Multi-Sensor

06. Januar 2016 16:01; Akt: 06.01.2016 16:01 Print

Roboter erkennt, ob Bomben im Koffer sind

Bisher müssen Einsatzkräfte herrenlose Gepäckstücke aus nächster Nähe unter die Lupe nehmen. Das ist lebensgefährlich. Künftig sollen Roboter das übernehmen.

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In Zeiten steigender Terrorgefahr ist jeder herrenlose Koffer verdächtig. Schliesslich könnte in ihm eine Bombe oder ein Brandsatz stecken. Weil man ihm das von aussen jedoch nicht ansieht, müssen Sprengstoffexperten ihn entweder aus nächster Nähe untersuchen oder ihn präventiv sprengen, auch wenn der Inhalt eigentlich harmlos wäre.

Damit soll künftig Schluss sein: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR haben einen aus der Ferne steuerbaren Messroboter entwickelt. Diese sogenannte multimodale Sensor-Suite kann nicht nur harmlose Gepäckstücke von Kofferbomben unterscheiden, sondern im Zweifelsfall auch Auskunft darüber geben, aus welchen Teilen die Bombe besteht und wie diese im Gepäck angeordnet sind.

Mehr Sicherheit für Menschen

Das ist neu, denn «mit bisherigen Verfahren lassen sich Kofferbomben nicht dreidimensional darstellen, eine räumliche Zuordnung des Inhalts ist nicht oder nur bedingt möglich», zitiert das Institut Projektleiter Stefan Lang in einer Mitteilung. Der neue Roboter verfügt über einen Millimeterwellen-Scanner, eine hochauflösende digitale Kamera und eine 3-D-Umgebungserfassung. Zusammen wirken sie wie ein Radar.

Ein im Roboter integrierter Computer sammelt die Daten und schickt sie dann an einen Rechner, der die Einzelbilder zu einem grossen Ganzen zusammensetzt. Damit können die Sprengstoffexperten die Bedrohungslage schnell beurteilen, ohne sich der möglichen Gefahrenquelle körperlich nähern zu müssen.

Bis das Hightech-Gerät zum Einsatz kommt, dauert es aber noch. Denn die ersten Tests beginnen erst Mitte 2017. Auf den Markt kommen soll der Roboter 2019.

(fee)