Wissenschaftler alarmiert

29. Januar 2020 16:35; Akt: 29.01.2020 16:35 Print

Pazifik ist so sauer, dass sich die Krebse auflösen

Die Versauerung der Meere schreitet voran: Im Pazifik lösen sich deswegen vielerorts schon die Schalen der Kalifornischen Taschenkrebse auf.

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Meeres­forscher haben eine erschreckende Entdeckung gemacht: Entlang der nördlichen US-Westküste und in Kanada ist der Pazifik so sauer geworden, dass dies die Tierwelt ­gefährdet. Dies zeigt eine neue Studie im Auftrag der US-Wetter- und Ozeanografie­behörde (NOAA), die im Fachblatt «Science of the Total Environment» publiziert wurde.

Die Kalifornischen Taschenkrebse – ein wichtiges Produkt der Fischerei in den Küstenstaaten Kalifornien, Oregon, Washington, Alaska und British Columbia (Kanada) – gehören zu den ersten Opfern: Die Krustentiere weisen gemäss einer Studie vielerorts buchstäblich aufgelöste Schalen auf. Zudem sind oft ihre Sinnesorgane beschädigt. Bereits bei den Larven von Krabben wurden Schäden festgestellt.

«Früher als erwartet»

«Wenn die Krabben bereits betroffen sind, müssen wir uns ernsthaft um die verschiedenen Komponenten der Nahrungskette kümmern, bevor es zu spät ist», sagt Studienleiterin Nina Bednarsek. «Solche Veränderungen haben wir erst viel später erwartet.»

Die betroffenen Krabben sind kleiner als üblich und haben zunehmend Mühe, zu schwimmen und Nahrung zu suchen. Zudem sind sie aufgrund ihrer oft beschädigten Sinnesorgane eine leichtere Beute für Fressfeinde.

Ganze Nahrungskette betroffen

Grund für die Probleme der Krebse ist, dass die Meere immer mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen – dies senkt den pH-Wert im Wasser, macht ­dieses also saurer. Seit 1880 sind die Meere um 26 Prozent saurer geworden. Gleichzeitig hat die Karbonat-Konzentration um 10 Prozent abgenommen.

Weniger Karbonat bedeutet, dass weniger Kalziumkarbonat entsteht. Dieses Molekül ist lebenswichtig für die Krebse. Für den Aufbau ihrer Panzer sind sie darauf angewiesen. Wenn die Karbonat-Konzentration zu niedrig ist, löst sich Kalziumkarbonat auf.

Weitere Folgen der Versauerung sind exzessives Algenwachstum und ein steigender Salzgehalt des Meeres, wie die NOAA schreibt. Be­troffen von der Versauerung sind auch Korallen, Muscheln und sogar das Plankton – die Grundlage der Nahrungskette im Meer.

(trx)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Konrad Schläpfer am 29.01.2020 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur beginnt sich zu wehren

    Sieht so aus als würde es bald zu Ende gehen mit der Menschheit. Die Natur wehrt sich gegen die Übervölkerung, die Erde erträgt keine 8 Milliarden Schädlinge.

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  • .::A.K::. am 29.01.2020 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt mich traurig

    Eine absolut traurige Entwicklung :-( Der Mensch versteht es, Alles & Jeden zu zerstören !

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  • Teller Rand am 29.01.2020 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    123 los gehts

    Ich freue mich schon auf die kreativen Ergüsse der Klimaleugner hier! Nein, der Mensch hat natürlich keinen Einfluss auf Umwelt und Klima! Das war schon immer so.... Bla bla bla.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • WilhelmTell41150 am 30.01.2020 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Umweltbelastungen vermeiden!

    Am einfachsten wäre es, Kriege zu verbieten, die Waffen- und Munitionsproduktion einzustellen und für Frieden auf Erden zu sorgen, wäre wahrscheinlich besser als die armen Autofahrer weiter zu mobben. Die Natur schlägt garantiert zurück, aber das spielt ja keine Rolle, die nächste Generation darf es dann ja ausbaden.

    • 5Ger am 30.01.2020 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @WilhelmTell41150

      Ja, ja. Seht Ihr Kinder? Das kommt dabei heraus wenn man kifft und nacher Kommentare schreibt.

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  • in alter frische am 30.01.2020 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    alles ins Meer schütten

    Unter Verklappung versteht man die Entsorgung 1982 beendet die Bayer AG die Dünnsäureverklappung in der Nordsee; Der größte Teil der mehr als fünf Millionen Tonnen jährlich in Europa anfallenden Dünnsäure wurde früher in der Nordsee von Schiffen verklappt oder per Pipeline ins Meer geleitet. In Deutschland verklappte die Kronos Titan GmbH 20 Jahre lang mit zwei Tankschiffen (Kronos und Titan) bei voller Produktion je bis zu 1200 Tonnen Dünnsäure pro Tag. Laut einem Bericht in der Tagesschau kamen Wissenschaftler zum Schluss, dass Fische in den Verklappungsgebieten erkrankt sind

    • Held der Linken am 30.01.2020 21:27 Report Diesen Beitrag melden

      Auch als Linker muss ich sagen

      Jetzt rechne doch bitte mal aus, wieviele ppq das sind? IRRELEVANT auf die gesamte Menge. Herr lass Hirn regnen!

    • 5Ger am 30.01.2020 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Held der Linken

      Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, ob eine sachgerechte Neutralisation nicht billiger gewesen wäre. Es fallen bei diversen industiellen Abläufen auch basische Abwässer an. Das Problem wäre also recht günstig lösbar gewesen.

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  • Mafioso am 30.01.2020 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schnellere Problemlösung

    Es gibt sicher bei unserem südlichen Nachbarn, Menschen, die sich über richtig saure Meere freuen würden. Sie denken, dass sich darin einige "Probleme" viel schneller lösen liessen.

    • in alter frische am 30.01.2020 17:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Mafioso

      Fische ohne Gräten, Krappen haben keine Scheren und Schweine einmal schwimmen lasen nachher Knochenlos ;=((

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  • Grüner Kiffer am 30.01.2020 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt stirbt und alle schauen nur zu.

    Hilfe, hilfe, was passiert nur mit unserer Welt. Die Meere werden tot, die Tiere werden tot und am Schluss wird der Mensch auch tot. Mir macht die tote Natur sehr Sorgen. Immer mehr Pflanzen sterben und Insekten auch. Ich frage mich ob es in ein paar Jahren noch Insekten hat, die meine Pflanzen noch bestäuben? Es ist echt traurig. Können da Greta Donald und die SVP nichts dagegen machen? Was ist, wenn es einen Atomkrieg gibt? Schmilzt dann das Plastik in den Weltmeeren?

  • rourou am 30.01.2020 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    halb so wild

    dann machen wir anstatt Krabensuppe den Hundegulasch ala Greta.