Jahrhundert-Ereignis

27. Juli 2018 05:48; Akt: 27.07.2018 09:16 Print

So sehen Sie die längste Mondfinsternis am besten

Die Mondfinsternis heute Abend wird die längste des Jahrhunderts sein. Sie zu verfolgen, ist nicht ganz einfach.

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Die Mondfinsternis vom kommenden 27. Juli wird die längste des Jahrhunderts sein. (Im Bild: Der Blutmond hinter der Moschee Camlica in Istanbul am 31. Januar 2018) Bei einer totalen Mondfinsternis steht der Mond im Kernschatten (Umbra) der Erde. Direkte Sonnenstrahlen werden von dieser blockiert. Trotzdem bleibt der Mond sichtbar, da es wegen der Lichtbrechung in der Erdatmosphäre auch im Kernschatten nicht ganz dunkel ist. Er erscheint rot, weshalb man auch von einem Blutmond spricht. Die Mondfinsternis vom 27. Juli dauert aussergewöhnlich lange (103 Minuten), da der Mond beinahe direkt die Mitte des Kernschattens durchquert. Ausserdem befindet er sich am erdfernsten Punkt des Monats. Das bedeutet, dass der Mond länger braucht, um den Schatten der Erde zu durchqueren. Die Mondfinsternis kann in vielen Teilen der Welt verfolgt werden, am besten in Ostafrika und im mittleren Osten. Kein Glück hat diesmal Nordamerika. Was uns erwartet, zeigen die folgenden Bilder der Mondfinsternis vom 28. September 2015. Die Aufnahmen stammen von Leser-Reportern aus der Schweiz. Über dem Kanton Bern gab es klare Sicht auf den verdunkelten Erdtrabanten.<br>(Foto: Res Derendinger, Leser «Tages-Anzeiger») Totale Mondfinsternis - aufgenommen in Niederscherli. Ein Leser-Reporter fotografierte den Blutmond von Selzach aus. Blutmond über Zürich. Blutmond über dem Berner Münster. «Wunderbarer Wochenstart», schreibt ein Leser-Reporter aus Widnau. Ein Leser-Reporter aus Reinach BL dokumentierte die Mondfinsternis. Der Supermond über der Kathedrale in Freiburg. So sah der Blutmond in Rifferswil aus. «Supermond vor Superauto», schreibt ein Leser-Reporter aus Schwanden bei Brienz. Der Supermond aufgenommen in Neftenbach. «Magischer Moment», schreibt ein Leser-Reporter zu diesem Bild. Eine Aufnahme aus Bülach. Noch ein Bild aus Bülach. Blick von Uitikon auf den Blutmond. «Super Sicht» in Effretikon. Der Mond um 4 Uhr über Solothurn. Dieses Bild erreichte uns aus Henggart. Blutmond über Liechtenstein. So sah der Mond über St. Gallen aus. Die Sicht aus Zug. Und nun noch einige Aufnahmen aus aller Welt: Supermond in Paris. Über den Dächern von Strassburg: Der Blutmond macht seinem Namen alle Ehre. Naturspektakel: Der Blutmond hinter der Kathedrale in Köln. Der Supermond war in der Schweiz wegen des Hochnebels nicht überall zu sehen, dafür in Österreich. In Kanada wurde der Supermond früh gesichtet. Hinter dem Empire State Building in New York beginnt der Schatten der Erde, sich vor den Mond zu schieben. Auch in Phoenix, Arizona, ist der Mond bereits halb verdeckt. In Afghanistan macht ein Mann ein Selfie mit sich und dem Mond.

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103 Minuten: So lange verfinstert sich am Freitagabend der Mond. Eine längere totale Mondfinsternis wird es erst am 9. Juni 2123 geben. Es lohnt sich also, am 27. Juli einen Blick in den Nachthimmel zu werfen. Die totale Phase dauert von 21.30 Uhr bis 23.13 Uhr und ist somit auch in der Schweiz zu sehen. Die Zeiten der einzelnen Phasen des sogenannten Blutmondes sowie eine Erklärung des Phänomens finden Sie hier.

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Allerdings sind die Bedingungen für die Mond-Beobachtung bei uns nicht ganz optimal. Denn beim Aufgang des Mondes um etwa 21 Uhr ist die Sonne noch nicht untergegangen. Das geschieht erst etwa acht Minuten später. Anschliessend herrscht noch etwa bis 21.50 Uhr die sogenannte bürgerliche Dämmerung. So wird die hellste der drei Dämmerungsphasen genannt, wenn sich die Sonne nur knapp unterhalb des Horizontes befindet. Es ist also für die ideale Mondbeobachtung noch ein bisschen zu hell.

Freie Sicht nach Südosten nötig

Erschwerend kommt dazu, dass sich der Mond bei uns während der gesamten Finsternis nur knapp über dem Horizont befindet. Zum Zeitpunkt der maximalen Verdunkelung um 22.21 Uhr steht der Mond zum Beispiel in Zürich nur 10,3 Grad über dem südöstlichen Horizont.

Wer gerade im östlichen Mittelmeerraum Ferien macht, hat es da besser. So steht der Mond in Tel Aviv bei der maximalen Verdunkelung um 23.21 Uhr 34,3 Grad über dem Horizont. Ausserdem geht dort die Sonne am Freitag bereits um 19.41 Uhr unter, während die totale Finsternis erst um 22.30 Uhr beginnt (alles Ortstzeit). Wo Sie den Mond von Ihrem Standort aus sehen können, erfahren Sie hier.

