Sars-CoV-2

04. April 2020 08:50; Akt: 04.04.2020 12:13 Print

So lange bleibt das Virus in der Luft nachweisbar

In feinsten Partikeln kann das neue Coronavirus Sars-CoV-2 mehrere Stunden in der der Luft überleben. Das zeigen US-Laborexperimente.

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Bis es dereinst ein Medikament oder einen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus gibt, ist neben Handhygiene und Abstand auch unser Immunsystem gefordert. Wie du deine Abwehrkräfte ohne viel Aufwand stärken kannst, erfährst du in der folgenden Bildstrecke. Empfehlenswert ist beispielsweise die Beachtung des sogenannten Bern-Prinzips, das der deutsche Mediziner Tobias Esch entwickelt hat. Mit der Schweizer Hauptstadt hat das nichts zu tun. Die vier Buchstaben stehen vielmehr für Behaviour (Verhalten), Exercise (Bewegung), Relaxation (Erholung) und Nutrition (Ernährung). Konkret empfiehlt Esch, negative Belastungen wie Stress zu vermeiden und gegebenenfalls das zu ändern. Denn wenn unser Körper gestresst ist, steigt der Cortisolspiegel, was unsere Abwehrkraft bremst. Gönne dir also öfter eine Pause und . Wenn du Schwierigkeiten hast, das hinzubekommen, kann ein sogenanntes helfen. Darin kannst du die grossen und kleinen Ärgernisse des Alltags notieren und so problematische Muster erkennen – und aufbrechen. Eine weitere wichtige Säule zur Stärkung des Immunsystems ist zu gehen. Dass das nicht für alle machbar ist, ist laut Milo Puhan vom Institut für Epidemiologie und Public Health ... ... an der Universität Zürich verständlich und völlig okay, denn bereits seien förderlich für die Gesundheit und für die meisten Menschen machbar. Andere Experten empfehlen, an mindestens fünf Tagen in der Woche mindestens eine halbe Stunde aktiv zu sein. Damit es wirklich etwas bringt, sollte Ausdauertraining rund 70 Prozent ausmachen, ... ... Krafttraining 20 Prozent und ... ... Koordinations- und Gleichgewichtsübungen 10 Prozent. Doch was auch immer man am Ende tatsächlich macht: . Bei aller Bewegung sollte aber der Aspekt der zu kommen. Das Minimum sind fünf Stunden. Nur dann hat der Organismus ... ... ausreichend , um das Immunsystem zu stärken. Wer sich weniger als fünf Stunden aufs Ohr legt, riskiert dagegen, krank zu werden: Schon nach einer einzigen durchzechten Nacht reduzieren sich nämlich die Abwehrzellen des Immunsystems um die Hälfte – und das Risiko, krank zu werden, steigt. Auch bringt etwas. Nachweislich hilfreich sind beispielsweise Yoga- und ... ... Meditationsübungen. Deshalb schlägt unter anderem die Schweizer Schlangenfrau Nina Burri vor, den Sport im Stundenplan verankern zu lassen. Ihr Argument: ... ... Wer für Entspannung keine Zeit hat, kann sich auch mit kleinen, unauffälligen Übungen behelfen: So bringt es nämlich auch schon etwas, hin und wieder mal die zu ballen und zu lösen. Wichtig ist auch – wenig überraschend – eine , die bewusst abläuft und nicht einfach nur dazu dient, den Hunger zu stillen. Als besonders empfehlenswert gilt zum Beispiel . Neben zahlreichen Vitalstoffen enthalten diese Gemüsesorten viel Beta-Carotin, das die Produktion der weissen Blutkörperchen