Astronomie

09. Mai 2012 19:06; Akt: 09.05.2012 19:06 Print

Schweiz beteiligt sich an Super-Teleskop

Die Europäische Südsternwarte hat Grosses vor. Sie plant ein Teleskop, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen wird. Und die Schweiz wird an vorderster Front mit dabei sein.

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Am Mittwoch hat der Bundesrat grünes Licht gegeben: Die Schweiz wird sich am Bau des weltweit leistungsfähigsten Teleskops beteiligen. Der Schweizer Beitrag von rund 65 Millionen Franken entspricht 5 Prozent der Baukosten für das «European Extremely Large Telescope» (E-ELT) – zu deutsch «Europäisches Extrem Grosses Teleskop» – der Europäischen Südsternwarte (ESO).

Damit könne sichergestellt werden, dass die Schweizer Wissenschaft freien Zugang zu einer Spitzeninfrastruktur für die erdgebundene Astronomieforschung bekomme, schreibt das Departement des Innern (EDI). Die ESO habe einen revolutionären Entwurf vorgelegt. Das Grossteleskop werde um Grössenordnungen leistungsfähiger sein als alle heute existierenden Teleskope.

Mission: Bewohnbare Planeten finden

In der Tat wird das E-ELT ein Teleskop der Extraklasse sein. Mit seinem Hauptspiegel der 40-Meter-Klasse wird es das weltweit grösste Teleskop für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und des Infrarotlichts sein. Es kann 100 Millionen Mal mehr Licht sammeln als das menschliche Auge und mehr als alle zurzeit existierenden Teleskope der 8-10-Meter-Klasse zusammen.

Mit dem E-ELT sollen die Forscher nach Angaben der ESO in der Lage sein, sich einigen der grössten wissenschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Dazu gehört der Nachweis eines erdähnlichen Planeten in der «bewohnbaren Zone» eines Sterns. Der Beweis für die Existenz eines Planeten, auf dem sich Leben bilden könnte, gilt als Heiliger Gral der Astronomie. Darüber hinaus soll das E-ELT «Stern-Archäologie» in unseren Nachbargalaxien betreiben und grundlegende Beiträge zur Kosmologie leisten, indem es die Eigenschaften der ersten Sterne und Galaxien, der Dunklen Materie und der Dunklen Energie erforscht, wie die ESO weiter schreibt.

Kalt und windstill

Die ESO, die mit vollem Namen eigentlich «Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre» heisst und ihr 50-jähriges Bestehen feiert, betreibt ihre Einrichtungen an bisher drei Standorten in der chilenischen Atacamawüste. Die unwirtliche Region wurde in den 1960er Jahren gewählt, weil sie mit ihrer extrem trockenen Atmosphäre und kaum vorhandenen Luftströmungen ideale Bedingungen für die Himmelsbeobachtung liefert.

Mit dem E-ELT wird ein vierter Standort erschlossen. Das Observatorium soll in 3060 Metern Höhe auf dem Cerro Armazones zu stehen kommen. Das Teleskop soll in 11 Jahren gebaut werden, das Budget beträgt 1,3 Milliarden Franken. Den endgültigen Beschluss zum Bau und zur Finanzierung will der ESO-Rat im Juni treffen.

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zufriedener jugendlicher am 09.05.2012 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird in die Astronomie investiert :)

    Endlich mal wird wieder in die Astronomie investiert :) Ist doch viel besser mehr über die Entstehung des Lebens und neue Planeten zu entdecken als diese Gripen zukaufen. Die sind unnötig PS Niemand kann sagen das sie diese Weltraumbilder unintressant und hässlich finden

  • Linux-Geek am 10.05.2012 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    Mondteleskop besser

    Eine langfristig bessere Lösung läge darin, den Mond zu besiedeln und dort ein Teleskop aufzubauen. Man hätte extrem viele Vorteile wie 1/6 der Gravitation, somit wird der Spiegel weniger stark verbogen und man könnte ihn grösser bauen, keine Luft und damit keine atmosphärischen Störungen d.h. Bildqualität von Hubble, kein Streulicht, eine 28 tägige Nacht, kein Staub, welcher die Optik verschmutzt und wahrscheinlich noch einige mehr, die mir gerade nicht einfallen.

  • Hans B. am 09.05.2012 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Image

    Um den Status des extremen Wohlstandes in anderen Ländern zu sichern sind 65 Mio-. Sehr wenig

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pit Sursee am 10.05.2012 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierend aber unnütz.

    Was nützt es einen bewohnbaren Planeten zufinden, welchen wir in einer Million Jahren erreichen, falls wir mit Lichtgeschwindigkeit reisen können? Wir haben ja einen Planeten, man sollte das Geld verwenden um die Probleme auf diesem zu lösen.

  • Linux-Geek am 10.05.2012 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    Mondteleskop besser

    Eine langfristig bessere Lösung läge darin, den Mond zu besiedeln und dort ein Teleskop aufzubauen. Man hätte extrem viele Vorteile wie 1/6 der Gravitation, somit wird der Spiegel weniger stark verbogen und man könnte ihn grösser bauen, keine Luft und damit keine atmosphärischen Störungen d.h. Bildqualität von Hubble, kein Streulicht, eine 28 tägige Nacht, kein Staub, welcher die Optik verschmutzt und wahrscheinlich noch einige mehr, die mir gerade nicht einfallen.

  • S. Seppli am 10.05.2012 01:08 Report Diesen Beitrag melden

    Raumschiffeetntwicklung

    Naja dann sollte man aber auch unbedingt beginnen Weltraumfahrzeuge wie Raumschiffe zu entwickeln (oder zumindest Pläne .. da noch keine genügend schnelle Antriebe entwickelt wurden)

  • Hans B. am 09.05.2012 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Image

    Um den Status des extremen Wohlstandes in anderen Ländern zu sichern sind 65 Mio-. Sehr wenig

  • zufriedener jugendlicher am 09.05.2012 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wird in die Astronomie investiert :)

    Endlich mal wird wieder in die Astronomie investiert :) Ist doch viel besser mehr über die Entstehung des Lebens und neue Planeten zu entdecken als diese Gripen zukaufen. Die sind unnötig PS Niemand kann sagen das sie diese Weltraumbilder unintressant und hässlich finden