20 Monate unterwegs

04. Mai 2012 14:49; Akt: 04.05.2012 17:48 Print

Schweizer Solarboot schafft Weltumrundung

Fast 585 Tage lang war die MS Tûranor PlanetSolar unterwegs. Das Boot wurde während der ganzen Zeit nur von Sonnenenergie angetrieben. Am Mittag erreichte es nun den Hafen von Monaco.

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So funktioniert die Solarenergie.

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Das weltgrösste Solarboot MS Tûranor PlanetSolar hat allein mit Hilfe von Sonnenenergie die Erde umrundet. Am Freitag lief der Katamaran nach 59 600 Kilometern Fahrt in Monaco ein. Er war 584 Tage, 23 Stunden und 31 Minuten unterwegs. Die PlanetSolar war am 27. September 2010 zu ihrer Weltumrundung aufgebrochen. Am Freitagnachmittag kam sie im Hafen des Fürstentums Monaco an und beendete damit ihre über einjährige Reise, bei der sie 28 Länder angelaufen hatte.

Die Crew ging um 15.15 Uhr im Hafen an Land. Zur Mannschaft gehörte auch PlanetSolar-Initiator Raphaël Domjan. «Es ist aussergewöhnlich, was wir gemacht haben», sagte der Westschweizer auf Englisch im PlanetTV.

Angesprochen auf die Wirkung seiner Reise, sagte der 39-Jährige, der Ball liege nun bei der Politik. «Wir haben gezeigt, dass es möglich ist. Damit wollten wir der Politik einen Impuls geben.» Anschliessend liess er zusammen mit seinen Teamkollegen die Champagner-Korken knallen. Ziel der Weltumrundung war es denn auch, das Potenzial von erneuerbaren Energien aufzuzeigen und der Forschung Impulse zu geben. Der Name Tûranor - «Stärke der Sonne» - stammt aus J.R.R. Tolkiens «Herr der Ringe».

Von Burkhalter beglückwünscht

Aussenminister Didier Burkhalter, der eigens für die Ankunft des Solarbootes nach Monaco gereist war, gratulierte der Crew. Die PlanetSolar verbreite das Bild einer innovativen Schweiz, sagte der Bundesrat in einem Interview mit PlanetTV.

Dabei handle es sich jedoch nicht nur um ein Bild, sondern um Realität. Es sei die Aufgabe der Schweiz und gehöre zu ihrer Verantwortung, alternative Energieformen zu finden, sagte Burkhalter. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte das Projekt mit 300 000 Franken unterstützt.

Neben Burkhalter waren auch weitere Persönlichkeiten nach Monaco gereist, darunter «Präsenz Schweiz»-Chef Nicolas Bideau und Philippe Leuba, Regierungsrat aus dem Kanton Waadt, wo das Unternehmen PlanetSolar beheimatet ist.

Fürstlicher Besuch erwartet

Fürst Albert II. von Monaco wird am Samstag dem Solarboot einen Besuch abstatten. Bis am Montag wird der Katamaran in Monaco bleiben. Dann geht die Reise weiter nach Marseille, wo vom 9. bis 12. Mai die «Europäischen Solartage» stattfinden werden.

«Die erfolgreiche Weltumrundung ist für das Unternehmen PlanetSolar zugleich der Start in eine neue Ära», lässt sich der Deutsche Solarpionier Immo Ströhler, Hauptaktionär von PlanetSolar SA, in einem Communiqué zitieren. Man wollen die Kontakte, die Erfahrungen und das Know-How für weitere Projekte nutzten. Ausserdem erwäge man, so Ströhler, das Solarboot für wissenschaftliche oder kommerzielle Zwecke zu vermieten oder gar zu verkaufen.

