Eisschmelze

12. September 2019 18:04; Akt: 12.09.2019 18:04 Print

So erbärmlich sieht der Aletschgletscher 2100 aus

Schlechte Aussichten für den Aletschgletscher: Ohne energischen Klimaschutz wird er bis 2100 beinahe vollständig verschwunden sein.

Die Simulation zeigt drei Szenarien. (Video: ETH-Zürich)
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Geht der Klimawandel ungebremst weiter, wird der grösste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, bis 2100 fast völlig verschwunden sein. Mit einem energischen Klimaschutz liesse sich jedoch rund ein Drittel des heutigen Gletschervolumens retten.

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Die majestätischen Eismassen des Aletschgletschers sind ein Touristenmagnet. Jedoch dürften Ende des Jahrhunderts nur noch eine Handvoll kleiner Eisflecken vom grössten Eisstrom der Alpen übrig sein, wenn es mit dem Klimawandel ungebremst weitergeht.

Guillaume Jouvet und Matthias Huss von der ETH Zürich haben ein dreidimensionales Computermodell des Aletschgletschers erstellt, um zu zeigen, welcher Anblick sich aus der Luft oder von verschiedenen Aussichtspunkten im Jahr 2100 bieten wird.

Simulation zeigt Gletscherschrumpfen

Die Simulation liessen sie mit regionalen Klimaszenarien laufen: eine Erwärmung von 1 bis 2 Grad, 2 bis 4 Grad oder 4 bis 8 Grad im Vergleich zur Periode zwischen 1960 und 1990 – bevor sich die Klimaerwärmung rasant beschleunigte. Von ihren Ergebnissen berichten die Forscher im Fachmagazin «Journal of Glaciology».

In animierten Grafiken auf einer eigens erstellten Website schrumpft das Eisvolumen im Zeitraffer, bis – im schlimmsten Fall – praktisch nichts mehr übrig ist. Schafft es die Staatengemeinschaft jedoch, die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen, die CO2-Emissionen rasch und massiv zu senken und das Klima gegen Mitte des Jahrhunderts zu stabilisieren, liesse sich deutlich mehr des Gletschers retten.

«Etwa 40 Prozent des heutigen Eisvolumens wären dann im Jahr 2100 noch übrig», sagte Jouvet im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Aber dafür brauche es grosse Anstrengungen.

Bis zum Jungfraujoch hinauf eisfrei

Selbst wenn sich die Klimaerwärmung auf dem heutigen Stand stoppen liesse, wird es mit dem Eisverlust am Aletschgletscher bis Ende des Jahrhunderts weitergehen, so Jouvet. Die Forscher liessen ihre Simulation auch auf Basis des Klimas der letzten zehn Jahre laufen.

«Damit sind wir unabhängig von den Projektionen verschiedener Klimaszenarien – und selbst dann wird der Aletschgletscher etwa die Hälfte des heutigen Volumens bis 2100 verlieren.» Grund dafür ist, dass die Eisschmelze bei grossen Gletschern einen langen «Bremsweg» hat: Sie reagieren mit Verzögerung auf Klimaveränderungen.

Ohne energischen Klimaschutz dürfte auch der Konkordiaplatz unter dem Jungfraujoch, wo sich heute noch rund 800 Meter hoch das Eis türmt, bis 2100 völlig eisfrei sein, sagte Jouvet.

(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tim c am 12.09.2019 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eiszeit

    Die Eiszeit kommt und geht, nichts neues..nur natürlich

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  • Omalia am 12.09.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Vor ca. 3000 Jahren war der Aletschgletscher VIEL kleiner als er Heute ist! Was für Öko-Terroristen waren damals am Werk?

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  • Pipo am 12.09.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dank Erwärmung gab es Leben

    Sagen uns die Forscher nicht, dass die Erde ursprünglich mal unter kilometerdicker Eisschicht lag? Es gab also massive Eisschmelze bevor es überhaupt Menschen gab. Denkt mal darüber nach...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sam G am 13.09.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mitschuld an der Erderwärmung...

    hat die Reibungswärme der x Milliarden von Menschen, die täglich selbst Hand anlegen. :-)

  • Dr. No am 13.09.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Erbärmliche Wissenschaft

    So erbärmlich sind die von uns Steuerzahlern finanzierten Studien. Ideologiegetriebene Hellseherei ohne wissenschaftlich fundierte Grundlage über den GENAUEN Einfluss von CO2. Nichts als Modelle und Hypothesen. Sorry Leute, das ist einfach nichts.

  • Dr. No am 13.09.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hellseherei

    "Etwa 40 Prozent des heutigen Eisvolumens wären dann im Jahr 2100 noch übrig". Ist das ein Hellseher? Unter der Annahme, dass: CO2 tatsächlich schuld ist, die Modelle (die bis anhin immer massiv daneben lagen) perfekt sind, die Sonnenaktivität gleich bleibt, kein Megavulkan explodiert, die Meereströmungen richtig modelliert wurden. Solche Aussagen haben mit Wissenschaft definitiv nichts mehr zu tun und sind einfach unwürdig. Und damit will man CO2 in Milliarden Höhe begründen. Armes Helvetia.

    • Dr. No am 13.09.2019 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Was vergessen

      CO2-Abgaben in Milliarden Höhe.

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  • Ruedi Sittel am 13.09.2019 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Vergangenheit ist Gewissheit, Hellseherei ist eher

    Ihr könnt die Zukunft nur erahnen, aber Geologie kann nicht lügen, ihr schaut nur auf 40 Jahre, Hellseher und Quacksalberei

  • TELL am 13.09.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Natur...

    Die Natur macht was sie will... Eiszeiten kommen und gehen... der Mensch ist da total unbedeutend.