Da der Mond bei uns nur so knapp über dem Horizont steht, ist es zwingend nötig, sich einen Beobachtungsplatz zu suchen, von dem aus in südöstlicher Richtung ein freier Blick bis zum Horizont möglich ist. Ausserdem sollte der Platz weitgehend frei von störenden irdischen Lichtquellen sein, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) rät.

Wer dann noch einen Feldstecher dabei hat, kann die Mondfinsternis noch besser geniessen. Wer möchte, kann die Mondfinsternis auch in einer Sternwarte unter kundiger Leitung von Experten verfolgen. Eine Auswahl finden Sie in der Infobox.

Das Wetter spielt mit

Im Gegensatz zu so manchem Himmelsspektakel in der Vergangenheit wird uns das Wetter diesmal keinen Strich durch die Rechnung machen. «Wir erwarten eine klare Nacht am Freitag», sagt Nikola Ihn von Meteonews. Im Süden könnte es zwar hie und da ein Gewitter geben, doch je später der Abend wird, desto weniger werden allfällige Wolken.

Wer keine Möglichkeit hat, den Blutmond am Himmel zu beobachten, findet in Livestreams Alternativen:


Die Hochschule Offenburg streamt am Freitag von 19 Uhr bis Mitternacht live vom höchsten Gipfel des Schwarzwalds. (Video: Youtube/Benjamin Heitz)


Der Livestream von Timeanddate.com beginnt am Freitagabend um 20 Uhr. (Video: Youtube/timeanddate)


Livestream aus Namibia (Ab 20 Uhr). (Youtube/spacemovie)


Livestream vom Verein der Amateurastronomen des Saarlandes. (Youtube/Sternwarte Peterberg)

Mars als Zugabe

Als ob die Mondfinsternis für sich genommen nicht schon spektakulär genug wäre, bietet der Abend des 27. Juli noch ein weiteres Zückerchen. Da sich der Mond deutlich dunkler präsentiert, sind die restlichen Himmelskörper besser zu sehen. Das kommt besonders dem Mars zugute, der etwa 6 Grad unterhalb des Roten Mondes stehen wird, wie Mondfinsternis.net schreibt. Weil er der Sonne am Himmel gegenübersteht und der Erde deutlich näher kommt, als das sonst der Fall ist, erreicht er fast seine grösste überhaupt mögliche Helligkeit und strahlt damit sogar heller als Jupiter.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim D. am 27.07.2018 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für Recherche

    Danke für Informativen und umfassenden Artikel!

  • Marc am 27.07.2018 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jahrhundert?

    Geht es nur mir so? Ich habe das Gefühl immer wieder von Jahrhundertereignissen zu hören vor allem in Sachen Sonnen und Mondfinsternissen. Komisch, bin ich schon über 100 Jahre alt??

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  • Thusnelda am 27.07.2018 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böser Mars?

    Der Mars sei am 27. Juli 2018 der Erde so nahe wie letztmals 2003. Heisst es. Könnte da etwa ein Zusammenhang bestehen bezüglich Hitze und Trockenheit? Lässt der Mars in Erdnähe etwa solch extreme Wetterlagen entstehen? Mich würde interessieren, ob dazu Statistiken vorhanden sind bzw. Aufschluss geben könnten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • fireworker am 28.07.2018 03:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt wichtigeres

    Habe den Mond nicht gesehen. Ist egal. Viel wichtiger wäre es für mich, wenn ich am 1.Aug. meine Raketen und Heuler am Himmel bestaunen könnte. Aber wegen ein paar Spassbremsen wird wohl nichts daraus.

    • Züsli am 28.07.2018 03:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fireworker

      Ich bin wie Sie. Freue mich jedes Jahr wie ein kleines Kind auf den 1. August. Aber: dieses Jahr wäre es verantwortungslos, Feuerwerk zu entzünden. Unser Rasen z. B. ist total ausgetrocknet. Da reicht ein Funke und dieser stünde in Vollbrand. Das drumherum wäre teurer als das Feuerwerk. Das bringt es nicht.

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  • Ramon Zin am 27.07.2018 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Nix nicht mal jetzt nur normaler Mond

  • Biene am 27.07.2018 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gesehen...

    Wir sahen nichts.. von wegen man siehts in der ganzen Schweiz..

    • Stoeffu am 27.07.2018 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Biene

      Um das zu sehen muss man raus!

    • Walther am 28.07.2018 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stoeffu

      Nein nicht bei mir in Luzern. Ich konnte den roten Blutmond vom Schlafzimmer aus bestaunen. Bis zur totalen Finsternis. Eine halbe Stunde später den Vollmond in strahlendem Gelb. Was für ein Erlebnis. Mit fotografieren hat es allerdings nicht geklappt. Ist ja auch nicht schlimm.

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  • Blut Mond am 27.07.2018 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonnenfinsternis?

    Wo ist eigentlich das Foto der Sonnenfinsternis vom Mond aus geblieben?

    • Intressierter am 27.07.2018 23:33 Report Diesen Beitrag melden

      Will die andere mond seite sehen! ;)

      Fragte mich auch, ich rechne aber damit dass wir von einem satelitt was bekommen. Oder doch nicht? :/

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  • Dd am 27.07.2018 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hier sieht man ihn nicht

    Ich sehe den Mond nicht. Nicht schlimm dann ists halt so