«LCROSS»

21. Oktober 2010 20:39; Akt: 21.10.2010 20:45 Print

Silber auf dem Mond gefunden

Die Mondoberfläche ist reichhaltiger als gedacht. Das zeigt die Analyse des gezielten Einschlags der Mondsonde «LCROSS» vom 9. Oktober 2009.

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Die «LCROSS» wurde 2009 auf den Mond gefeuert. (Bild: Keystone)

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Im aufgewirbelten Mondstaub fanden Forscher nicht nur das gesuchte Wasser, sondern auch Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Ammoniak, Stickstoff - und Silber. Allerdings fanden sich von dem Edelmetall nur winzige Mengen - nicht genug, um hinzufliegen und es abzubauen, wie Peter Schultz von der Brown University in Providence (Rhode Island) betont. Schultz stellt mit mehreren Teams Analysen des Einschlags im Fachmagazin «Science» vor.

Die «LCROSS»-Mission war vor allem darauf ausgerichtet, Wasser auf dem Mond nachzuweisen. Dazu wurde eine ausgebrannte Raketenstufe des Satelliten gezielt in den Cabeus-Krater am Südpol des Erdtrabanten geschossen, in den nie ein Sonnenstrahl scheint.

Der nachfolgende Satellit analysierte die Zusammensetzung der vom Einschlag aufgewirbelten Staubwolke. Die Forscher vermuteten Wassereis am Boden des finsteren Tiefkühlkraters, das die Sonde auch nachweisen konnte. Insgesamt schlug die «Centaur»-Raketenstufe vier bis sechs Tonnen Staub aus dem Mondboden.

Kiloweise Wasser

Darin fanden sich etwa 155 Kilogramm Wasser, wie die Forscher jetzt berichten. Rund fünf Prozent des Kraterinneren besteht aus Wasser, schätzen sie auf Grundlage der Sondendaten. Ammoniak ist demnach etwa 15 Mal seltener, Kohlendioxid 50 Mal. Silber fand sich nur in winzigen Mengen.

Vermutlich seien das Edelmetall und viele der anderen gefundenen Stoffe irgendwann durch Asteroideneinschläge auf dem Erdtrabanten aufgewirbelt worden und hätten sich dann in dem dunklen Tiefkühlkrater angereichert, wo der Dauerfrost sie festhalte, vermutet Schultz. So hatten «Apollo»-Astronauten auch auf der erdzugewandten Seite des Mondes bereits Spuren von Gold und Silber gefunden.

Die Zusammensetzung des aufgewirbelten Kraterbodens sei viel komplexer als angenommen, erläuterte Schultz. «Dieser Ort sieht aus wie eine Schatzkiste voller Elemente und Verbindungen, die überall auf dem Mond freigesetzt wurden und sich in diesem Loch im ewigen Schatten angesammelt haben.»

(sda)