Der 95 Tonnen schwere Katamaran ist 31 Meter lang und 15 Meter breit. 40 Personen haben darauf Platz. Das Boot trägt auf seiner Oberseite Photovoltaik-Solarmodule mit einer Fläche von 537 Quadratmetern und fährt mit durchschnittlich 14 Stundenkilometern (7,5 Knoten). Gebaut wurde es in Kiel in Norddeutschland.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Schipper am 04.05.2012 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geschrei und Geld um Nichts

    Schön und gut - sicher eine tolle Leistung so lange von zu Hause weg zu sein. Und was ist damit bewiesen? Wenn man unendlich Zeit und Geld hat, dann kann man unter grossen Entbehrungen mit Solarkraft um die Erde schippern oder auch fliegen. Weder wirtschaftlich noch komfortabel. Sogar als Hobby mühsam. Neue Erkenntnisse gab es wohl kaum. Reine Prestigesache Also warten wir weitere 200 Jahre bis ein Solar-Erdöltanker mit 500'000m3 Rohöl, mit 17 Knoten über die Meere fährt - falls überhaupt und wenn es dann noch Rohöl gibt oder ein Solar-Passagierflugzeug mit 550 Passagieren und 900km/h fliegt!

  • Andy M am 05.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunfts Schifffahrt mit W&S&S!

    Tolle Leistung! Aber Windenergie ist wesentlich viel günstiger, umweltschonender. Warum nicht einen super Katamaran mit den effizientesten Windsegl bauen, die Stromversorgung mit Solarzellen sowie die Gezeiten & Stroemungen nutzen um Energie zu gewinnen nach moeglichkeiten. Dies wäre doch ein sehr gutes Projekt alle drei Elemente zu nutzen Wind, Sonne & Stroemung.

  • Patrick Klugesherz am 04.05.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Zwischenhalte...

    wäre er noch ca. 3 1/3 mal schneller gewesen. =) (59600 km / 14kmh) = 177 Tage 22 Stunden 51 min

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 05.05.2012 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam, teuer, ressourcenintensiv

    Eigentlich haben sie mit diesem Projekt eher gezeigt, dass Photovoltaik-Boote nicht viel taugen.

  • Andy M am 05.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunfts Schifffahrt mit W&S&S!

    Tolle Leistung! Aber Windenergie ist wesentlich viel günstiger, umweltschonender. Warum nicht einen super Katamaran mit den effizientesten Windsegl bauen, die Stromversorgung mit Solarzellen sowie die Gezeiten & Stroemungen nutzen um Energie zu gewinnen nach moeglichkeiten. Dies wäre doch ein sehr gutes Projekt alle drei Elemente zu nutzen Wind, Sonne & Stroemung.

  • Lukas Gandolf am 05.05.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Windenergie würde auch funktionieren

    Weshalb Solarenergie für eine Weltumsegelung? Windenergie funktioniert doch auch. Ist viel billiger, braucht keine Solarzellen, keine Batterien und keine spezielle Bootskörper. Und ist doch auch umweltfreundlich. Sieht man ja an all den Windturbinen.

    • Peschä am 05.05.2012 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Supernovaenergie

      Nur so als Ergänzung, Kernenergie ist Supernovaenergie, die sollte man doch nutzen, bevor die Isotope einfach zerfallen... Sie haben völlig recht, Windenergie ist für Schiffe effizienter und günstiger, als Solarzellen.

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  • Stefan/Schneider am 05.05.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Seit Hundertjahren haben Segelbooten derselbe gemacht (Wind ist auch von Sonnenenergie erfasst).

  • A. Schipper am 04.05.2012 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geschrei und Geld um Nichts

    Schön und gut - sicher eine tolle Leistung so lange von zu Hause weg zu sein. Und was ist damit bewiesen? Wenn man unendlich Zeit und Geld hat, dann kann man unter grossen Entbehrungen mit Solarkraft um die Erde schippern oder auch fliegen. Weder wirtschaftlich noch komfortabel. Sogar als Hobby mühsam. Neue Erkenntnisse gab es wohl kaum. Reine Prestigesache Also warten wir weitere 200 Jahre bis ein Solar-Erdöltanker mit 500'000m3 Rohöl, mit 17 Knoten über die Meere fährt - falls überhaupt und wenn es dann noch Rohöl gibt oder ein Solar-Passagierflugzeug mit 550 Passagieren und 900km/h fliegt!