Nikotinkaugummis und Co.

01. Februar 2019 13:44; Akt: 01.02.2019 13:44 Print

Das taugen die einzelnen Rauchstopp-Angebote

von Fee Riebeling - Es gibt viele Angebote, die beim Aufhören helfen sollen. Doch welche führen am ehesten zum Ziel?

Diego (33) hat es geschafft, das Rauchen an den Nagel zu hängen. Wie, das verrät er im Video. (Video: (Video: GIB/PST)
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Wer nicht mehr rauchen will, kann zur E-Zigi greifen. Daneben gibt es verschiedene weitere Angebote, die die Entwöhnung erleichtern sollen.

Zwar könne man nicht pauschal sagen, welches die beste Methode sei, sagt der Psychologe und Suchtforscher Stephan Mühlig von der Technischen Universität Chemnitz: «Das hängt von der Person und der Art der Abhängigkeit ab.» Doch zeigten Studien, dass gewisse ­Methoden Ex-Raucher besser durchhalten liessen. So erhöhe allein der ärztliche Rat, aufzuhören, die Erfolgschancen um 10 Prozent.

Die Prozentzahl bei der Erfolgsquote gibt jeweils den Anteil der Personen an, die auf diese Art versucht haben, aufzuhören, und nach einem Jahr noch rauchfrei sind.

Gruppentherapie und Medikamente

- So gehts: Man erfährt, was man in Situationen tun kann, in denen man sonst zur Zigi greifen würde. Die Medikamente mildern Entzugserscheinungen – eine Methode für starke, körperlich abhängige Raucher.

- Vorteile: Die Gruppe gibt Rückhalt und übt sozialen Druck aus; man erhält professionelle Beratung.

- Nachteile: Es steht und fällt mit der Gruppe; zeitintensiv; Medis können Nebenwirkungen haben.

- Erfolgsquote: bis 55 Prozent

Professionelle Verhaltenstherapie

- So gehts: Es werden einzeln oder in der Gruppe Wege aufgezeigt, wie man Momente, in denen man sonst geraucht hätte, ohne Zigarette meistern kann. Vor allem für starke und ­psychisch abhängige Raucher ­geeignet.

- Vorteile: Man erhält professionelle Beratung und hat einen Ansprechpartner, der in Akutsituationen weiterhelfen kann.

- Nachteile: Entzugserscheinungen; kostet Zeit

- Erfolgsquote: 40–50 Prozent

Nikotinersatz und Medikamente

- So gehts: Beide Varianten machen den Entzug erträglicher. Mit Medis wie dem rezeptpflichtigen Champix startet man vor dem Rauchstopp. Dann verliert das ­Nikotin seine Wirkung.

- Vorteile: Man ist zeitlich flexibel.

- Nachteile: Es braucht Disziplin; man hat keinen Ansprechpartner; sie wirken nicht bei jedem; auch sie können abhängig machen; Medikamente sind teuer und können Nebenwirkungen haben.

- Erfolgsquote: 20–30 Prozent

Es gab Zeiten, da zündete Daniel im Ausgang seine Zigarette mit der vorherigen an. Doch die sind vorbei. So hat er es geschafft. (Video: GIB/PST)

Selbsttherapie mit Ratgebern

- So gehts: Es gibt jede Menge Literatur, die ähnliche Inhalte vermittelt wie Therapeuten.

- Vorteile: Man ist zeitlich flexibel; es ist günstiger als Therapiesitzungen.

- Nachteile: Man ist auf sich allein gestellt; es braucht Selbstdisziplin.

- Erfolgsquote: 15–20 Prozent (Hilfreicher sind Rauchfrei-Apps oder Online- beziehungsweise Telefonberatungen. Deren Erfolgsquote liegt bei bis zu 25 Prozent.)


Kalter Entzug ohne Hilfe

- So gehts: Der Rauchstopp erfolgt von einem Tag auf den anderen, spontan und ohne konkreten Plan, wie man es anstellen will.

- Vorteile: kein finanzieller oder zeitlicher Aufwand vonnöten; volle Entscheidungsgewalt.

- Nachteile: Man ist auf sich allein gestellt; es braucht grossen Willen und Motivation; hohe Rückfallquote.

- Erfolgsquote: 3–6 Prozent

Bis zu drei Schachteln Zigaretten hat Eugen (83) früher geraucht. Im Video erzählt er, was ihn zum Umdenken und Aufhören gebracht hat. (Video: GIB/PST)

Alternative Therapieformen

- So gehts: Akupunktur und Hypnose sollen Zigaretten und die Lust auf Nikotin vergessen machen.

