Studie belegt

01. Mai 2012 23:56; Akt: 01.05.2012 23:56 Print

Schweizer Jugendliche sind die Schlanksten

Die Jugend von heute soll unnütz sein? Falsch! In der Schweiz putzen sie artig die Zähne und essen oft Früchte. Niemand in Europa ist schlanker. Doch nicht alles ist Gold, was glänzt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweizer Jugendlichen sind im europäischen Vergleich zufrieden mit dem Leben, putzen regelmässig ihre Zähne und bewegen sich nur wenig, wie ein neuer Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darlegt. Der Bericht deckt grosse Unterschiede zwischen Ländern, aber auch zwischen sozialen Schichten auf.

Die Studie wurde 2009/2010 in 39 Staaten der WHO-Regionen Europa und Nordamerika durchgeführt. Hierfür wurden rund 200 000 Kinder und Jugendliche im Alter von elf, 13 und 15 Jahren zu gesundheitsrelevanten Themen befragt. Somit stellt der Report vor allem die subjektiven Einstellungen und Verhaltensweisen der Jungen dar.

«Das Jugendalter ist eine entscheidende Lebensphase, in der die jungen Menschen den Grundstein für mehr oder weniger Gesundheit im Erwachsenenalter legen», sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa in einer Mitteilung der WHO.

Jeder dritte US-Teenie ist zu dick

Die Schweizer Jugendlichen stechen darin in einigen Punkten hervor - positiv wie negativ. So sind die Schweizer Jugendlichen europaweit am schlanksten: Nur fünf Prozent der Elfjährigen sind übergewichtig, während es in den Vereinigten Staaten dreissig und in Portugal zwanzig Prozent sind.

Auch in punkto Gesundheitsverhalten sind die Schweizer Teens in einigen Dingen vorbildlich: Fast alle putzen mehrmals täglich die Zähne und essen regelmässig Obst. Allerdings liegen sie beim Sporttreiben ganz hinten: Nur elf Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Buben kommen täglich eine Stunde ins Schwitzen.

Schweizer Jugendliche schauen wenig fern

Die Schweizer Jugendlichen schauen europaweit am wenigsten fern: Nur etwa ein Viertel schaut wochentags mehr als zwei Stunden. Was die Jugendlichen dann mit ihrer Freizeit anfangen, lässt der Report offen: Nur neun Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Jungen verbringen mehr als vier Abende pro Woche bei Freunden - wenig im Vergleich zu europäischen Altersgenossen.

An der Schule gefallen den Schweizer Kindern überwiegend ihre Klassenkameraden: Über 80 Prozent finden ihre Klassenkameraden hilfreich. Die Schule an sich mag jedoch nur gut ein Drittel der Schüler. In Mazedonien gehen hingegen 89 Prozent der elfjährigen Mädchen sehr gerne in die Schule; in Kroatien jedoch nur 17 Prozent.

Soziale und regionale Ungleichheiten

Überhaupt deckte der Report grosse Unterschiede zwischen Ländern und Regionen auf. So rauchen in manchen Ländern 25 Prozent der 15-Jährigen, in anderen nur zehn - in der Schweiz sind es 15 Prozent der Mädchen und 19 Prozent der Jungen.

Wenig überraschend stellt der Report auch einen Zusammenhang zwischen dem Wohlstand der Familie und gesünderem Lebensstil fest. Kindern wohlhabender Eltern assen mehr Früchte und Frühstück und trieben mehr Sport. Ihre Kommunikation zu den Eltern war besser und die Zahl der engen Freunde grösser.

«Der Bericht verdeutlicht, dass die Situation in der Europäischen Region insofern nicht gerecht ist, als Gesundheit durch Alter, Geschlecht, geografische Lage und Wohlstandsniveau der Familie massgeblich geprägt wird», sagte Jakab. Mit dem Report hätte die Politik nun eine Entscheidungsgrundlage, um sich wo nötig für Veränderungen einzusetzen.

Grundlage für das ganze Leben

Die WHO ruft mit dem Report zur Prävention auf: Generell würden sich einmal aufgetretene Probleme im Lauf der Jugend verschärfen und könnten die Grundlage für Krankheiten im weiteren Leben sein. Besonders für die seelische Gesundheit sei das Jugendalter eine Schlüsselphase - vor allem bei Mädchen.

Bei ihnen nimmt die Zufriedenheit mit dem Leben in der Phase zwischen elf und 15 Jahren ab. Deutlich wird das in den Zahlen zum Körperbild von 15-jährigen Schweizer Mädchen: Nur 7 Prozent von ihnen sind gemäss ihrem Body-Mass-Index übergewichtig. Doch ganze 41 Prozent halten sich selbst für zu dick.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.K. am 02.05.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Glaube keiner Statistik...

    Die schlanksten und schauen am wenigsten fern? Ha wer's glaubt. Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.

    einklappen einklappen
  • Martin Rebweg am 02.05.2012 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    schön und gut, aber

    Wo ist der Artikel "Schweizer Frauen sind verklemmt"?

    einklappen einklappen
  • S.w. am 02.05.2012 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fernseher

    Das mit dem Fernsehen stimmt 100%ig nicht! Wenn man im europäischen Bereich online spielt redet jeder 2. deutsch.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philippe Sauter am 05.05.2012 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegenteil

    Cool Ich bin fast das exakte Gegenteil Ich bin eher dick ( nicht übergewichtig, aber hält pummelig ^^) Ich gehe vom Frühling bis in den Herbst fast IMMER mit mehreren Kollegen abends Fussball oder Unihockey spielen. Ich Schau nie fern ich Game lieber (strategiespiele) und rauche auch nicht ( mache generell kaum so ein Zeugs)

  • Mum am 03.05.2012 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitgemessene Umfrage

    Facebook und Co hat wohl das tv glotzen abgelöst, hierzu sollte angeschaut werden, wieviel Zeit die Kids am kompi, am Handy oder iPod verbringen. AHG und wie der Anteil an essgestörten ist wie Magersucht und Bulimie, wär auch spannend

  • informatiker am 02.05.2012 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pc != schlecht

    ich bin ein informatik lehrling. jeden 2. tag jogge ich 10km sprich um die 45 min. den rest sitze ich vor dem pc um vor allem im selbststudium asm oder sonst was zu lernen... dies sind auch mehrere stunden täglich... was ist da bitte schlecht dran? Heutzutage wird immer alles so pauschalisiert...

  • Jenn am 02.05.2012 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ob dick oder dünn... Ein Mensch bleibt ein Mensch

    Man muss diesen Artikel als grosses Lob aufnehmen... Die Schweiz hat die schlanksten Teenes obwohl wir Schweizer/innen am meisten "Schoggi" essen ;) haha verrückt aber wahr:) ich finde allg. ob dick oder dünn jeder Mensch bleibt Mensch :D

  • Nemi am 02.05.2012 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine zeit für dicke kinder

    Leider gehörte ich in meiner jugend nur kurz zu den schlanken. Nachdem ich mit 12 jahren 25 kilo abgenommen hatte und ein normalgewicht von ca. 50kg bei einer grösse von 1.56m hatte, erhielt ich von der familie keine unterstützung mehr und entwickelte eine essstörung. Heute, 10 jahre später wiege ich 88kg und kämpfe nach wie vor mit meinem gewicht und der essstörung.ich befinde mich auf einem guten weg und wünsche mir für die jetztige jugend mehr unterstützung durch die schule und dass sir von ihrer familie nicht allein gelassen werden,sollten sie an übergewicht leiden!