WWF warnt

25. Oktober 2011 11:28; Akt: 25.10.2011 11:38 Print

Sieben Milliarden Menschen sind genug

Ende Oktober 2011 werden auf der Welt nach UNO-Schätzungen sieben Milliarden Mensch leben. Mit der Weltbevölkerung wächst auch die Umweltbelastung, warnt der WWF.

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Mehr Menschen brauchen mehr Ressourcen. (Bild: EPA/STEPHEN MORRISON)

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Seit dem 24. Oktober läuft bei der UNO der Countdown für die Schwelle von sieben Milliarden Erdbewohnern. Diese Grenze wird voraussichtlich am 31. Oktober erreicht sein. Und die Bevölkerung wird auch danach weiter wachsen. Gleichzeitig geht die Zahl der Kinder pro Frau stetig zurück, was zu einer Stabilisierung führt.

Keine Stabilisierung ist hingegen beim Ressourcenverbrauch pro Kopf absehbar, der besonders in Industrienationen sehr hoch ist. «Diese ungebändigte Verschwendung müssen wir anpacken, statt mit dem Finger auf die steigende Bevölkerungszahl in den ärmsten Ländern zu zeigen», sagt Felix Gnehm vom WWF Schweiz.

Die drei Schlüssel für eine bessere Umwelt

Für den WWF steht die Schweiz ganz besonders in der Verantwortung, denn sie hätte die Mittel und das Wissen, um mit massiv weniger Ressourcen auszukommen und damit gleichzeitig die Lebensqualität weiter zu steigern. Die drei Schlüssel dazu sind energieeffiziente Gebäude, sparsame Fahrzeuge und öffentlicher Verkehr sowie eine Ernährung mit moderatem Konsum von Fleisch und Milchprodukten.

Heute verbraucht die Schweiz pro Einwohner acht Mal so viel Energie, Lebensmittel, Holz und andere Ressourcen wie Bangladesch und fast doppelt so viel wie der Weltdurchschnitt. Wenn alle so leben würden wie die Schweizer, bräuchten wir bald 2,8 Planeten.

Kampf der ländlichen Armut

Ebenfalls wichtig ist es laut dem WWF, dass sich die Bevölkerungszahl stabilisiert. Schwellenländer wie Indonesien oder Brasilien zeigen, dass dies nicht in erster Linie dank Geburtenkontrolle passiert. Entscheidend sei der Kampf gegen die ländliche Armut: Wo Zugang zu Bildung, Gesundheit, Wasser sowie wirtschaftlicher Entwicklung gewährt sei, hätte man weniger Kinder. Denn in diesen Gegenden sei man weniger auf Kinder als Arbeitskräfte und Altersversicherung angewiesen. Felix Gnehm: «Verhütungsmittel sind wichtig. Doch das beste Verhütungsmittel gegen einen globalen Kollaps ist eine grüne Wirtschaft, die den Wohlstand vom Ressourcenverbrauch abkoppelt.» Sie setzt der Verschwendung in den Industrienationen ein Ende und bringt den armen Ländern nachhaltige Entwicklungsperspektiven.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luzia Müller am 25.10.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wir können den Anfang machen aber

    Als würde die kleine Schweiz wettmachen was die anderen Länder an Ressourcen verbrauchen!

  • Damian am 25.10.2011 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Besorgniseregend

    Besorgniseregend Problematischerweise ist die gesamte Globale Wirtschaft nur auf Wachstum und Profit ausgerichtet, somit auf das Bevölkerungswachstum angewiesen.. Die Natur muss leiden und wird immer mehr verdrängt. Die Zunahme der Umweltkatastrophen ist das Ergebnis da der Mensch immer weiter in die Natur vor dringt. Weltbevölkerung 1800 = 980 Millionen 1900= 1600 Millionen 1950 = 2400 Millionen 2000 = 6070 Millionen 2012 = 7000 Millionen Europäische Anteil 10%/Asien 60% Schweiz 1800= 1.6 Millionen 1900 = 3.3 Millionen 1950 = 4.5 Millionen 2000 = 7.2Millionen 2011 = 7.9Millione

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  • Albtraum am 25.10.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Lösungen sind schon unterwegs

    Überzahl an Menschen könnte man schon jetzt einfacher regulieren: Nachentwicklungen vom z.B. EHEC-Virus, noch mehr Chemie in die Lebensmittel (in Mengen, die nicht deklariert werden müssen) oder vorher ein paar Gene gründlich manipulieren... alles per Mausklick, diskret und effizient.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elsbet greuter am 04.11.2011 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht der Platz ist das Problem!!

    Sondern, dass das Geld auf der Erde zu ungerecht verteilt ist und sich wenige Leute über Miliarden von Menschen entscheiden. DAS ist das Haupproblem, denn Platz in Neuseeland, in der Wüste(siehe Bahrain), in Africa oder sonst wo auch immer könnte man mit dem entsprechendem Geld für alle Haus, Arbeit und essen zur Verfügung stellen!!

  • Hihi am 27.10.2011 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Warum muss die Schweiz immer in Betracht gezogen werden? es geht hier nicht um die Schweiz und ihr luxus? Es geht um die Gesamtbevôlkerung der Welt!!

    • Kritiker am 27.10.2011 19:24 Report Diesen Beitrag melden

      Übervölkerte Schweiz

      Dieses Land kann 3-4 Millionen ernähren und nicht mehr, wie bereits im 2ten Weltkrieg gezeigt wurde. Es geht also sehr wohl auch um die Schweiz.

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  • arianne am 27.10.2011 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beschränkung nach oben...

    das problem ist nicht, dass wir viele überlebensfähige junge haben und weitere nachgeboren werden. das problem ist, dass wir zu alt werden. sorry, aber ist so. lieber eine jüngere bevölkerung im aufbruch, als eine vergreiste gesellschaft, in der man länger unproduktiv und unselbständig vor sich hindämmert als man brauchte, um sich wissen anzueignen.

  • Eva H. am 26.10.2011 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tier / Mensch

    Die Tierwelt regelt es von selber. Wir Menschen sind schlichtweg zu dumm.

  • mia lia am 26.10.2011 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    energieeffiziente Gebäude

    Sehr gut! Nur, wer hilft mir die neue Isolation und die neuen Fenster zu bezahlen? Oder woher nehm ich das Geld? Ist ja toll, die Aussage, und dürfte wohl auch stimmen, nur auch wir in der Schweiz vermögen den Luxus des "Besseren" nicht!

    • Annamaria Meyerisli am 27.10.2011 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Eine realistische Utopie

      Im Grunde hat es genug Geld und Ressourcen für Alle auf diesem Planet, es ist nur ungleichmässig verteilt. Wie ein Kumpel sagt, stellen wir einen Forschungsteam zusammen um das mal auszurechnen - kein Geldnot oder Hungersnot mehr. Wir wären so weit dass niemand arbeiten müsste, wir müssten nur noch forschen und so könnten wir wortwörtlich neue Welten entdecken.

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