Studie

25. August 2010 16:10; Akt: 25.08.2010 16:18 Print

Scheidungskinder rauchen öfter

Ab sofort haben Ehepaare mit Kindern, die eine Scheidung in Erwägung ziehen, einen weiteren Punkt, den sie bedenken müssen: Ihre Kinder werden vermutlich früh zu Rauchern.

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Laut der Studie aus Deutschland erhöht vor allem die Scheidung der Eltern während der Kindheit das Rauchrisiko. Es steigt bei westdeutschen Scheidungskindern um 14 Prozent und liegt bei Ostdeutschen und Migranten sogar um 25 Prozent höher als bei Sprösslingen aus «klassischen» Familien.

Gut 40 Prozent der jungen Leute aus sämtlichen Haushalten mit nur einem Elternteil sind Raucher. Nur 35 Prozent sind es hingegen bei Jugendlichen, die mit beiden Eltern aufwachsen. «Generell ist der Tabakkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Osten etwas höher als im Westen», sagt Studienautor Thomas Siedler vom Forschungsinstitut DIW in Berlin.

Wichtig ist zudem das Elternvorbild: «Die Raucherquote bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt bei fast 50 Prozent, sofern die Mutter raucht, im Vergleich zu weniger als einem Drittel bei Jugendlichen, deren Mutter Nichtraucherin ist», sagt Siedler.

In Deutschland geht die Raucherquote seit Jahren zurück, derzeit raucht noch ein Drittel der Erwachsenen. «Vor allem bei Jugendlichen haben politische Massnahmen gewirkt», sagt Siedler. Dennoch seien weitere spezielle Strategien wichtig: «Die Scheidung der Eltern ist für junge Menschen ein grosser Stressfaktor, der oft zum Griff nach der Zigarette führt.»

(sda)