Jöh!

21. März 2013 16:19; Akt: 21.03.2013 16:19 Print

So sah das Universum als Baby aus

Das Bild des Weltalls im zarten Alter von 380'000 Jahren versetzt Astronomen in helle Aufregung. Die Karte bestätigt die Urknall-Theorie – wirft aber auch neue Fragen auf.

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Am Anfang war der Urknall – auf diese Theorie zum Ursprung des Universums haben sich die meisten Astronomen mittlerweile geeinigt. Doch wie beweist man dieses Modell?

Hier kommt die sogenannte kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung ins Spiel, die rund 380'000 Jahre nach dem Urknall entstanden ist. Also zu dem Zeitpunkt, als sich das Weltall auszubreiten begann. In der Folge sank die Temperatur der Ursuppe langsam ab und das Universum wurde durchsichtig. Erst jetzt hatte das Licht freie Bahn – und das ist auch der Grund, weshalb die Forscher «nur» bis zu diesem Zeitpunkt zurückblicken können.

Nun hat die Europäische Weltraumorganisation ESA mit Daten des des Weltraumteleskops «Planck» die bisher genauste Karte aus der Zeit kurz nach dem Urknall erstellt. «Die Planck-Karte des CMB liefert uns ein extrem detailliertes Bild des ganz frühen Universums», sagt Simon White, Co-Investigator in der Planck-Kollaboration und Direktor am Garchinger Max-Planck-Institut für Astrophysik auf der Site der Max Planck Gesellschaft.

Schlappe 80 Millionen Jährchen älter

Diese Karte bestätigt das Modell der Urknall-Theorie. Sie stellt geringfügige Temperaturunterschiede des Mikrowellen-Hintergrunds dar, die mit Gegenden mit abweichender Dichte übereinstimmen, welche den Keim für die heutigen Sterne in sich tragen. Darüber hinaus ermöglicht sie aber auch eine exaktere Bestimmung von Phänomenen wie der Dunklen Energie, der Dunklen Materie oder der Materie, aus der Galaxien und Sterne bestehen. Und sie zeigt, dass sich das Universum langsamer ausbreitet als bisher angenommen und folglich älter ist als bisher gedacht. Konkret: nicht 13,7, sondern 13,82 Milliarden Jahre.

Kein Wunder sind Astronomen begeistert, von dem Bild. Zwar weist die Karte auch Anomalien auf, zum Beispiel einen «kalten Fleck», der um einiges grösser ist als erwartet. Doch solche rätselhaften Phänomene mindern die Freude der Forscher nicht – im Gegenteil: «Wir hätten uns nie träumen lassen, dass die Messungen tatsächlich irgendwann so genau werden, dass sie nun sogar zur Entdeckung von Hunderten bisher unbekannter Galaxienhaufen eingesetzt werden können. Ein grossartiger Erfolg für Planck», wird Rashid Sunyaev, Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik und Co-Investigator in der Planck-Kollaboration auf der Site der Max Planck Gesellschaft zitiert.

(kmo)