Reproduktionsmedizin

17. Januar 2014 16:14; Akt: 17.01.2014 16:15 Print

So funktioniert die Eizellenspende

Frauen sollen bei unerfülltem Kinderwunsch künftig in der Schweiz Eizellenspenden empfangen können. Diese Behandlung verlangt der Spenderin einiges ab.

So erklärt das Instituto Bernabeu, ein spanisches Zentrum für Reproduktionsmedizin, die Eizellenspende. (Video: Youtube/Instituto Bernabeu)
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In-vitro-Fertilisation – die künstliche Befruchtung – ist heute in der Schweiz erlaubt, wenn ein heterosexuelles Paar aus medizinischen Gründen kein Kind bekommen kann. Dabei dürfen Samenspenden verwendet werden, nicht jedoch gespendete Eizellen. Dafür müssen Paare ins Ausland gehen.


Wie der «Tages-Anzeiger» in der Ausgabe vom 17. Januar berichtet
, will CVP-Nationalrat Jacques Neirynck das nicht weiter hinnehmen. So will er im Nationalrat einen Antrag machen, das Gesetz über die Fortpflanzungsmedizin zu ändern.

Von der Spenderin zur Empfängerin

Eine gespendete Eizelle braucht es bei medizinischen Problemen der Frau. Aus verschiedenen Gründen wie Alter oder Krankheit kann es passieren, dass keine oder nur unbrauchbare Eizellen produziert werden. Dies, weil in den Eierstöcken keine Follikel mehr heranreifen.

Die sorgfältig ausgewählte Spenderin muss sich einem medizinischen Eingriff unterziehen. Dazu gehört eine Hormonbehandlung mit täglichen Spritzen, die müde und launisch macht, laut Studien aber keine langfristigen Folgen hat. Die Eierstöcke der Spenderin werden mit Medikamenten stimuliert, sodass mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen. Diese werden unter Vollnarkose direkt aus den Eierstöcken abgesaugt. Für die Spenderin ist die Sache danach abgeschlossen.

Anschliessend werden die Eizellen in vitro, das heisst im Reagenzglas, mit einem Spermium befruchtet. Dieses kommt vom Partner oder ebenfalls von einem Spender. Wenn dies gelungen ist – was nicht immer der Fall ist –, wird der so entstandene Embryo der Empfängerin eingepflanzt. Sie enthält bereits vorher eine Hormonbehandlung, damit die Gebärmutterschleimhaut den Embryo aufnehmen kann.

Biologische und leibliche Mutter

Von diesem Zeitpunkt an sollte die Schwangerschaft wie üblich verlaufen. Jedoch ist das Risiko für verschiedene Komplikationen wie auch die Sterblichkeit der geborenen Kinder höher als bei natürlichen Schwangerschaften.

Biologische Mutter ist die Eizellenspenderin. In vielen Ländern gilt jedoch die Frau, die das Kind geboren hat, als die leibliche Mutter.

Mit einer Eizellenspende können sogar Frauen jenseits der Menopause noch Kinder gebären. Die Rumänin Adriana Iliescu wurde so mit 66 Jahren Mutter.

(lmm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ch del monte am 17.01.2014 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute sache, aber...

    gute sache! aber bittebitte: führt eine altersobergrenze ein! man tut den kindern keinen gefallen wenn sie früh zu waisen werden nur weil die eltern bei der geburt über 60 waren!

  • Nico am 17.01.2014 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht

    Wenn wir krank sind, lassen wir uns operieren und wenn junge Frauen keine Kinder bekommen können, aus welchem Grund auch immer, sollen auch sie auf die Medizinischen Fortschritte zugreifen dürfen! Und an alle die hier was dagegen haben: Ihr lehnt Medizinische Hilfe nicht ab wenn ihr Gesundheitliche Probleme habt, auch gehen einige zum Urologen wenn da was nicht stimmt, also macht bitte mal halblang und informiert euch um was es da geht anstatt irgendeine Doppelmoral zu verbreiten!

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  • Reto am 17.01.2014 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinderwunsch

    Der Artikel will - wie es scheint- vor allem wieder nur polarisieren. Es sollte bei der Debatte darum gehen, dass sich junge Schweizer Familien endlich ihren Kinderwunsch erfüllen können und nicht darum, dass möglichst auch noch Ü60 Frauen Mutter werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadine am 19.01.2014 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inzest

    Problematisch daran finde ich, dass man im Endeffekt nicht mehr weiss, wer jetzt mit wem genetisch verwandt ist. Dies könnte die Inzestrate erhöhen.

  • Nadin E. am 19.01.2014 02:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht

    warum soll ein Kinderwunsch nicht erfüllt werden? Es gibt viele Familien die den Wunsch haben ein Kind zu bekommen und probieren es Jahre jedoch ohne Erfolg. Ich finde es ist eine gute Sache,wenn es hier erlaubt wird. Wieviele Adoptierte Kinder haben es nicht schön, weil die Adoptiveltern sie nicht so Lieben können wir ein eigenes? Das sollte auch mal überlegt sein, jeder muss für sich entscheiden.

  • eine Frau am 18.01.2014 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis

    Wenn es nicht klappt mit dem kinderkriegen würde ich auf jeden Fall eines adoptieren. Es gibt mehr als genug Kinder auf unserer Welt. Man sollte nichts erzwingen.

    • Marianne am 18.01.2014 19:17 Report Diesen Beitrag melden

      Schwierig

      Und die Chance wäre sehr gross, dass Sie dann kinderlos bleiben. Adoptieren ist sehr schwierig.

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  • anonym am 18.01.2014 03:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anonym

    Es ist einfach zu sagen wieso und warum, wenn man nicht selber davon betroffen ist. Ich bin jetzt 32 probiere seit 8 Jahren schwanger zu werden und es funktioniert nicht. Aber es ist mein grösster Traum und Wunsch ein eigenes Kind zu haben und dafür würde ich alles tun.

    • frau am 18.01.2014 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ich weiss wie das ist

      wenn es dein grösster Wunsch ist, dann tu das. ich hab auch alles versucht, hat leider trotzdem nicht geklappt. Aber ein Versuch ist es wert. viel Glück

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  • Dona am 18.01.2014 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Wer betroffene Paare kennt weiss wie segensreich diese Möglichkeit ist.