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15. Juni 2019 09:32; Akt: 15.06.2019 09:32 Print

So einfach hilfst du den Wildbienen in der Stadt

von J.-C. Gerber - Ein neues Projekt gibt Stadtbewohnern Tipps, mit welchen Pflanzen sie Wildbienen fördern können. Und zwar exakt auf den Wohnort abgestimmt.

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600 Wildbienenarten gibt es in der Schweiz. Als Bestäuber übernehmen sie eine wichtige Funktion bei der Sicherung unserer Versorgung mit Nahrungsmitteln. Doch fast die Hälfte aller Arten gilt als bedroht. Das liegt neben dem Fehlen geeigneter Nistplätze vor allem daran, dass die Bienen zu wenig Nahrung finden.

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Machen Sie sich für Bienen stark?

Hier setzt das Projekt Future Planter an. Es will Stadtbewohnern zeigen, wie sie mit wenig Aufwand Wildbienen fördern können – einfach indem sie bei sich auf Fentstersimsen, Balkonen und Terrassen geeignete Pflanzen zum Blühen bringen. Dazu müssen auf Futureplanter.ch lediglich drei Fragen beantwortet werden und schon erfährt man, welchen Bienen mit welchen Pflanzen geholfen werden kann (siehe Bildstrecke).

Stadt als Lebensraum

Wieso Stadtbewohner? Die Projektverantwortlichen erklären auf ihrer Website, dass Wildbienen wegen der fehlenden Biodiversität in landwirtschaftlichen Gebieten vermehrt Lebensräume in den Städten suchten. Demnach kommen etwa in der Stadt Zürich fast 30 Prozent aller in der Schweiz beheimateten Wildbienenarten vor. Ausserdem würden Dreiviertel der Schweizer Bevölkerung in Städten wohnen. Sollte nur ein Bruchteil davon mitmachen, wäre den Wildbienen bereits enorm geholfen.

Zurzeit gibt es bei Future Planter für Zürich, Schaffhausen, Zug und Cham massgeschneiderte Pflanzenempfehlungen. Andere Städte sollen folgen. So sei man zurzeit daran, die Daten für die Stadt Basel aufzubereiten, erklärt Mitinitiantin Kiki Anrika Velychko. Für viele Städte seien die Wildbienenbestände aber noch nicht erfasst. Hier hoffe man, durch das Projekt weitere Gemeinden dazu bewegen zu können, entsprechen Daten zu erheben.

Auch Unkraut hilft

Future Planter gibt Empfehlungen für sogenannte Zielarten ab. In der Stadt Zürich sind das zurzeit 11 Arten, wie Velychko sagt. Als Zielarten wurden gefährdete Wildbienen ausgewählt, die auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert sind. So ist zum Beispiel die Glockenblumen-Sägehornbiene streng auf Glockenblumengewächse spezialisiert.

Dass Future Plant besonders Spezialisten fördert, hat seine Gründe. So sind seien sie zu 90 Prozent gefährdet, ausserdem würden die Generalisten unter den Wildbienen ebenfalls von den entsprechenden Pflanzen profitieren so Velychko.

Darauf angesprochen, dass einige der empfohlenen Pflanzen wie etwa die Zaunwicke als Unkraut gelten, erklärte Velychko, dass man natürlich abwägen müsse, wie weit man den Wildbienen entgegenkommen möchte. Dabei gebe es aber einen Unterschied von Balkon und Garten. Sogenannte Unkrautpflanzen würden in Töpfen auf Balkon oder Terrasse wenig stören, im Garten müsse man sie hingegen natürlich im Zaum halten. Mache man das, könnten sie auch im Garten ohne Schaden anzurichten den Wildbienen und vielen anderen Bestäubern eine wichtige Nahrungsquelle bieten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Biiit am 15.06.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe für Insekten

    Endlich Mal einen Bericht, wo man etwas Positives herausholen kann! Danke!

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  • Ich am 15.06.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Urwaldgarten

    Ich Pflanze im Frühling ein paar Bienen und Schmetterlingsmagneten, dazu einige Bohnensamen, die den Zaun zu ranken und lasse das Unkraut wuchern. Die blühende Brennnessel wird rege von Hummeln und Bienen besucht, auch die wuchernde Distel, Kornblumen und Mohn sind sehr beliebt. Sieht zwar chaotisch aus, doch überall sind schöne Blüten, die wenig bis keine Arbeit machen.

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  • Natura am 15.06.2019 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Nachbarn

    Die hantieren nur zu gerne mit Gift. Das ja kein Unkraut wächst. Die Gärten wurden mit den Jahren immer eintöniger. Bevorzugte Bepflanzung... Steine. Steine. Steine. Steine. Nadelgehölze, diverseste Gräser. Das war's. Und ich mit meinem Urwald ecke an. Tja. Einer muss das schwarze Schaf in der Strasse sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter am 19.06.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Meterhohe Blumen und Rispen

    Unser Hauswart lässt im Rasen beim mähen immer zwei, drei Inseln unberührt. Mit der Zeit hat sich dort eine prächtige Insekten Wellness Zone gebildet.

  • Dodo am 17.06.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Hype nach vegi, Klima usw.

    Schon wieder ein neuer Hype. Was kommt als nächstes? Weniger Kinder in die Welt zu setzen wäre doch viel besser.

    • Miriam G. am 18.06.2019 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      Beides machen

      Was hindert daran, beides zu tun?

    • fischli am 19.06.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      Blüemlisex

      Ich wurde anhand der Bienen und Blumenbestäubung aufgeklärt, damit gab es bei mir automatisch keinen Nachwuchs.

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  • Florian am 17.06.2019 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ganz einfach

    Es geht auch ohne kommerzielle Anbieter: mit offenen Augen durchs Quartier oder das Nachbarquartier spazieren, auf Pflanzen und Tiere am Wegrand achten, vielversprechende Strecken mit einem Couvert in der Hand erneut abklappern, wenn die Samen reif sind. Die Samen am gewünschten Standort säen, der so gewählt ist, dass er dem Ort, wo die Pflanzen bereits wachsen, möglichst ähnlich ist.

  • Peter Regen am 17.06.2019 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    SPAM

    Wollte mitmachen bis ich gezwungen wurde die Mailadresse angzugeben. Netter Versuch.

    • Chris God am 17.06.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Fake Adresse verwenden

      machen sie es wie ich, einfach pseudo adresse angeben, geht auch

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  • Chris Tiga am 17.06.2019 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Klappt nur in Zürich...mal wieder :/

    "Für Deinen Standort haben wir noch keine detaillierten Angaben zu lokalen Wildbienenvorkommen"