Regina Frey

27. November 2016 14:00; Akt: 27.11.2016 14:00 Print

Schweizerin will mit Kaffee den Orang-Utan retten

In Indonesien wird der Lebensraum der Orang-Utans in beängstigendem Tempo zerstört. Das Projekt «Orang Utan Coffee» kämpft dagegen an.

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Orang-Utans leben auf den südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo. Ihr Lebensraum sind tropische Regenwälder vom Meeresniveau bis in 1500 Meter Höhe. Doch dieser Lebensraum ist durch Rodung stark gefährdet. Verantwortlich dafür ist die ungebremste Nachfrage nach Palmöl, wovon Indonesien am meisten produziert. Derzeit gibt es nur noch 14'000 Orang-Utans, denen neben der Zerstörung ihres Lebensraum auch die Bejagung und der Handel mit Jungtieren zu schaffen macht. Die tiefe Fortpflanzungsrate vergrössert das Problem zusätzlich. Orang-Utan-Weibchen bekommen erst mit ungefähr 12 Jahren Nachwuchs und die Geburtsintervalle betragen rund 5 Jahre. Die Zürcherin Regina Frey hat sich der Erhaltung der Orang-Utans auf Sumatra verschrieben. Sie steht hinter dem Projekt «Orang Utan Coffee». «Orang Utan Coffee» setzt auf Kleinbauern in der Nachbarschaft von Bergregenwäldern, also dem Lebensraum der Affen. Die Bauern bekommen von «Orang Utan Coffee» einen besseren Preis für ihre Ernte und verpflichten sich im Gegenzug, den Wald und seine Tiere zu schützen. Zurzeit benutzt «Orang Utan Coffee» vor Ort eine öffentliche Verarbeitungsanlage. Weil es dort immer wieder lange Wartezeiten gibt und es zu Diebstählen kommt, planen die Initianten, einen eigenen Trocknungsplatz zu erstellen und die nötigen Maschinen anzuschaffen. Dafür wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf 100 Days gestartet. Ziel ist es, bis Ende Jahr 50'000 Franken zu sammeln. Kommt das Geld zusammen, kann das Projekt einen entscheidenden Schritt nach vorne machen.

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Regina Frey kam 1973 das erste Mal mit Orang-Utans in der freien Wildbahn in Kontakt. Die Zürcherin weilte damals während ihres Biologiestudiums in Indonesien, wo sie eine Auffangstation für die Menschenaffen gründete. In den vier Jahrzehnten seither ist der Lebensraum der Orang-Utans auf Sumatra dramatisch geschrumpft.

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Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2032 ganze 98 Prozent der indonesischen Regenwälder teilweise oder ganz zerstört sein werden. Verantwortlich dafür ist die ungebremste Nachfrage nach Palmöl, wovon Indonesien der grösste Produzent ist. Die Palmölindustrie bedroht nicht nur die letzten 14'000 Orang-Utans, sondern auch die Existenzgrundlage der einheimischen Landbevölkerung.

Kleinbauern schützen den Wald

Hier setzt Regina Frey mit «Orang Utan Coffee» an. Der Kaffee gibt Kleinbauern in der Nachbarschaft von Bergregenwäldern eine Existenzgrundlage. Die Kaffeebauern haben sich im Gegenzug verpflichtet, den Wald und seine Tiere zu schützen. Damit soll verhindert werden, dass die Bauern für den Kaffeeanbau weiteren Regenwald zerstören.

Zurzeit benutzt «Orang Utan Coffee» eine öffentliche Verarbeitungsanlage vor Ort. Weil es dort immer wieder lange Wartezeiten gibt und es zu Diebstählen kommt, planen die Projektverantwortlichen, einen eigenen Trocknungsplatz zu erstellen und die nötigen Maschinen anzuschaffen.

