Blick aus dem All

12. Januar 2020 22:21; Akt: 12.01.2020 22:21 Print

So bunt können die Wüsten der Welt sein

Beim Stichwort Wüste denken viele automatisch an endlose Sanddünen. Doch die Wüsten unseres Planeten bieten eine viel grössere Vielfalt.

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Die Aufnahme von Astronaut Alexander Gerst zeigt einen Sandsturm über Libyen 2014. Über dem Sandsturm erheben sich kleinere Wolkensysteme. Der Uluru, der von den Ureinwohnern Australiens als heiliger Ort verehrt wird, ist der zweitgrösste Monolith der Erde. Er ragt 348 Meter aus dem Herzen Australiens empor. Bis zu 500 Meter hoch sind die Dünen der Badain-Jaran-Wüste in der Inneren Mongolei. Dazwischen liegen 140 Seen, die vom Grundwasser gespeist werden. Wüste bedeutet nicht unbedingt Hitze und Sand. Die US-Luftwaffenbasis Thule liegt nur 1524 km vom Nordpol entfernt in der Eiswüste Grönlands. Woher der Name White Sands für diese Wüste im US-Bundesstaat New Mexico kommt, macht die Satellitenaufnahme klar. Die Dünen bestehen aus Gipskristallen, die in den Ablagerungen eines ausgetrockneten Sees entstanden sind. Lästige Insekten haben dem erloschenen Vulkan im Süden Libyens den Namen Waw an-Namus beschert. Er bedeutet Moskito-Oase, weil um die Seen am Fusse der Caldera zahlreiche Mücken herumschwirren. Ein nur teilweise Wasser führender Fluss wird in Chile Quebrada genannt. Die Quebrada Camiña hat über die Zeit hinweg dieses Tal in die Atacama-Wüste geschnitten. Siedlungen gibt es ausschliesslich am Talboden. Die Oasenstadt Tegguida-n-Tessoum liegt in der Tonebene von Talak in Niger. Der Untergrund ist fest und dadurch gut befahrbar. Strassen sind da nicht unbedingt nötig, wie die vielen Spuren beweisen. In Abu Dhabi wird der neue Stadtteil Al 'Ibayyan mit Wohnraum für 130'000 Menschen aus dem Boden gestampft. Die Strassenzüge sind geschwungen, weil das besonders in Wohnquartieren als ansprechender empfunden wird. Die Drâa-Tafilalet-Region südlich des Hohen Atlas in Marokko beheimatet die Ouarzazate Solar Power Station. Nach der Fertigstellung soll das Sonnenwärmekraftwerk eine Spitzenleistung von 580 Megawatt liefern. In der Sierrita-Mine im Süden des US-Bundestaates Arizona werden im Tagebau Kupfer und Molybdän abgebaut. Die hier gefundenen Vorkommen gehören zu den ergiebigsten der Welt. Das mauretanische Erzabbaugebiet Zouerat liegt 800 Kilometer vom Hafen Nouadhibou am Atlantik entfernt. Verbunden sind die beiden Orte durch eine Bahnlinie, auf der zweieinhalb Kilometer lange Züge verkehren. Die Züge umfassen bis zu 210 Waggons und transportieren von drei bis vier Diesellokomotiven gezogen pro Fuhre 17'000 Tonnen Eisenerz zum Hafen. Markus Eisl, Gerald Mansberger: «Wüsten: Lebensraum der Extreme». eoVision, Salzburg, 256 Seiten. Erhältlich im Buchhandel und

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Wüsten gelten als lebensfeindliche Regionen. Doch sie sind weder frei von Leben noch menschenleer. Dies beweisen die eindrücklichen Aufnahmen im Bildband «Wüsten: Lebensraum der Extreme».

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(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mona aus Zug am 13.01.2020 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wüste lebt

    Für mich gehören die Wüsten zu den geilsten Regionen der Erde

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  • Tsu Nami am 12.01.2020 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre einfach zu verstehen, wenn man will

    Könnten! - Wenn der Mensch seine Umwelt nicht weiter kaputt macht. Die Krone der Schöpfung mit ihrer Intelligenz ist daran, ihren eigenen Lebensraum zu zerstören. - Sage nicht nur ich, sondern auch viele Wissenschafter, und andere gescheite Leute!

  • Paul am 14.01.2020 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Letztes Jahr waren wir

    in Jordanien. In der Wüste Wadi Rum haben wir einige Tage unter Beduinen verbracht. Die Farben und die Pracht lassen mich nicht los

Die neusten Leser-Kommentare

  • Author am 14.01.2020 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Overview

    Einige der Bilder sind definitiv vom Bildband Overview...

  • Paul am 14.01.2020 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Letztes Jahr waren wir

    in Jordanien. In der Wüste Wadi Rum haben wir einige Tage unter Beduinen verbracht. Die Farben und die Pracht lassen mich nicht los

  • frankG. am 13.01.2020 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "langeZeit"

    Ich war leidenschaftlicher Wüstengänger in der Sahara. Ist man Wüstenreisender möchte man bald wieder raus. Hat man sie verlassen, vermisst man sie nach kurzer Zeit!

  • Was die Linken sagen ... am 13.01.2020 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was WähwähÄff und Greenpixx sagen

    Der WähwähÄff und Greenpixx könnten sagen, die Wüste sei von rosafarbenen Tulpen überwuchert und die Klima-Jünger würden es Ihnen glauben.

  • Mona aus Zug am 13.01.2020 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wüste lebt

    Für mich gehören die Wüsten zu den geilsten Regionen der Erde

    • Peter Zyler am 13.01.2020 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      Noch eine Steigerung tut Not ...

      Nun lass mich dir sagen, dass Reiz der Wüste erst so richtig erblühen tut,wenn in der Sonnenglut, Moni darin auch noch shuffeln tut.

    • Mona aus Zug am 13.01.2020 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Und du glaubst ...

      ... ich hätte dazu den Mut? Smile und Daumen hoch!

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