Wie Glace an der Sonne

08. Dezember 2011 10:33; Akt: 08.12.2011 10:50 Print

Sehen Sie dem Gletscher beim Schmelzen zu

Vier Mal pro Tag haben Forscher den Gletscher Jorge Montt in Patagonien fotografiert. Ein ganzes Jahr lang. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wissenschaftler in Chile haben eine Serie von Zeitraffer-Aufnahmen veröffentlicht, die das dramatische Abschmelzen eines Gletschers in Patagonien zeigen. Der Jorge Montt sei der am schnellsten schmelzende Gletscher im Land, sagte der chilenische Glaziologe Andres Rivera.

Die Gletscherschnauze des rund 1800 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago liegenden Jorge Montt sei zwischen Februar 2010 und Januar 2011 um einen Kilometer zurückgegangen.

Die Aufnahmen im Zeitraffer (Video: AP)

Er und seine Kollegen hätten nicht gewusst, wie schnell der Gletscher schmelze, bis sie zwei solarbetriebene Kameras aufgestellt hätten, sagte Rivera auf einer Pressekonferenz. Diese hätten vier Bilder pro Tag gemacht.

Rasantes Schmelzen wegen wachsendem Fjord

Insgesamt entstanden so 1445 Aufnahmen. «Wir hatten in dem Jahr der Arbeit mit den Kameras nicht erwartet, dass er (der Gletscher) sich einen Kilometer zurückziehen würde», erklärte Rivera. «Das war eine Überraschung.»

Auf Grundlage einer Karte von 1898 sei davon auszugehen, dass der Jorge Montt seitdem 19,5 Kilometer verloren habe, sagte Rivera weiter. Eine Ursache dafür sei die Erderwärmung. Das besonders schnelle Abschmelzen gehe jedoch auch auf die Tatsache zurück, dass der Gletscher zum Teil in den Gewässern eines wachsenden Fjords aufliege. Dieser sei in einigen Teilen 400 Meter tief.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • j-m h. am 08.12.2011 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das Märchen....

    wie der Vorredner schon sagte. ein kommen und ein gehen. auf die Natur achten ja, aber das was uns die Märchenstube Bundeshaus verklickern will ist schwachsinn. nehmt den Gletscher aus Saas-Fee dirt war er 1800 schon mal soweit zurck. aber mam verklickert ja auch das innerhalb wenige Jahre keine Atomkraft mehr braucht... Wind haben wir ja immer... nur jeden Tag wo anders... Sonne haben wir auch jeden Tag... zumindest ob den Wolken....

    einklappen einklappen
  • Tomy am 08.12.2011 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Wunder...

    ...wenn der Gletscher permanent mit Salzwasser unterspühlt wird. Klar brechen schnell mal Riesenbrocken ab...

  • Chris K am 08.12.2011 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vollkommen natürlich

    Wenn man sich ein bisschen mit der Geschichte des Klimas befasst, weiss man, dass es zu 90 % des Erdbestehens gar keine Vergletscherung gab, also auch kein Eis an den Polen! Wir befinden uns momentan in einer Wärmeperiode innerhalb einer Eiszeit, es war also während der Erdgeschichte (auch während der jüngeren) schon deutlich wärmer als es jetzt ist. Also ist der Gletscherschwund nicht gerade schockierend. Das soll aber kein Aufruf sein, die Luft weiterhin zu verpesten, wie wir das im Moment tun!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • regula stark am 09.12.2011 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    und wie wärs mit den Bildern aus 2011

    um zu sehen, wie viel Sommer und Winter ausmachen? Klar ist das Problem vorhanden, nur war das weder ein Durchschnittsjahr in Hitze & Niederschlag, noch sind eben die Jahreszeiten berücksichtigt.

    • ella am 10.12.2011 01:53 Report Diesen Beitrag melden

      doch sind sie

      von Februar 2010 über April, September bis zum Januar 2011. Also vier aufnahmen während fast eines Jahres.

    einklappen einklappen
  • Markus Leuenberger am 08.12.2011 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Solche Grafiken sind heikel...

    Der ProKopf Ausstoss ist gerechter, aber nur wenn alles berücksichtigt wird. Bodenschätze z.Bsp. müssen mittels Maschinen aus dem Boden geholt und anschliessend aufwendig gereinigt werden. Die schlussendlichen Nutzniesser müssten in der Statistik miteinbezogen werden. Ein Land fördert Stoffe auch nur, weil sie irgendwo anders auf der Welt gebraucht werden. Also tragen die doch auch eine Mitverantwortung. Dasselbe mit importiertem billigem Obst u. Gemüse, wo Wasser u.Co2 auch nicht im Preis berücksichtigt ist. Wir gehen solche Probleme grundsätzl. falsch an. CO2 kennt keine Landesgrenzen.