anregt und so den Körper bei der Abwehr von Infektionen unterstützt. Auch nicht zu verachten sind . Auch gut: Die hingegen wirkt gegen Viren und Bakterien im Körper, beugt Erkältungen vor und bekämpft sie aktiv, wenn man sie schon hat. Ebenfalls nicht zu verachten ist . Auch hemmt die Vermehrung von Viren. Wird es mit den ersten Symptomen dem Körper zugefügt, kann es Dauer und Schwere einer Erkältung mindern. Neben dem Bern-Prinzip gibt es noch weitere Aspekte, die gut für die Selbstheilungskräfte des Körpers sind. So wie die gelten als ideal für die Gesundheit. Ist die Luft zu trocken, kann man krank werden. Der Grund: Je trockener die Luft, desto mehr Staubpartikel schweben ungebunden durch den Raum, weil dem Staubbinde-Element Wasserdampf fehlt. Hinzu kommt, dass trockene Luft die Schleimhäute austrocknen lässt und die schützende Schleimbarriere im Nasen-Rachen-Raum beeinträchtigt. Damit haben Erreger leichtes Spiel – es sei denn, ... ... man trinkt viel. Etwas, was zurzeit oft vergessen wird, weil das Durstgefühl fehlt. Doch genau das ist wichtig. Abhilfe schaffen können Sie auch mithilfe von . Diese gibt es in allen Grössen, Formen und Farben. Wollen Sie sich – aus welchen Gründen auch immer – keinen solchen anschaffen, ... ... gibt es auch andere Möglichkeiten: Zu Hause können Sie . Auch wirkstofffreie – zum Beispiel solche mit Salzwasser – können helfen. Gut für das Immunsystem sind auch warme Füsse: Sind sie zu kalt, kühlt die Körperoberfläche schnell aus und die Blutgefässe der Nase ziehen sich zusammen, was schlecht ist: Die verminderte Durchblutung schränkt die Immunabwehr ein und Erkältungsviren haben leichtes Spiel. Du kannst natürlich auch in die . Ein so trainierter Körper hat dann bei eisigen Temperaturen weniger Stress. Ausserdem nimmt durch Kneippgüsse die Zahl bestimmter Abwehrzellen des Immunsystems zu. Versuche ausserdem, Dinge zu vermeiden, die deine Abwehrkräfte schwächen – oder anders gesagt: ... ... sowie ein besonders . Der Grund: Alkohol beeinflusst so gut wie jedes Organ, was den Körper in Stress versetzt und das Immunsystem schwächt. Von raten Forscher der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab. Sie wiesen nach, dass Fast Food auf den Körper eine ähnliche Wirkung wie eine bakterielle Infektion hat. Zudem sorgt ungesundes Essen für Du musst jetzt aber nicht alles, was Spass macht, meiden. Laut US-Forschern verhindert der , dass in den weissen Blutkörperchen Gene aktiviert werden, Allerdings solltest du deinen Freunden nicht allzu nahe kommen: Gehe vorübergehend ein bisschen : Ein freundlicher Gruss und ein strahlendes Lächeln können Händeschütteln und Begrüssungsküsschen gut ersetzen und verhindern, dass man sich ansteckt. Den Partner nachts auf die Couch verbannen, musst du aber nicht. Denn stärkt das Immunsystem. Das Liebesspiel wehrt Infektionen ab, Bei alledem derzeit wichtiger denn je: Immer wieder . Schliesslich greifen wir uns mit diesen immer wieder ins Gesicht. Und wenn sie nicht keimfrei sind, transportieren sie Bakterien und Viren in die Nähe der gestressten Schleimhäute, die sie nicht mehr zuverlässig abwehren können.