- Vorteile: Könnte durch Placebo­effekt etwas bewirken (positive Erwartungen).

- Nachteile: Der Nutzen von Akupunktur ist nicht belegt; bei Hypnose uneindeutige Befunde; Kosten sind selbst zu tragen; der Aufhörwillige setzt sich nicht mit seinen Rauchmustern auseinander.

- Erfolgsquote: keine Angaben

Melanie (24) hat schon mehrfach versucht, das Rauchen aufzugeben – erfolglos. Der nächste Versuch könnte aber klappen. (Video: GIB/PST)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Coffeeblackcigarette am 01.02.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kopf macht's

    Nach über 30 Jahren über Nacht aufgehört - ohne Hilfsmittel, Therapie etc. Wenn's im Kopf stimmt, dann schafft man's! Einfach den Fokus auf die positiven Nebeneffekte richten. Seit 2 Jahren clean und noch keine Sekunde bereut! Viel Glück an alle, die es versuchen. An alle anderen: nicht unter Druck setzen lassen und weiter geniessen!

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  • Gfeller Martin am 01.02.2019 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    80 Zigaretten

    hab ich geraucht bevor ich aufhörte. Bin mit Medis (Champix) davon los gekommen. Und ziemlich einfach keine Nebenwirkungen, keine Entzugserscheinungen und eigentlich eine Motivation im Stil von tja schauen wir mal. Wenn's klappt gut wenn nicht egal. Das war vor 9 Jahren und bin nicht annähernd nochmal in Versuchung gekommen wieder anzufangen. Der Preis der Medikamente ist lachhaft zu dem was ich bis jetzt eingespart habe. Und die frische Luft die ich habe........

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  • Expaffer am 01.02.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist leider so

    Aufhören zu Rauchen findet im Kopf statt! Wenn man das will, schafft man es auch ohne die Pharmaindustrie und anderen "Geldlimachern"!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beeli am 02.02.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Angst haben

    Finger weg von Ersatzprodukten! Der einzige Weg ist den Nutzen von Zigaretten zu erkennen und die Angst vor dem Aufhören zu verlieren. Das Leben geht weiter, auch ohne Nikotin und macht um ein Vielfaches mehr Spass. Just do it! Nach 25 Jahren jetzt seit 4 Jahren Nichtraucher und Frage mich warum nicht schon früher aufgehöhrt....

  • dampfimi am 02.02.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    e-pfeife

    Ich habe nach 50 jahren mit rauchen aufgehört,2 packungen selbstgedrehte nur starker tabak. hatte mir schon vorher eine e-pfeife gekauft, wollte testen als Tabakersatz. Hat nichts gebracht. Ein halbes jahr später hatte ich brustprobleme sagte der tabakpfeife und zigaretten am abend ab. Kein problem. Aber am morgen danach, kaffee ohne tabak, oh oh. Da holte ich die e-pfeife aus der schublade, die funktionierte noch und begann zu dampfen. Seitdem dampfe ich nur noch, mit abnehmendem nikotingahalt, die e-pfeife beim gemütlichen zusammensein oder einfach zum relaxen. Ich brauche den nuggi halt.

  • Philip Morris am 02.02.2019 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Para dox

    Rachfrei ist und bleibt eine Illusion. #Beständigkeit #smoking #freedom

    • Otto Giwar am 02.02.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Changes

      Im Grundsatz absolut einverstanden. Wobei Veränderungen zum Teil des Lebens gehören. #Juul

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  • Marco Mosimann am 02.02.2019 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kalter Enzug

    Kalter Enzug übernacht, rauche seit 5 jahren nicht mehr.

  • Don_m78 am 02.02.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlau

    Nikotin mit Nikotin zu ersetzen ist genau so schlau wie Alkohol mit Alkohol zu ersetzen. Aber auch die Tabak Lobby macht was sie kann.

    • dampfimi am 02.02.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      nikotinhaltiger liquid

      Nikotin ist das was süchtig macht, auf e-geräte mit nikotinhaltiger liquid umzusteigen, man kann ja denn nikotingehalt mit der zeit reduzieren. Dadurch entstehen auch keine raucher, grill gerüche. Aber achtung, e-geräte ersetzen rauchen nicht, es hilft nur, der wille zum aufhören muss da sein.

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