Gorham-Stout-Erkrankung

27. April 2018 10:51; Akt: 27.04.2018 10:51 Print

Seltene Krankheit löst bei Schottin die Knochen auf

Die Symptome einer Schottin sind an und für sich nicht ungewöhnlich. Ganz anders der Auslöser. Die 44-Jährige leidet nämlich an einer seltenen Krankheit.

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Bis auf die Schmerzen in der linken Schulter fühlt sich die Schottin eigentlich topfit. Daher macht sie sich zunächst keine Sorgen. Doch als es ihr schliesslich schwerfällt, den Arm zu bewegen, sucht sie in Edinburgh einen Orthopäden auf.

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Der lässt ein MRT der betroffenen Körperpartie anfertigen. Beim Betrachten der Bilder bemerkt er, dass ein Stück des Oberarmknochens brüchig aussieht. Um sicherzugehen, dass für die Auffälligkeit kein Tumor verantwortlich ist, entnimmt er zusätzlich noch eine Gewebeprobe, später noch eine. Beide Male findet der Mediziner nichts, was auf Krebs hindeuten würde.

Rätselraten und Fehldiagnosen

Weil die Schmerzen auch zwei Monate später unverändert sind, macht der Arzt noch eine dritte Biopsie – und wird fündig, wie es in den «BMJ Case Reports» heisst. Er entdeckt etwas, was wie eine Knochenwulst aussieht. Eine solche bildet sich oft nach Knochenbrüchen. Entsprechend fällt die Diagnose aus. Eine Fehldiagnose, wie sich zeigen wird.

Denn zehn Monate später steht die 44-Jährige erneut auf der Praxismatte: Ihr Arm schmerzt nach wie vor und ist mittlerweile geschwollen. Die Ärtze beschliessen, ein weiteres Röntgenbild zu erstellen. Was sie darauf entdecken, überrascht sie: Der Oberarmknochen ist in der Zwischenzeit noch poröser geworden und scheint sich regelrecht aufzulösen.

Eine weitere Gewebeentnahme zeigt, dass Blut- und Lymphgefässe in den Knochen wuchern. Zudem scheinen sogenannte Osteoklasten – körpereigene Zellen – das Knochengewebe zu attackieren und zu zersetzen. Ferner scheint auch der Unterarmknochen betroffen zu sein.

Selten und weitgehend unbekannt

Nun stellen die Ärzte endlich die richtige Diagnose: Die Patientin leidet am sehr seltenen Gorham-Stout-Syndrom (GSD, siehe Infobox). Erstmals im Jahr 1954 beschrieben, sind bis heute nur etwa 200 Fälle bekannt.

Was die Krankheit begünstigt und auslöst, ist nach wie vor unbekannt. Daher gibt es auch keine explizite Therapie. Es wird aber versucht, mithilfe von Chemotherapien, mit Vitamin D oder Operationen einen weiteren Knochenabbau zu stoppen. Wie es mit der Schottin weitergehen wird, können die Ärzte deshalb nicht sagen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Zac am 27.04.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    halbes Leben gesund und dann das!

    was sagt uns das? Leben jeden Tag als sei es dein Letzter. Du weisst nie was morgen passiert.

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  • blopi am 27.04.2018 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich hatte

    sowas ähnliches, nur hat sich bei mir der knorpel zwischen meinen gelenken aufgelöst.... die knochen mussten dan angebrochen werden zur neuen knorpelbildung. sehr unschön

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  • Apop85 am 27.04.2018 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autoimmun

    Bei mir zerfrisst eine Autoimmunerkrankung meine Hüftknochen... Und das beste... Versicherung möchte die benötigten Medikamente nicht bezahlen... Und die Hüftkopfnekrose ist noch die mildeste Nebenwirkung meiner Erkrankung...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe am 27.04.2018 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fall für Alternativmedizin

    Schulmedizin kann keine Ursache finden, behandelt aber trotzdem? Alternative Analysegeräte betrachten den Menschen als ganzes. Beachten Ernährung, Allergien, Psyche, Parasiten, Vorerkrankungen, Gewohnheiten, Medikamente, Mängel, Umweltbelastungen, Säure-Basenhaushalt, Impfungen, Erbbelastungen, Strahlenbelastungen und mehr. Jede Therapie wird dadurch individuell. Ziel ist Heilung, nicht Dauerbehandlung.

  • FS am 27.04.2018 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unbekannt/bekannt

    Handelt es sich hier um eine Autoimmunerkrankung?

  • Butter bei die Fische am 27.04.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist kein Zufall

    Auch Krankheiten überfallen den Menschen nicht einfach so. Aber eigentlich weiss man ganz genau um die Ursachen von Krankheiten. Doch wenn das an die grosse Glocke gehängt würde, dann wäre das die Sabotage eines lukrativen Geschäftsfeldes. Jeder kann sich darüber informieren - am besten solange er noch gesund ist.

    • k.d. am 27.04.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Butter bei die Fische

      Klär uns dumme Unwissenden doch auf! Aber wird wohl schon einen Grund haben, warum es immer das gleiche ist und diejenigen die meinen, die Weisheit mit Löffeln gegessen zu haben, nicht mit der Sprache herausrücken!

    • Butter bei die Fische am 27.04.2018 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      @k.d.

      Dumm und unwisssend ist deine negative Wahrnehmung! Aber easy, glaub einfach weiter das, was du gerne möchtest und nimm einfach immer das an, was dir vom Silbertablett serviert wird - das ist superbequem. Vor allem von denjenigen, die von deinen Missständen profitieren und abhängig sind. Dinge einfach übernehmen und am besten, ohne das selbst zu hinterfragen. Die Menschen werden ja immer gesünder und haben auch immer mehr im Portemonnaie. Kann ja was nicht stimmen was? Guten Morgen :-)

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  • Apop85 am 27.04.2018 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autoimmun

    Bei mir zerfrisst eine Autoimmunerkrankung meine Hüftknochen... Und das beste... Versicherung möchte die benötigten Medikamente nicht bezahlen... Und die Hüftkopfnekrose ist noch die mildeste Nebenwirkung meiner Erkrankung...

  • blopi am 27.04.2018 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich hatte

    sowas ähnliches, nur hat sich bei mir der knorpel zwischen meinen gelenken aufgelöst.... die knochen mussten dan angebrochen werden zur neuen knorpelbildung. sehr unschön

    • Alyeska95 am 27.04.2018 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @blopi

      Kein Knorpel und gar kein Knochen mehr ist nicht wirklich vergleichbar...

    • John Hunki am 27.04.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      blobi

      Und ich hatte in dem Kniegelenk zuviel Knorpel das entfernt werden musste.

    • Medinski Doktoor am 27.04.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      blopi

      Der Körper kann keinen neuen Knorpel bilden, es ist physiologisch unmöglich.

    • Joe am 27.04.2018 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Medinski Doktoor

      Ist das die Weisheit aus den Lehrbüchern der Hüft- und Knieprothesenhersteller? Natürlich kann er Knorpel herstellen und viele dieser Operationen überflüssig machen. Dazu gibt es Studien. Aber in der Welt der Behandler war Heilung noch nie erwünscht.

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