Zum Fest der Liebe

26. Dezember 2016 16:25; Akt: 26.12.2016 16:25 Print

So wild und skurril treiben es die Tiere

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Zumindest bei den Menschen. Den Tieren ist es egal. Generell haben sie bei ihren Liebesspielen mit Romantik wenig am Hut.

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Sex gilt als schönste Nebensache der Welt – zumindest beim Menschen. Im Tierreich dagegen wird das Ganze ernster angegangen: Entweder geht es gleich um Leben und Tod oder es geht zumindest reichlich heftig zu und her. Nicht zimperlich gehen die vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo. Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet. Die Paarungszeit der beginnt gewöhnlich kurz nach der Winterruhe. Nach dem Balzen setzt das Männchen zu einem Nackenbiss an, um das Weibchen in die Paarungsposition zu bringen. Daraufhin legt das Männchen ein Bein auf den Körper des Weibchens und beginnt mit der Begattung, die einige Minuten dauern kann. Sie überleben radioaktive Strahlung, Vakuum und Jahrzehnte in der Tiefkühltruhe: sind hart im Nehmen. Auch bei der Paarung, die bis zu eine Stunde dauert. Wie deutsche Forscher 2016 erstmals beobachtet haben, erfolgt diese im Zuge einer Häutung des Weibchens. Dieses hat bereits eine neue Haut gebildet und wartet mit Eiern im Körper in der alten Haut auf ein Männchen. Trifft ein männliches auf ein trächtiges Weibchen, bringt es sich in Paarungsposition. Dabei hält es seine Auserwählte mit seinen Vorderbeinen fest und wickelt sich um ihr Kopfende. Das Weibchen wiederum beginnt nach einer Weile seine Mundwerkzeuge in den Unterkörper des Männchens zu stupsen. Gleichzeitig erfolgt die Eiablage und es kommt zur Ejakulation. Nur wenige Stunden im Jahr haben überhaupt Lust auf Sex. Ist es schliesslich mal so weit, richtet sich das Männchen rund sechs Meter vom paarungswilligen Weibchen entfernt auf und bedeckt sie vollständig mit Urin. Daraufhin haut das Weibchen entweder empört ab oder es streckt ihm sein Hinterteil entgegen. Männliche leben bei der Paarung gefährlich. Einem hungrigen Weibchen sollten sie sich nur mit grösster Vorsicht nähern – sonst wird ihnen der Kopf abgebissen. (Im Bild: Weibchen beim Fressen eines Männchens.) Weibchen, die ihre Sexpartner umbringen, gibt es auch bei den Spinnen. Am bekanntesten dafür sind die , die genau deshalb so heissen. Allerdings tun sie es nur selten. Die Regel ist es dagegen bei den Argiope- oder Cyrtophora-Arten. (Im Bild: Schwarze Witwe) Ebenfalls grob zur Sache gehen die , ihres Zeichens Zwitter. Ihren Penis – manche Arten haben gleich zwei davon (Bild) – nutzen sie als eine Art Degen, mit dem sie ihre Samenzellen in den Partner zu injizieren versuchen. Selbst aufnehmen wollen sie aber keine. sind in Liebesdingen ziemlich aufgeschlossen. Sex ist bei ihnen ein Mittel für vieles: Sich zu begrüssen, Streit zu schlichten oder einfach zu feiern. Sie tun es auch mit ihren Verwandten. Sie sollen die einzigen Tiere sein, die beim Küssen mit Zunge und Oralsex beobachtet wurden. sind Zwitter. Da die Produktion von Sperma sehr aufwendig ist, achten die Tiere darauf, dass sie bei der Paarung genauso viel bekommen wie sie abgeben. Schummelt eine Schnecke, wird sie vom Partner durch sofortigen Coitus interruptus bestraft. Zwei Wochen vor der Paarung beginnt die weibliche zu hungern – damit sie mehr Sperma aufzunehmen vermag. Das bringt nicht immer was, denn zum Teil versuchen bis zu hundert Männchen, sich mit demselben Weibchen zu paaren. Dieses überlebt nicht immer. Kuriose Sitten gibts auch bei , einem Anglerfisch: Weil die Männchen kein eigenes Verdauungssystem haben, müssen sie bald nach der Geburt ein Weibchen finden, an das sie andocken können. Sie beissen sich fest und wachsen an das Weibchen an – und werden so zu einer Art Geschlechtsdrüse des Weibchens. Auch das Leben der endet kurz nach der Begattung: Sie verlieren beim Akt ihren Zeugungsapparat. Drohnen, die nicht zur Begattung gekommen sind, werden Ende Sommer von den Arbeiterinnen getötet oder vertrieben, da sie im Winter nur eine Last wären. Sie verhungern bald. Bei der Krakenart produzieren die Männchen das Sperma in einem speziellen Arm, dem Hectocotylus. Vor der Paarung koppeln sie diesen ab – der selbstständige Penis ist in der Lage, auch über weite Entfernungen ein Weibchen zu finden (Im Bild: Der rosafarbene Tentakel kontaktiert das Weibchen.) Bevor es zur Paarung kommt, führen erst mal einen Paarungstanz auf, der Stunden dauern kann. Anschliessend legt das Männchen seine Spermien in einem Haufen ab und zieht das Weibchen über die sogenannte Spermatophore. Dadurch wird das Weibchen befruchtet. Bei manchen Arten verspeisen die Weibchen ihre Partner nach dem Akt. In Sachen Dauersex liegen die ganz vorn. Die Initiative geht dabei vom Männchen aus. Diese halten sich teilweise bis zu zehn Wochen ununterbrochen an ihrem Weibchen fest und begatten es dabei immer wieder. So verhindern sie, dass ihnen Konkurrenten dazwischenfunken. Die Männchen der haben gerne die Auswahl: Sie begatten bis zu 50 Weibchen. Dabei sind die Männchen bemüht, ihren Harem ständig zu erweitern. Dies indem sie haremslose Weibchen mit Gewalt in ihre Gruppe schieben. Versuchen die Weibchen sich zu wehren, riskieren sie eine körperliche Attacke des deutlich grösseren Männchens. Ganz anders die männlichen , die echte Verführer sind. Sie tragen ein Anhängsel am Kopf, das einem Insekt ähnelt. Wenn die Weibchen nach dem vermeintlichen Leckerbissen schnappen, nutzen die Männchen die Chance und begatten sie. Männliche sind notorische Fremdgänger und gehen mit ihren Damen nicht gerade zimperlich um. Sie sind vor allem an ihrem eigenen Spass interessiert. Deshalb kommt es vor, dass sie ihre jeweilige Partnerin bei der Paarung mit ihrem Gewicht unter Wasser drücken. Deren mögliches Ertrinken nehmen sie dabei bereitwillig in Kauf. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heisst es bei den . Denn bevor es überhaupt zur Paarung kommt, wischen die Männchen erstmal das Sperma des Vorgängers aus der Samentasche des Weibchens. Auch danach ist keine Entspannung angesagt: Damit es ihrem Sperma nicht genauso ergeht, behalten sie das Weibchen bis zur Eiablage sicherheitshalber fest im Griff.

