacht. Das Hawaii Undersea Research Laboratory hat bereits vier der fünf versenkten japanischen U-Boote gefunden, darunter 2005 ein Schwesterschiff des I-400, das I-401.

(lmm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jens Wegener am 07.12.2013 05:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superlativen

    Die Japaner haben schon die beiden grössten Schlachtschiffe gebaut, die grössten Zerstörer, Anfang der 40er Jahre hatten ausserdem die Amerikaner der japanischen Mitsubishi Zero (Kampf-Flieger) nicht viel entgegenzusetzen. Unglaublich was die Japaner in nur 30 Jahren seit dem 1. Weltkrieg erforscht und gebaut haben.

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  • Stefan am 07.12.2013 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht doch...

    Im Turm des U-Bootes war ein Lift und Tor integriert. Auch die japanischen Flieger hatten einklappbare Flügel, die erst an Deck für den Flug ausgeklappt wurden. Gestartet sind die Flieger logischerweise im aufgetauchten zustand des Bootes. Ob das Deck über ein Katapult verfügte wie heutige Träger und ob es sich um Wasserflugzege handelte, weiss ich nicht mehr. Kannst ja mal googeln ;-) Irgendwie für damalige Verhältnisse schon krass das Boot. Man stelle sich damals eine mondlose Nacht in LA vor, ein Flugzeug ist zu hören und dann plötzlich Explosionen...

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  • Fritz Brause am 06.12.2013 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte...

    ...Dieses technische Denkmal, falls möglich, bergen und museal zugänglich machen, aber dabei auch nicht zerpflücken und zerstören, wie beispielsweise bei vielen Exponaten (Lokomotiven und Schiffe) im Verkehrshaus Luzern. Nach dem Krieg hat man viele Schiffswracks gehoben und wieder seetüchtig gemacht, warum sollte das heute nicht gehen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nik am 08.12.2013 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich..

    Manchmal ist es schon erstaunlich, was für Energie und Resourcen der Mensch einsetzt, nur um sich gegenseitig zu bekämpfen. Vielleicht wäre es ja kostengünstiger mal den Umgang untereinander zu verändern..

  • mafu am 08.12.2013 01:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    I 400

    das I 400 hätte für die amerikanischen städte der horror werden können, die geplanten angriffe mit chemiewaffen wurden jedoch aus "moralischen und menschlichen" gründen nicht durchgeführt. krass wenn man bedenkt, dass die amis japan mit atombomben bombardiert haben, die kannten die o.g. gründe nicht. fakt ist, dass kaiserreich japan war eine der fortschritlichsten nationen damals und das I 400 eine Ingeniur-Meisterleistung zu dieser Zeit. viele heutige us-waffensysteme basieren auf deutsche oder japanische kriegstechnik aus dem 2.wk.

    • Slim Shady am 08.12.2013 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Nunja, wenn man bedenkt, was japanische Soldaten in China alles amgerichtet haben, glaube ichkaum, dass sie in den USA aus moralischen und menschlichen Gründen keine derartigen Waffen gezündet haben sollen.

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  • Alois B am 07.12.2013 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    "Kinderspielzeug"

    Alles schön und gut. Jedoch brauchte man ca. 1 Stunde um alle drei Flugzeuge zusammenzubauen, aufzumunitionieren und in die Luft zu bringen! Das ist sogar zu Friedenszeiten eine Ewigkeit, geschweige denn in einem Krieg! Also diente dieses U- Boot rein der psychologischen Kriegsführung. Genauso wie z.B. der mit einem einfachen "Piep- Signal", einem Thermometer und 21 Tagen "Lebensdauer" ins Orbit geschossene russische "Sputnik"! Was da nicht alles damals reininterpretiert wurde:-) Darum: Solange man nicht eine Funktionsfähige z.B. "CVN-77" unter Wasser bekommt bleibts beim "Kinderspielchen"!

    • Rico am 07.12.2013 20:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Alois

      Die sogenaten Kinderspielzeug sollte Menschen in den USA töten und was wahr schon 1 Stunde zu diesem Zeitpunkt? Da wahr die Welt noch nicht so vernetzt miteinander,da musste man noch suchen mit Fluzeugen,Booten usw nicht mit Sateliten,Drohen,Düsenjäger. Bitte nochmal infomieren gehen was die Japaner damit bezwecken wollten.

    • Albert am 08.12.2013 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      wahr oder war?

      wahr oder war?

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  • Stefan am 07.12.2013 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht doch...

    Im Turm des U-Bootes war ein Lift und Tor integriert. Auch die japanischen Flieger hatten einklappbare Flügel, die erst an Deck für den Flug ausgeklappt wurden. Gestartet sind die Flieger logischerweise im aufgetauchten zustand des Bootes. Ob das Deck über ein Katapult verfügte wie heutige Träger und ob es sich um Wasserflugzege handelte, weiss ich nicht mehr. Kannst ja mal googeln ;-) Irgendwie für damalige Verhältnisse schon krass das Boot. Man stelle sich damals eine mondlose Nacht in LA vor, ein Flugzeug ist zu hören und dann plötzlich Explosionen...

    • chkoh am 07.12.2013 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      Habe etwas gefunden!

      Schaut mal auf nach. Gestartet wurde anscheinend mit Katapult - gelandet wurde im Wasser mit Schwimmern. Schon spannende Sache. Flugzeuge in einem U-Boot.... unvorstellbar.

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  • Nemo am 07.12.2013 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U-Grippen

    Unterwasser-Flugzeugträger?! Die Unterwasser-Flugzeuge möchte ich sehen. Die Piloten tragen Taucherbrille und Schnorchel...

    • kk am 07.12.2013 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht unter dem Wasser

      Die Flugzeuge waren im oberen Teil des U-Bootes, um loszufliegen mussten sie natürlich auftauchen;)

    • Nachbar am 07.12.2013 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Unterwasser Flugzeugträger

      Falls Ihr Post tatsächlich ernstgemeint ist: Nein, genauso wie die Deutschen auftauchten und viele Schiffe mit dem Bordgeschütz versenkten, so musste der Japaner selbstverständlich auch aufgetaucht sein, um die Hangare zu öffnen und die Flugzeuge erst einmal startklar zu machen. Die befanden sich sozusagen 'zusammengefaltet' im Rumpf. Gemeinhin lässt sich dieses U-Boot auch nicht mit den grossen Flugzeugträgern vergleichen - die hatten auch nur drei Flugzeuge an Bord. Übrigens, meinen Sie etwa den Gripen?

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