Wettrennen 2.0

19. Dezember 2018 20:48; Akt: 19.12.2018 20:48 Print

Das Rennen zum Mond geht in die nächste Runde

Lange galt der Mars als Objekt der Begierde im All. Doch nun wird wieder zum Mond gestrebt. Wer gewinnt das Rennen diesmal?

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Lange stand der Mars komplett im Fokus der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Nun hat der Mond, auch auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump, wieder einen Platz im Scheinwerferlicht eingenommen. 2021 will die Nasa dorthin zurückkehren - ohne Menschen und mithilfe privater Raumfahrtunternehmen. Zahlreiche Firmen bewerben sich um die lukrativen Aufträge. 2024 soll das Nasa-Raumschiff Gateway mit Astronauten an Bord folgen. Dem will der Raumfahrtunternehmer Elon Musk zuvorkommen: Mit seinem Unternehmen Spacex will er schon 2023 ... ... den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa ins All schicken. Als erster Weltraumtourist soll er den Mond umrunden, gemeinsam mit sechs bis acht Künstlern aus aller Welt. Auch China hat ein sehr aktives Mondprogramm. Anfang Dezember startete eine Rakete, um die Mondsonde Chang'e 4 ... ... mit einem Roboterfahrzeug an Bord zum Erdtrabanten zu schicken. Als erste Raumfahrtnation will China damit – wohl noch in diesem Jahr – eine Landung auf der Rückseite des Mondes versuchen. Im Mai wurde der Übertragungssatellit Queqiao (Brücke der Elstern) in eine bestimmte Position gebracht, um Signale aus dem Funkschatten der erdabgewandten Seite des Mondes zur Erde senden zu können. Das Landemodul Chang'e 4, das nach der chinesischen Mondgöttin benannt ist, soll im wissenschaftlich interessanten Aitken-Krater nahe dem Südpol des Mondes aufsetzen. 2019 plant China eine weitere unbemannte Landung, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Bis 2030 soll erstmals ein Chinese einen Fuss auf den Mond setzen. Die Missionen sind nur ein Teil des ehrgeizigen Raumfahrtprogramms Chinas, das auch den Bau einer Raumstation um 2022 vorsieht. Chinas Raumfahrtvorhaben dienen nicht nur dem Prestige und der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, verfolgt werden ganz klar auch militärische Interessen. Militärexperten in China verweisen gerne darauf, dass künftige Kriege im All gewonnen werden. (Im Bild unten als Punkt: der Merkur vor der Sonne) Indiens Weltraumprogramm ist für das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land eine Frage von Stolz und Prestige. Das machte Premierminister Narendra Modi deutlich, als er im August ankündigte, dass bis zum 75. Unabhängigkeitstag im Jahr 2022 «ein Sohn oder eine Tochter Indiens mit unserer Trikolore in der Hand ins All fliegen» werde. Es wäre nicht der erste indische Astronaut im All, wohl aber der erste in einem indischen Gefährt. Auch die zweite Mondsonde des Landes, Chandrayaan-2, soll eine rein indische Angelegenheit werden – wobei Russland ursprünglich den Lander beisteuern sollte. Anhand von Daten eines Nasa-Instruments an Bord von Chandrayaan-1 hatten US-Forscher im Jahr 2009 Spuren von Wasser auf dem Mond gefunden. Der immer wieder verschobene Start des Nachfolgers ist derzeit für Januar 2019 geplant. Die Sonde beinhaltet diesmal neben einem Orbiter auch einen Rover, der unter anderem das Mondgestein chemisch analysieren soll. Als erste Mondmission soll Chandrayaan-2 am Südpol des Erdtrabanten landen. Die ersten Kosmonauten sollen Anfang der 2030er-Jahre auf dem Mond landen. 14 Tage sollen sie bleiben. Russland will anknüpfen, wo die Sowjetunion vor Jahrzehnten aufgehört hat: Nach technischen Pannen hatte Moskau in den 1970er-Jahren seine kostspieligen Pläne für eine Mondlandung auf Eis gelegt. Diesmal setzen die Russen bei der Erforschung des Mondes auf eine Zusammenarbeit mit den USA, Europa und China. Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin (r.), betonte aber jüngst, dass sich sein Land nicht mit der Rolle des Juniorpartners begnügen wolle. Russland will sich auch an dem US-Projekt einer Raumstation beteiligen, die um den Mond kreisen soll. Von dort aus sollen Flüge tiefer ins All möglich sein, so die Hoffnung. Für den Bau einer solchen Station entwickle sein Land Schwerlastraketen, sagte Rogosin. Vorher will Moskau noch mehrere Sonden zum Erdtrabanten schicken. Mit seinem Konzept des Moon Village hat der Chef der europäischen Raumfahrtorganisation ESA, Jan Wörner, vor einiger Zeit für Aufsehen gesorgt. Seine Idee: Nicht ein kurzer Hin- und Rückflug solle das Ziel sein, sondern eine international gemeinsam von Industrie, Raumfahrtagenturen und öffentlicher Hand geschaffene Mondbasis. Ein klassisches ESA-Programm ist das Moon Village aber nicht, nur eine Vision. Vorbild eines solchen internationalen Projekts könne die ISS sein, so Wörner: «Bei allen technischen Schwierigkeiten, die es bei der ISS gab – es gab nie politische. Das ist etwas, was man in unserer volatilen Welt sehr hoch einschätzen darf.» Die ESA unterstützt andere Raumfahrtagenturen bei ihren Mond-Plänen vor allem mit Technik. Für die US-Raumkapsel Orion der Nasa hat die ESA jüngst ein Servicemodul geliefert – das Herzstück des Raumschiffes. Ohne dieses Antriebsmodul könnte Orion nicht fliegen. (Im Bild: Orions Servicemodul) Die Chinesen erhalten ebenfalls Hilfe bei ihren Mondmissionen – etwa bei der Raumsonde Chang'e-5, die ein Landefahrzeug auf den Mond bringen soll. Russland bekommt technische Unterstützung bei den Raumsonden Luna 25 und Luna 27. «Wir sind Teil der Mondgeschichte», so Wörner. (Im Bild: Luna 27) Mit der Lunar Mission Campaign bereitet die ESA zudem eine Robotermission zum Mond vor, um in der Folge eine menschliche Mondmission voranzubringen. Wie es dabei konkret weitergeht, ist noch offen – der ESA-Rat tagt erst Ende 2019 dazu. Auch Japan hat den Mond fest im Blick. Die Hightech-Nation will sich an der Nasa-geführten Mission beteiligen, die ab Mitte der 2020er-Jahre den Bau einer Raumstation in der Umlaufbahn des Mondes vorsieht. Japan hegt die Hoffnung, eines Tages eigene Astronauten zum Mond schicken zu können. 2007 hatte Japan seine erste Mondsonde Selene, auch Kaguya genannt, auf den Weg gebracht. Aufgabe des 3-Tonnen-Orbiters mit zwei jeweils 50 Kilogramm schweren Satelliten war es, die Mondoberfläche zu erkunden. (Im Bild: Start der Trägerrakete mit der Mondsonde Kaguya, 2007) Auf Aufnahmen der japanischen Mondsonde entdeckten Wissenschaftler einen alten Lavatunnel, der Forschern künftig als Mondhotel dienen könnte. Derzeit ist Japans Weltraumagentur Jaxa dabei, ein Landegerät zur Erkundung des Mondes zu entwickeln. Die Slim (Smart Lander for Investigating Moon) genannte Mission hat das Ziel, eine präzise Navigation zu einem bestimmten Landepunkt zu ermöglichen. Zudem wollen Japans Forscher mit dem Projekt die Technologie für ein kleines, leichtes Explorationssystem zur Monderforschung entwickeln. Südkorea will im Raumfahrt-Wettlauf in Asien mit Japan, China und Indien mithalten. Dabei geht es der viertgrössten asiatischen Volkswirtschaft nicht nur um das Geschäft mit der Satelliten-Beförderung, sondern auch um Forschung. Bis Ende 2020 soll die mit technischer Hilfe der Nasa entwickelte Sonde Korea Pathfinder Lunar Orbiter (KPLO) an Bord einer Rakete des US-Raumfahrtunternehmens Spacex zum Mond fliegen. Südkoreas erste Mondmission war ursprünglich für Dezember 2018 geplant. Neben der Entwicklung der Technologien für künftige Raumflüge wird KPLO wissenschaftliche Instrumente einschliesslich einer Kamera für die farbige Kartierung des Mondes an Bord haben. In der zweiten Phase soll in Eigenregie unter anderem ein Mondlandefahrzeug entwickelt werden, wie es auf der Website des Raumfahrtprogramms heisst. Die israelische Organisation SpaceIL will Anfang 2019 mit einer kleinen Raumsonde starten und etwa zwei Monate später auf dem Mond landen. (Im Bild: Konzept des Landers Beresheet von SpacelL) Befördert werden soll Sparrow (Spatz) von einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens Spacex von Tesla-Chef Elon Musk. Das unbemannte Mini-Raumschiff soll eine israelische Flagge auf dem Mond aufstellen und das Magnetfeld untersuchen. (Im Bild: Falcon-9 bei einem Start, 2018) Initiiert wurde das Projekt 2011 als Teil des Wettbewerbs Google Lunar X-Prize. (Im Bild: der Mondrover Rovey, ein weiterer Kandidat des Wettbewerbs) Präsident von SpaceIL ist der israelische Milliardär Morris Kahn. Er trägt ein knappes Drittel der Gesamtkosten von umgerechnet 84 Millionen Euro. SpaceIL erhält auch Unterstützung von der israelischen Raumfahrtbehörde (ISA) und Israel Aerospace Industries (IAI).