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Forscher der amerikanischen National Institute of Health (NIH) haben untersucht, wie lange Sars-CoV-2 in der Luft als Aerosol überleben kann. Das bedeutet, wie lange die Viren in der Luft schweben können. Zu diesem Zweck haben sie das Virus durch einen Vernebler in eine enge Trommel gesprüht. Danach massen sie in regelmässigen Abständen insgesamt drei Stunden lang die Entwicklung der Viruskonzentration in diesem Behälter.

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Viren konnten bis zum Ende des Experiments nachgewiesen werden und waren in der Lage, Zellen zu infizieren. Ihre Konzentration nahm aber über die Zeit stark ab. Die Halbwertzeit des Virus als Aerosol betrug 2,7 Stunden. Das bedeutet, dass nach 2,7 Stunden nur noch die Hälfte der anfänglichen Virenmenge in der Luft nachgewiesen werden konnte. Der Rest hatte sich abgesetzt. Die Menge an Viren in der Luft halbiert sich also gemäss der Studie alle 2,7 Stunden. Für die Forscher sind die Resultate ein Beleg dafür, dass eine Übertragung des Virus durch die Luft in der Theorie denkbar ist, da die Viren als Aerosolteilchen mehrere Stunden nachweisbar waren.

Übertragungsrisiko unklar

Allerdings erlauben die Laboruntersuchungen keine Schlüsse auf das genaue Übertragungsrisiko über die Luft, da die Experimente unter kontrollierten Laborbedingungen durchgeführt wurden. Es sei zudem unklar, welche Konzentration von Sars-CoV-2 zu einer Infektion bei einem Menschen führe, sagte Studien-Co-Autor Dylan Morris von der Princeton University zu Livescience.com. Morris und seine Kollegen testeten, ob die Viren aus dem Aerosol im Labor erzeugte Zellen infizieren können. Es gab keine Tests an Menschen. Über welche Distanzen sich das Virus als Aerosol verbreiten kann, wurde ebenfalls nicht untersucht.

Die Studie der NIH-Forscher ist im Fachjournal «New England Journal of Medicine» erschienen. Gemäss aktuellem Wissensstand gehen Forscher davon aus, dass die Übertragung in erster Linie über Tröpfcheninfektion geschieht. Das heisst, die Viren werden in ausgehustetem oder ausgeniestem Sekret weitergegeben. Das Gute daran ist, dass diese Tröpfchen zu gross und schwer sind, um sich in der Luft zu halten, und relativ schnell zu Boden fallen. Die Tröpfchen fliegen nicht weiter als etwa zwei Meter.

Mögliches Problem für Pflegepersonal

Die NIH-Forscher gehen denn auch nicht davon aus, dass Sars-CoV-2 unter Alltagsbedingungen zum Aerosol wird. Das sieht auch der Epidemiologe Michael Vasseur von der Drexel University so. Könnte das Virus tatsächlich leicht als Aerosol existieren, wäre die Infektionsrate viel höher, wie er zu Statnews.com sagte. Und man würde andere Ansteckungsmuster sehen. Bei der Tröpfcheninfektion geschehe es hauptsächlich über enge Kontakte. Wenn aber ein Virus leicht als Aerosol existierte, könnte man es von Leuten bekommen, die vor einem den Lift benutzt hätten.

Wenn überhaupt, könnte das Virus am ehesten in Einrichtungen des Gesundheitswesens zum Aerosol werden, wie Morris sagt. Aerosole könnten bei der Intubation entstehen, also wenn eine Röhre zur Beatmung in die Luftröhre eingeführt wird oder wenn einem Patienten Medikamente mit einem Inhalator verabreicht werden. Dann könnte es zu einer Gefährdung des medizinischen Personals kommen. Die WHO empfiehlt deshalb, dass es sich bei einer Intubation von Covid-19-Patienten mit Atemschutzgeräten und Schutzkleidung schützen solle.

Nachdem die Studie Mitte März veröffentlicht worden war, gibt es inzwischen neue Erkenntnisse. So wurden dutzende Mitglieder eines grossen Chors im US-Bundesstaat Washington nach einer Probe positiv auf das Coronavirus getestet, wie Livescience.com schreibt. Das deutet darauf hin, dass eine Übertragung über die Luft auch ausserhalb von Einrichtungen des Gesundheitswesens denkbar ist.

Studien-Co-Autor Dylan Morris erklärte daraufhin in einem Twitter-Thread: Es sei nun klar, dass ein Übertragungsrisiko über die Luft auch im Alltag nicht vernachlässigt werden dürfe, besonders in schlecht belüfteten Innenräumen. Allerdings gebe es in Spitalumgebungen weiterhin ein besonders hohes Risikio für eine Übertragung über die Luft.

(jcg)