    • Peschä am 09.12.2011 02:30 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Natürlich sind Wasser und Energieverbrauch im Preis von Produkten berücksichtigt, der Hersteller muss schliesslich beides einkaufen oder zur Verfügung haben (sprich, er könnte es weiterverkaufen). Die Länder, die Rohstoffe fördern, leben auch von diesen Erlösen, deshalb kann man die Verantwortung für die Umweltbelastung nicht einfach auf die Konsumenten jener Produkte abwälzen.

    • Markus Leuenberger am 10.12.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Über den Tellerrand blicken...

      Wasser ist eingerechnet? Und was machen Sie, wenn der Grundwasserspiegel so tief gesunken ist, dass das Meerwasser ins Land reindrückt und die Erosion pro Jahr 40-80 Meter Landmasse frisst. Ist das auch im Preis eingerechnet? In Spanien und auch allen anderen Gemüse- und Früchte produzierenden Ländern wird der "Raubbau" an Grundwasser nicht eingerechnet. Da kann Ihnen jemand erzählen, was er will. In Bali verbraucht ein Tourist 1000 Liter Wasser pro Tag. Die einheimische Bevölkerung muss mit der Wasserknappheit zurecht kommen, während einige wenige die Kontrolle über das Wasser haben.

    einklappen einklappen
  • dan daniels am 08.12.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst die doch schmelzen

    Die Gletscher sind immer geschmolzen und werden auch immer wieder schmelzen wie sonst hätte Oetzi vor Tausenden von Jahren im Eis einfrieren können was sagt uns dass ?? Muss nicht studiert sein zum zu wissen das der Gletscher damals auch schon mal abgeschmolzen war obwohl zu der Zeit keine Auto keine Fabriken etc gab die die Luft verschmutzten. Also hört doch auf mit euren lügen.Die Erde wird sich immer verändern .Und wenn dann die ganze Erde mit Eisüberdeckt ist wer ist wohl dann Schuld ??

    • Thomas am 09.12.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Du hast vollkommen Recht! Es kann uns doch egal sein, ob die Malediven, Holland oder Venedig verschwindet. Wir leben ja nicht dort! Es ist doch absolut egal, ob wir noch Bergquellwasser bekommen, weil wir können es uns ja dann in Flaschen, anstelle vom Hahn kaufen und es ist uns ja auch egal, dass immer mehr Hurrikans und Tornados in Europa entstehen, solange er nicht unsere Häuser zerstört. Also weitermachen mit der Umweltverschmutzung und weiter mit dem Nichtstun und alles andere als Lügen bezeichnen! Super Einstellung!

    • Hans Hofer am 09.12.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      Richtige Analyse

      Finde ich auch. Das Klima hat sich schon immer verändert. Es ist wie beim tâglichen Wetter. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung.

    • dean am 09.12.2011 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      hat gerade noch gefehlt!

      geh lieber studieren. Woher denkst du eigentlich, kommt das Wasser mit welchem 60% des schweizer Stroms generiert wird? Vom Fluss??? So wie der Strom aus der Steckdose? Ganz tolle Einstellung!

    einklappen einklappen
  • Peschä am 08.12.2011 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schrumpfen oder wachsen

    Es ist normal, dass ein Gletscher entweder schrumpft oder wächst. Rein statistisch liegen also die Chancen für die eine oder andere Entwicklung bei 50%. Ein Gletscher bleibt kaum über einen grösseren Zeitraum gleich gross. Wenn die meisten Gletscher momentan stark wachsen würden, wäre die Rede von einer drohenden Vergletscherung und gefährlichen Abkühlung des Klimas. Vermutlich würde man die Schuld dafür ebenfalls dem Menschen geben und neue Massnahmen und Steuern einführen.

  • Armin am 08.12.2011 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Märchen tischen die Öl-Multis auf.

    Nun rettet den Planeten ist tatsächlich übertrieben. Es geht eigentlich in der gesamten Klimadiskussion mehr darum: Rettet die Menscheit. Ein kleiner Teil Lebewesen übersteht jede Katastrophe und man sollte bedenken, dass der Mensch und die meisten anderen Säugetiere eher für ein kühles Klima konstruiert sind. Aber was das Klima angeht: Hier verhält es sich wie überall gleich: Tropfen, die ein Glas füllen, reissen, den Berg hinuntergeleert, ein wenig Sand mit. Ein Stausee voll davon reisst gleich das Dorf im Tal unten mit. Es macht immer die Menge aus. Und über 7 Milliarden ist kein Glas voll.