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(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raumfahrtbegeisterter am 19.12.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunschdenken

    Wenn Gelder statt in die irdische Rüstung in Weltraumprojekte fliessen, sinkt möglicherweise durch internationale Verflechtungen auch das Risiko militärischer Aktivitäten auf der Erde.

  • Hoe am 19.12.2018 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tja schade...

    ...immer bloss die Rückseite.

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  • Jörg Frei am 19.12.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    50jahre ist es her dass die amis auf dem mond wahren wiso in der zeit niemand dort hingehen wolltw weiss niemand vileicht hatz es ein triftigen grund wer weis...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Avenrius am 24.12.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Xiao Shifu

    Die Chinesen ... die sind Meilen effizienter als die Amis. Ausserdem regieren die Chinesen klüger als die Amis. Die Chinesen könnten die Amis aus der Portokasse wegkaufen. Die Chinesen können Kung Fu - die Amis nur Faik Njus. Alles klar, Captain Future ?!

  • Ra Zem am 20.12.2018 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was passierte vor 50 jahren

    schaut euch die doku "kubrick, nixon und der mann im mond" an

  • Giovanni Russo am 20.12.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bilder

    Wo sind die Mond Bilder? Und vor allem hat schon jemand echte Erde Bilder gesehen? Kein Photoshop Bilder... Die Mächtigen (nicht Trump und Co, sondern andere ) dieser Welt wollen nicht das ihr die Wahrheit wisst. Das Weltall inder Form in der wir sie kennen gibt es nicht, alles Science Fiction.

  • bmf 66 am 20.12.2018 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf geht's

    Na, dann macht mal die gute alte Saturn 5 startklar...

  • Swissgirl am 20.12.2018 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Geldverschwendung

    Und wem soll das nützen? Das ist doch nur ein politischer Egotrip!