Crowdfunding-Kampage gestartet

Dafür wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Ziel ist es, bis Ende Jahr 50'000 Franken zu sammeln. Kommt das Geld zusammen, kann das Projekt einen entscheidenden Schritt nach vorne machen. Sollte das Finanzierungsziel verfehlt werden, bekommen die Teilnehmer ihr Geld zurück.

Das Crowdfunding für das «Orang Utan Coffee»-Projekt läuft auf 100-days.net.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tristan72 am 27.11.2016 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur eine Erde!!

    Hoffe dies klappt und der Mensch bereift endlich, das Er nur eine ERDE hat!! Viel Glück den Projekt !!!

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  • Miri B. am 27.11.2016 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Dank nochmals Frau Frey !

    Am Freitag hielt Frau Frey bei uns einen Vortrag über Indonesien ! Es war sehr eindrücklich und Informativ . Leider ist es sehr erschreckend zu was die Menschen fähig sind . Man merkt Geld regiert die Welt da spielt es keine rolle ob Tiere ausgerottet werden . Wir kamen in genuss diesen Kaffe zu kosten und er war sehr gut und ist nur zu empfehlen . Ich kann dieses Projekt nur unterstützen und weiter Empfehlen . Es muss ein umdenken geschen das solche Tiere nicht Aussterben . Danke nochmals Frau Frey für diesen tollen Abend .

  • Chindergarte Spänli am 27.11.2016 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Ich kenne Regina Frey schon als 10 jähriger Bub und unterstütze ihre Projekte zu Indonesien & Orang Utans. Solche Menschen braucht das Land ..!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lala am 28.11.2016 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Süsses dann gibts Saures..

    Esst kein Kit Kat mehr!! einer der grössten Palmöl bezieher..

  • Wolf67 am 27.11.2016 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Es ist traurig. Aber wider Jemand der gegen Windräder kämpft

    • Thomas am 27.11.2016 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wolf67

      Windräder verändern den natürlichen Luftstrom der Natur.

    • rumpelstilzchen am 28.11.2016 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      an Wolf67

      da kann jeder seinen teil dazu beitragen. je mehr menschen solche projekte unterstützen desto mehr gegenwind gibt es gegen diese "windräder". ausserdem ist es auch der kundschaft überlassen auf rodukte mit palmöl zu verzichten. es sind inzwischen nämlich einige! so kann man dem gemeinsam entgegenwirken.

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  • Mitmacher am 27.11.2016 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mache mit

    Ok, ich bin dabei, wenn der Kaffee denn geniessbar ist.

    • Miri B. am 28.11.2016 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      Dann probieen sie ihn doch mal !!

      Wie schon einmal erwähnt der Kaffe ist sehr gut !!

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  • PP.Orientalis am 27.11.2016 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Auf 10 Kaffees verzichten, Geld spenden

    Ein schönes Projekt. Wer jedoch wirklichen, substanziellen Wandel unterstützen möchte, verzichtet auf die nächsten 10 Kaffees im Resti und spendet die 50 Franken einer Organisation, die die Regierungs Joko Widodos hart lobbyiert für: Mehr Umweltschutz, weniger Korruption bei der Vergabe von Plantagelizenzen, ein Wirtschaftsmodell das nicht einseitig auf den Export von Palmöl orientiert ist. Dort sind die grossen Hebel, die es zu betätigen gilt

    • Anna Aniger am 29.11.2016 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      Spenden UND sinnvollen Kaffee trinken!

      Anna Aniger Wer ist denn diese tolle Organisation, die Joko Widodo lobbiert? Danke für den Hinweis. Auf Kaffee verzichten und spenden ist gut, aber: warum nicht Orang Utan Kaffee trinken und so gleichzeitig etwas Gutes tun?

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  • Patrick am 27.11.2016 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Asylrecht für Tiere wäre effizienter

    Sie würde wohl besser ein Asylrecht für Tiere durchsetzen. Wäre wohl effizienter und zielführender.

    • BombaySytle am 27.11.2016 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick

      Das wäre nicht so gut, sonst müsst ihr weiterhinInzucht a la Svizzera betreiben

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