Horror-Szenario

22. Juni 2014 13:30; Akt: 22.06.2014 19:23 Print

So leer wäre der Supermarkt ohne Bienen

Den Bienen geht es an den Kragen. Das Bienensterben rafft weltweit die Völker dahin. Ohne Gegenmassnahmen werden die Supermärkte künftig ein ziemlich reduziertes Angebot führen.

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Bienen sind hierzulande das drittwichtigste Nutztier nach den Schweinen und den Rindern. Sie bestäuben etwa 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutz- und Wildpflanzen. Damit tragen sie entscheidend zur Nahrungsversorgung bei. Würden sie aussterben, müssten wir auf einen Drittel unserer Nahrung, besonders auf gesunde Nahrung, verzichten.

Die Angst vor einem Verschwinden der Bienen ist nicht unbegründet. Das Phänomen des Bienensterbens, auch Völkerkollaps genannt, dezimiert seit einigen Jahren in den Wintermonaten weltweit die Bestände der Honigbienen. Noch ist die genaue Ursache nicht bekannt, doch dürfte es sich um ein fatales Zusammenspiel verschiedenster Faktoren wie Pestizide, Parasiten und Viren handeln.

Bisher hat die Wissenschaft kein Gegenmittel gefunden. Als Sofortmassnahme hat die EU seit Dezember den Einsatz von drei für Bienen gefährliche Pestizide eingeschränkt, die Schweiz ist nachgezogen. Zudem will der Bundesrat bis 2016 einen Aktionsplan zum Schutz der Bienen ausarbeiten.

Leere Regale

Wie wichtig rasches Handeln ist, zeigt eine Aktion der US-Biosupermarktkette Whole Foods. Im Rahmen der «Share the Buzz»-Kampagne entfernten Mitarbeiter in einem Laden im US-Bundesstaat Massachusetts sämtliche Produkte, die es ohne Bienen und andere Bestäuber nicht mehr geben würde. Im letzten Jahr war die Früchte- und Gemüseabteilung dran. 237 Produkte oder ganze 52 Prozent des Sortiments verschwanden bei dieser Räumungsaktion.

Nun dehnte Whole Foods Market die Aktion auf die Milcherzeugnisse aus, wo ein Grossteil an Milch, Joghurt, Butter und Käse ohne Bestäuber verschwinden würde. Dies, weil es einerseits ohne Bienen weniger Futterpflanzen für Milchkühe gäbe und andererseits die Früchte als Geschmacksgeber für diverse Joghurt- und auch Glace-Sorten wegfallen würden.

Albert Einstein mag übertrieben haben, als er sagte: «Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, kein Mensch mehr.» Doch Tatsache ist: Ohne Bienen würde unser Speiseplan deutlich eintöniger und unappetitlich aussehen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blumenfan am 23.06.2014 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Bei uns in der Wohnsieldung wird der Hauswart dazu angehalten oft zu mähen. Er lässt zwar gewisse Stellen aus, damit dort ein paar Blumen eine Chance haben um zu wachsen. Aber nix da. Die geballte Müttervereinigung verlangt von ihm, dass auch das allerletze Blümchen gemäht wird, damit der Rasen überall gleich hoch und gepflegt ist. Anstatt sich über die Blumen zu freuen, die den Bienen helfen würden, sehen sie nur noch einen perfekt gemähten Rasen. Und darüber freuen sie sich.

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  • Jackmans am 22.06.2014 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    düstere Zukunft

    Eines Tages kann der Mensch nur noch in sterilen Räumen überleben, seinen Hunger mit chemisch hergestellter Astronautenkost stillen, wo künstliche Aromen an jene Zeit erinnern, wo diese Aromen auf natürliche Weise gedeihten u den Menschen an eine Natur erinnern, die er selbst in seiner Ignoranz vernichtet hat.

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  • Toony pro am 22.06.2014 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monsanto & co

    Schuld daran hat allein die aggrarpolitik von Monsanto & Co.. hauptsache keine Viecher auf salat. alles Genmanipuliert. roundup gift spray usw.. wenn wacht ihr auf.!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mensch am 24.06.2014 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Teil der Natur...

    Wir sind auf dem besten Weg uns zu vernichten. Die meisten Menschen haben einfach die Zusammenhänge verloren. Nicht umsonst sagt man; wenn die Bienen sterben, stirbt auch der Mensch. Seit Jahren betreiben wir Raubbau mit unserer Landwirtschaft, die Ökologie kommt immer mehr ins schwanken. Keine Naturwiesen mehr, Kunstrasen und überdüngte Felder und Äcker. Wir aber geben uns lieber mit sinnlosen Dingen ab, die unser Leben eher verkürzen als harmonisch gestalten. Wir sind aber ein Teil dieser Natur und sollten uns spätestens jetzt daran erinnern!

  • Guinness am 23.06.2014 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Tal der Blumen

    Schaut euch doch nur die Wiesen von heute an. Wildblumen? Fehlanzeige. Beinahe nirgends wachsen noch wie vor 30 Jahren bunte Felder mit Blumen. Bei all der Chemie, die in der Vergangenheit überall gespritzt wurde oder sonst in die Umwelt gerieten; bei all den genetisch manipulierten Pflanzen und deren Breitbandherbiziden, welche Glyphosat enthalten und bei all den "unsichtbaren Verschmutzungen" wundert es mich absolut gar nicht, dass eines der, für die Umwelt, wichtigstens Tier langsam aber sicher dem Völkerkollabs erliegt.

  • Aha den dummen gehört die Welt am 23.06.2014 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Der Wert von Geld steigt. Der Wert der Natur sinkt aber zunehmend. Was läuft hier wohl schief?

  • naturgarten und naturbalkon am 23.06.2014 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    jeder kann etwas tun!

    anstatt hier zu jammern, wie schlimm alles ist (das ist es tatsächlich) kann jeder im kleinen etwas tun. verzichtet auf künstliche dünger und insektizide, verwendet zb. asche und jauchen (funktioniert sogar viel besser als chemie, meine tomaten sind herrlich!). pflanzt verschiedene blühende pflanzen, frühblüher und spätblüher. macht euch schlau über besonders insektenfreundliche pflanzen. stellt ein insektenhotel auf und errichtet im garten eine trockenmauer. eine wasserquelle (zb. miniteich) wird von vielen insekten geschätzt. fast alles funktioniert auch auf dem kleinsten balkon!

  • Rafi am 23.06.2014 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde es lustig...

    ...dass wir Menschen immer denken, wenn wir etwas nicht bezwimgen können, kann es die Natur auch nicht. Wir stellen uns über alles und jedes Lebewesen und die ganze Welt. Wenn die bienen nicht mehr währen, würde die Natur früher oder später andere Wege finden sich weiter zu vermehren. Die Natur gab es schon vor den Bienen.

    • Meine Ansicht am 23.06.2014 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Mensch

      Tja dann muss wohl der mensch früher oder später der natur weichen...

    • mao vrc am 23.06.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      studier doch mal

      na klar darum müssen ich China ja auch Bäume und Blüten von Hand bestäubt werden nur weil Mao die Bienen beinahe ausrotten liess... Die Natur passt sich nicht innerhalb von ein paar Tagen an...in dieser Phase der Anpassung würden weit mehr Menschen verhungern als sonst schon....was ja auch nicht schlimm wäre!

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