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«Lass es uns wie die Tiere treiben» – diese Aussage dürfte in der Regel gut gemeint sein. Tritt aber tatsächlich jemand mit diesem Vorschlag an Sie heran, sollten Sie besser noch einmal nachfragen. Denn je nachdem welche Tierart zum Vorbild genommen werden soll, kann das ziemlich unromantisch ausgehen (siehe Bildstrecke oben).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klartext am 26.12.2016 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Fest der Liebe

    Perfekt, ich bringe auch allen Kindern bei, dass es an Weihnachten nur ums Vögeln geht.

  • One Love am 26.12.2016 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch verstanden

    Es ist das Fest der Liebe und nicht das Fest der Triebe.

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  • marko 31 am 26.12.2016 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sex Dauer

    Der Sex bei uns Menschen kann auch über eine Stunde lang gehen

Die neusten Leser-Kommentare

  • francis rossi am 27.12.2016 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    keine Zucht, keine Schönheit, jeder darf

    Kein Unterschied. Der Mensch ist auch ein Tier. Er vermehrt sich wie die Ratten und die treiben es wild. Siehe Weltbevölkerung.

    • fort09 am 27.12.2016 15:50 Report Diesen Beitrag melden

      Genau so

      Habe ich in einem anderen Forum auch geschrieben. Hat aber anderen (Linken) nicht gefallen und wurde gelöscht. Dabei ist die Weltbevölkerung dieses Jahr um 80 Millionen angewachsen. 1914 waren wir nicht einmal 2 Milliarden, heute 7.5 Milliarden, ende nicht in Sicht. es drängt noch viel zu uns. Komisch, wenn es dem tier schlecht geht, "vermehrt" es sich nicht.

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  • Tomtom am 26.12.2016 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch bei Menschen

    Na dann schaut mal bei PH oder YP rein. Und nein - da gibt es nicht nur Katzenbilder :-).

  • alex am 26.12.2016 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Am einfachsten

    ist es wohl bei den Pflanzen. Windchen genügt.

  • Patrik G. am 26.12.2016 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mein nächstes Leben :

    In meinem nächsten Leben werde ich ein Tier, dann kann ich es überall treiben wo ich gerade will, kennt jemand was besseres?

    • Fragen Steller am 27.12.2016 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso?

      Was hält dich davon ab, dies als Mensch zu tun?

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  • antonzum am 26.12.2016 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich denke, ich wäre am liebsten

    ein südländischer Seeelefant, smile.